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Inklusion und Teilhabe: Wie Lingen Menschen mit Behinderung stärkt

📍 Lingen · Niedersachsen
Inklusion und Teilhabe: Wie Lingen Menschen mit Behinderung stärkt

Im März 2026 stand in Lingen (Ems) die Inklusion im Fokus. Der Ausschuss für Familie, Soziales, Integration und Inklusion diskutierte die Gründung eines kommunalen Beirates für Menschen mit Behinderung, die Rolle des Behindertenbeauftragten und die barrierefreie Gestaltung der Stadt. Ein Überblick über die wichtigsten Entscheidungen und ihre Bedeutung.

Inklusion in der Praxis: Wie Lingen Menschen mit Behinderung stärkt

Die Inklusion von Menschen mit Behinderungen ist ein zentraler Aspekt sozialer Gerechtigkeit und Teilhabe. Im März 2026 diskutierte der Ausschuss für Familie, Soziales, Integration und Inklusion in Lingen (Ems) mehrere Maßnahmen, die die Stellung und Lebensqualität von Menschen mit Behinderungen verbessern sollen. Die Gründung eines kommunalen Beirates, die Arbeit des Behindertenbeauftragten und die barrierefreie Gestaltung der Stadt standen im Mittelpunkt.

Gründung eines kommunalen Beirates: Ein Schritt zur Beteiligung

Ein zentrales Thema war die Gründung eines kommunalen Beirats für die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen. Der Antrag wurde von der Bündnis90/Die Grünen/FWL-Fraktion gestellt und sah einen Beirat mit Repräsentant*innen aus Lebenshilfe, Inklusion, Behindertenorganisationen, der Verwaltung und den Stadtratsfraktionen vor. Ziel ist es, Menschen mit Behinderungen stärker in politische Entscheidungsprozesse einzubeziehen und die Inklusion in Bildung, Arbeit, Freizeit, Kultur und Wohnen zu fördern.

Ein Änderungsantrag sah stattdessen die Beauftragung der Verwaltung vor, ein Konzept zur stärkeren Beteiligung zu entwickeln. Dieser Antrag wurde einstimmig angenommen. Die Verwaltung wird nun ein Konzeptentwurf mit dem Christophoruswerk Lingen erarbeiten, um die politische Beteiligung und die barrierefreie Stadtentwicklung voranzutreiben.

Der Behindertenbeauftragte: Brücke zwischen Politik und Alltag

Herr Klaus Egbers, der Behindertenbeauftragte der Stadt, hat eine zentrale Rolle bei der Umsetzung von Inklusionspolitik. Er unterstützt Menschen mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen bei Behördenangelegenheiten, bei der Geltendmachung von Leistungen nach dem SGB IX und bei der Einstufung in einen Pflegegrad. Egbers arbeitet eng mit dem Arbeitsamt, dem Integrationsamt und dem Medizinischen Dienst der Pflegekassen zusammen.

Ein Schwerpunkt seiner Arbeit ist die Barrierefreiheit. Er begleitet Projekte wie die Umgestaltung von Ampelanlagen, die Installation taktiler Platten und die Einführung von Apps wie „LOC.id“ und „Auracast“ für Menschen mit Seh- und Hörbeeinträchtigungen. Zudem fördert er die barrierefreie Gestaltung von Spielplätzen, Trainingsgeräten und Sportanlagen, die künftig mit höhenverstellbaren Liegen ausgestattet werden.

Barrierefreiheit und Infrastruktur: Von der Ampel bis zur Toilette

Die Stadt Lingen setzt auf eine umfassende Barrierefreiheit. Im März 2026 wurde beispielsweise geprüft, ob ein neues Funk-System der RTB für die Umgestaltung der Fußgängerampel an der Waldstraße Ecke Am Telgenkamp in Frage kommt. Zudem sind öffentliche Behindertentoiletten mit Euroschlüsselfunktion ausgestattet, wobei nicht jede Toilette über eine Liege zum Wechseln von Schutzhosen verfügt.

Diese Maßnahmen zeigen, dass Lingen nicht nur auf der symbolischen Ebene, sondern auch in der konkreten Infrastruktur aktiv wird, um Menschen mit Behinderungen eine bessere Lebensqualität zu ermöglichen.

Voraussetzungen für die Zukunft: Konzepte, Beteiligung und Planung

Mit der Beauftragung der Verwaltung zur Erstellung eines Konzepts zur stärkeren Beteiligung von Menschen mit Behinderungen wird ein zentraler Schritt in Richtung eines inklusiveren Stadtlebens getan. Die Beteiligung des Christophoruswerks und die Einbindung in die EU-Behindertenrechtskonvention und den Landesaktionsplan Rheinland-Pfalz zeigen, dass Lingen nicht isoliert handelt, sondern im nationalen und internationalen Kontext denkt.

Die Gründung eines Behindertenbeirats oder zumindest ein stärkeres Beteiligungsmodell wird in den nächsten Monaten im Fokus bleiben. Zudem ist ein Rollstuhlparcours für den Tag „Stadt in Kinderhand“ geplant, der das Bewusstsein für Barrierefreiheit stärken soll.

Fazit: Inklusion als Aufgabe für die gesamte Stadtgesellschaft

Die Diskussionen im März 2026 zeigen, dass Lingen (Ems) auf dem richtigen Weg ist, um Inklusion und Teilhabe voranzutreiben. Die Gründung eines Beirates, die Arbeit des Behindertenbeauftragten und die barrierefreie Gestaltung der Stadt bilden einen starken Rahmen. Die nächsten Schritte – insbesondere die Umsetzung des Konzepts zur Beteiligung – werden entscheiden, ob diese politischen Vorhaben in nachhaltige Veränderungen münden.

Inklusion ist keine einmalige Entscheidung, sondern ein Prozess, an dem Politik, Verwaltung, Zivilgesellschaft und die Bevölkerung gemeinsam arbeiten müssen. Lingen hat mit diesen Maßnahmen einen wichtigen Impuls gesetzt.

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