Wirtschaftsförderung in Hannover: Wie sich das Akquise-Budget im April 2026 neu ausrichtet
Im April 2026 hat die Landeshauptstadt Hannover entscheidende Änderungen an der Förderrichtlinie für das Akquise-Budget vorgenommen. Ziel ist es, die wirtschaftliche Attraktivität der Stadt als Messe- und Kongressstandort zu stärken und gleichzeitig die Verteilung der Mittel effizienter zu gestalten. In diesem Beitrag analysieren wir die Hintergründe, die neuen Kriterien und die erwarteten Auswirkungen dieser Reform.
Die neue Förderrichtlinie: Weniger für mehr
Die Landeshauptstadt Hannover hat im April 2026 eine aktualisierte Förderrichtlinie für das Akquise-Budget beschlossen, das aus Mitteln der Beherbergungssteuer finanziert wird. Der Förderschwerpunkt liegt weiterhin auf der Gewinnung von überregional relevanten Veranstaltungen – insbesondere im Bereich Kongresse, Messen, Kultur und Tourismus. Allerdings hat sich die Stadt entschlossen, die maximale Fördersumme je Veranstaltung von 250.000 € auf 150.000 € zu senken. Gleichzeitig wurde die Förderquote von bis zu 80–90 % auf 30 % der förderfähigen Gesamtausgaben reduziert.
Diese Änderungen spiegeln die finanziellen Rahmenbedingungen wider: Das Haushaltsansatzvolumen für das Akquise-Budget liegt bei 250.000 € pro Jahr – deutlich unter dem Ausgabevolumen der Jahre 2024 und 2025, in denen insgesamt 1.171.149,70 € bewilligt wurden. Die Reduzierung der Förderhöhe ermöglicht es, mehrere Veranstaltungen zu unterstützen und so die wirtschaftliche Auslastung der Messe- und Kongressinfrastruktur nachhaltiger zu sichern.
Wertschöpfung im Vordergrund: Neue Kriterien für die Vergabe
Eine zentrale Neuerung ist die stärkere Ausrichtung der Zuwendungen an wirtschaftlichen Wertschöpfungskriterien. Die Bewertungskommission legt nun mehr Gewicht auf Veranstaltungen, die messbare Effekte in der lokalen Wirtschaft erzeugen – insbesondere durch hohe Übernachtungszahlen, Besucher*innenausgaben und Kooperationen mit regionalen Akteuren wie Hotellerie, Gastronomie und Stadtmarketing.
Zudem sollen künftig keine Veranstaltungen mehr gefördert werden, die keine oder nur geringe Übernachtungszahlen verzeichnen. Die Veranstaltungsdauer wurde auf mindestens zwei Tage festgelegt, um die lokale Wirtschaft stärker anzusprechen. Die Stadt möchte sich damit als professioneller und nachhaltiger Messe- und Kongressstandort positionieren, der über regionale Veranstaltungen hinauswirkt.
Ausweitung der Antragsteller*innenbasis und digitale Vorgaben
Ein weiterer entscheidender Schritt ist die Erweiterung des Kreises der förderberechtigten Antragsteller*innen von deutschen Organisationen auf europäische Union (EU) und Europäischen Wirtschaftsraum (EWR). Damit will Hannover internationaler und attraktiver für externe Veranstaltungsgesellschaften werden.
Die Antragstellung erfolgt künftig ausschließlich digital über das offizielle Zuwendungsportal der Stadt. Dies ist Teil eines allgemeinen Trends, Verwaltungsprozesse zu digitalisieren und transparenter zu gestalten. Die digitale Antragstellung ist fortlaufend möglich, solange Mittel zur Verfügung stehen. Es wird jedoch betont, dass nur zukünftig geplante Veranstaltungen gefördert werden können, nicht aber bereits abgeschlossene oder laufende Events.
Ausblick und Herausforderungen
Die Reform des Akquise-Budgets ist ein zentraler Baustein in der Wirtschaftsförderungspolitik Hannovers. Mit den neuen Vorgaben versucht die Stadt, sowohl die wirtschaftlichen Auswirkungen zu maximieren als auch die Effizienz der Mittelvergabe zu steigern. Gleichzeitig bleibt die Herausforderung bestehen, Veranstaltungen anzulocken, die nicht nur überregionale Relevanz besitzen, sondern auch die lokale Wirtschaft nachhaltig stärken.
Im April 2026 tagte der Ausschuss für Arbeitsmarkt-, Wirtschafts- und Liegenschaftsangelegenheiten, um die neue Förderrichtlinie zu beraten. Die Diskussionen zeigen, dass die Stadt bereit ist, flexibel auf die Ergebnisse der ersten Verfahren zu reagieren und im Bedarfsfall weitere Anpassungen vorzunehmen.
Quellen
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