Lüneburg im April 2026: Mobilität, Soziales und Schulen im Fokus
Der April 2026 brachte in Lüneburg wichtige Entscheidungen in den Bereichen Mobilität, Soziales und Bildung. Die Stadt setzt auf mehr Fahrradinfrastruktur, eine bessere Betreuung in der Schule und bessere Unterstützung für Menschen in Not. Hier ist der Monatsrückblick.
Fahrrad, Wohnen und Soziales: Lüneburg bewegt sich 2026
Was diesen Monat wichtig war
- Der Ausschuss für Mobilität beschloss die Fortschreibung der Radverkehrsstrategie bis 2035, inklusive Fördermaßnahmen und Investitionen in Radinfrastruktur.
- Der Ausschuss für Soziales stellte ein neues Obdachlosenprojekt in der Schießgrabenstraße vor und reformierte den MIGRAR-Beirat.
- Der Schulausschuss sicherte die finanzielle Beteiligung an Ganztagsschulen ab und startete einen Schulentwicklungsprozess mit Eltern, Lehrern und Politik.
- Die Hansestadt erhielt eine Erbschaft von 500.000 €, die zur Hälfte an die Stadt und zur Hälfte an die Stiftung Deutsche Krebshilfe geht.
- Der Finanzausschuss gab einen Überblick über die Stadtverschuldung und empfahl Investitionen in den Ganztagsschulbetrieb.
Mobilität: Fahrrad und Verkehrsplanung im Fokus
Im April standen in Lüneburg die Themen Radverkehr, Bauplanung und Verkehrssicherheit im Mittelpunkt. Der Ausschuss für Mobilität legte die Fortschreibung der Radverkehrsstrategie bis 2035 fest, wobei nicht umgesetzte Maßnahmen erst nach Gremienbeteiligung verworfen werden dürfen. Für 2027 wurden 50.000 € für die Umgestaltung öffentlicher Plätze und 300.000 € für versenkbare Polleranlagen bewilligt.
Ein weiteres wichtiges Projekt ist die Reaktivierung der Bahnstrecke Lüneburg–Soltau, geplant für Dezember 2028 mit Baubeginn voraussichtlich im Frühjahr 2027. Die Hansestadt und SinONGmbH werden eine Kooperationsvereinbarung für die Haltepunktumfelder abschließen.
Auch die Umgestaltung des Marienplatzes und Am Ochsenmarkt ist in Planung. Ziel ist die Schaffung einer Fahrradstraße, barrierefreier Gehwege und Aufenthaltsflächen. Die Planung erfolgt gemäß §47 HOAI und wird in die Haushaltsplanung 2027 einbezogen.
Soziales: Obdachlosenprojekt und MIGRAR-Reform
Der Ausschuss für Soziales, Gesundheit, Gleichstellung und Ehrenamt stellte im April ein neues Obdachlosenprojekt in der Schießgrabenstraße vor. Bis zu 12–14 Erwachsenen können dort in einem strukturierten Betreuungsmodell untergebracht werden. Der Leistungserbringer ist Housing Lüneburg e.V., Partner ist das Sozialdezernat der Stadt. Der geplante Projektstart liegt im Frühjahr/Sommer 2026.
Außerdem wurde der MIGRAR-Beirat reformiert. Der neue Integrationsbeirat besteht aus 20 migrantischen Vertretenden, 10 aus der Stadt und 10 aus dem Landkreis, und wählt einen Vorsitzenden in geheimer Wahl. Die Geschäftsführung wird von den Verwaltungen Stadt und Landkreis übernommen.
Der Integrationsbeirat positionierte sich klar gegen die Zulassungsbeschränkungen für Integrationskurse durch das BAMF und beschloss, ein Statement zu veröffentlichen. Zudem wurde ein Budgetrahmen von 1.800 € für die Lüneburger Wochen gegen Rassismus 2026 festgelegt.
Schule und Bildung: Ganztagsschulen und Schulentwicklungsprozess
Der Schulausschuss sicherte im April die finanzielle Beteiligung an Ganztagsschulen ab und startete einen Schulentwicklungsprozess für die weiterführenden Schulen in Lüneburg. Ziel ist es, bis Ende 2026 eine Entscheidungsgrundlage vorzubereiten und die Ergebnisse bis Ende 2027 in der Politik vorzustellen.
Für das Schuljahr 2026/2027 ist eine Beteiligung der Stadt an den Ganztagsschulen mit 1.074.900 € (2026) und 2.393.600 € (2027) geplant. Die Verwaltung wird beauftragt, bi- und trilaterale Verträge mit dem Land, den Schulen und Kooperationspartnern abzuschließen.
Der Schulgrundsatzausschuss unterstützte den Prozess mit einem Bericht zu einem gemeinsamen Schulentwicklungsprozess. Die Moderation liegt bei der paseo GmbH, und es sind weitere Workshops für 2026 und 2027 geplant.
Finanzen und Investitionen: Schulden, Erbschaft und Förderung
Der Ausschuss für Finanzen gab einen Überblick über die Stadtverschuldung, die am 31.12.2025 bei 420,28 Millionen Euro lag. Im Jahr 2025 wurden 58 Millionen Euro an neuen Krediten aufgenommen. Der Ausschuss empfahl zudem Investitionen in den Ganztagsschulbetrieb und stimmte der Bestellung einer kaufmännischen Geschäftsführerin für die Theater Lüneburg GmbH zu.
Ein weiteres wichtiges Thema war die Erbschaft von Jens Witte, die die Stadt mit 500.000 € umfasste. Die Hälfte davon geht an die Stiftung Deutsche Krebshilfe, die andere Hälfte wird in die städtische Kasse überwiesen. Die Verwaltung wird nach der Annahme einen Verwendungsvorschlag unterbreiten.
Fazit und Ausblick
Der April 2026 war ein monatlicher Meilenstein für Lüneburg. Die Stadt setzt auf mehr Fahrradinfrastruktur, bessere Sozialleistungen und verlässliche Bildungsangebote. Gleichzeitig bleibt sie auf dem finanziellen Kurs, auch wenn die Schuldenlast weiterhin ein Thema bleibt. Mit der Erbschaft und den Investitionen in Schulen und Mobilität zeigt sich die Stadt auf einem klaren Entwicklungs- und Modernisierungspfad. Was kommt im Mai?
Quellen
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