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Delligsens Haushaltsplan 2026: Klimafreundlichkeit und Budgetplanung im Fokus

Finance and Budget Environment and Climate 📍 Delligsen · Niedersachsen
Delligsens Haushaltsplan 2026: Klimafreundlichkeit und Budgetplanung im Fokus

Der Haushaltsplan 2026 des Fleckens Delligsen wurde ohne Auflagen genehmigt. Mit einer klaren Ausrichtung auf die Wärmewende und der Sicherstellung finanzieller Ressourcen für zukunftsfähige Energieprojekte setzt Delligsen auf langfristige Klimaschutzstrategien.

Haushaltsplan 2026: Genehmigung und Ausrichtung auf Klimaschutz

Am 03.03.2026 wurde der Haushaltsplan 2026 des Fleckens Delligsen durch die Kommunalaufsicht des Landkreises Holzminden ohne Auflagen genehmigt. Die Verwaltung ist nun beauftragt, Förderprogramme zur Umsetzung der Wärmewende zu prüfen, um personelle und finanzielle Ressourcen für die nötige Transformation zu sichern. Der Haushaltsplan ist nicht nur ein Instrument zur Bewirtschaftung der laufenden Verwaltungsaufgaben, sondern auch ein strategisches Werkzeug, um langfristige Klimaschutzziele in die Tat umzusetzen.

Die Wärmewende in Delligsen: Kosten, Potenziale und Förderung

Die Wärmewende in Delligsen ist ein zentraler Bestandteil der kommunalen Klimaschutzstrategie. Im Jahr 2023 wurden im Flecken insgesamt 2.844 Heizsysteme registriert, wobei Erdgas mit 78 % den größten Anteil am Brennstoffverbrauch ausmacht. Die Treibhausgasemissionen aus Erdgas allein liegen bereits bei 39.978 Tonnen CO₂äq/Jahr. Gleichzeitig hat Delligsen ein Biomassepotenzial von 11.662 MWh/a und ein Bioabfallpotenzial von 441 MWh/a.

Die Verwaltung plant, zentrale und dezentrale Wärmeversorgungskonzepte zu evaluieren. Investitionskosten für Wärmepumpen, Geothermie, Abwärmenutzung und Solarthermie werden im Detail berechnet. So liegen beispielsweise die Investitionskosten für eine Groß-WP Geothermie bei 15.009.738 €, während die Abwärmenutzung im Grünengelb-Kerngebiet mit 3.149.863 € deutlich günstiger ist. Förderungen des Bundes mit bis zu 40 % der zuschussfähigen Kosten sind dabei entscheidend, um die finanzielle Belastung für die Kommune zu reduzieren.

Für private Haushalte und Gebäudeeigentümer:innen bieten Förderprogramme zur energetischen Modernisierung sowie steuerliche Sonderabschreibungen durch Sanierungsgebiete nach § 136 BauGB weitere Anreize. Die Verwaltung wird zudem beauftragt, den Wärmeplan alle fünf Jahre fortzuschreiben, um die Entwicklung transparent zu halten.

Finanzielle Rahmenbedingungen: Eigenanteile, Förderungen und Projekte

Die Umsetzung der Wärmewende ist finanziell nicht ohne Herausforderungen. Der Flecken Delligsen hat sich verpflichtet, einen Eigenanteil von 4.043,00 € pro Jahr für das Projekt „Umsetzungsprogramm Wärmewende im Weserbergland“ zu übernehmen. Diese Mittel sind für die Jahre 2026 bis 2028 veranschlagt, wobei für 2026 bereits überplanmäßig bereitgestellt wurde.

Zusätzlich sind für Machbarkeitsstudien und Quartierskonzepte bis zu 75.000 € pro Studie und 7.500 € für Quartierskonzepte eingeplant. Die Kofinanzierungshilfe wird derzeit beantragt, und die endgültige Entscheidung wird voraussichtlich im April 2026 fallen.

Auch bei anderen Projekten wie dem Nahmobilitätskonzept oder dem Ausbau des Radverkehrs ist die Finanzierung über Förderprogramme entscheidend. Obwohl konkrete Beträge oft fehlen, wird deutlich, dass Delligsen aktiv nach Mitteln aus dem NGVFG Niedersachsen, dem Förderprogramm Stadt und Land und der Kommunalrichtlinie sucht, um Projekte umzusetzen, die nicht nur ökologisch, sondern auch finanziell nachhaltig sind.

Ausblick: Eine kommunale Wärmewende im langsamen, aber sicheren Tempo

Delligsen hat mit der Genehmigung des Haushaltsplans 2026 einen klaren Rahmen für die Umsetzung seiner Klimaschutzstrategie geschaffen. Die finanzielle Ausrichtung ist vorsichtig, aber zielgerichtet: Förderungen werden aktiv genutzt, und Eigenanteile sind transparent berechnet. Gleichzeitig wird die Wärmewende nicht nur als technisches Projekt betrachtet, sondern als langfristiger Prozess, der Planung, Bürger:innenbeteiligung und stetige Anpassung erfordert.

Die nächsten Jahre werden zeigen, ob die geplanten Investitionen in Wärmepumpen, Abwärmenutzung und Quartierskonzepte tatsächlich den CO₂-Ausstoß reduzieren können. Bis dahin bleibt Delligsen ein Beispiel für eine Kommune, die Klimaschutz nicht nur im Wort, sondern auch im Haushalt verankert.

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