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Pohlheim: Stadtentwicklung und Bauplanung im Fokus – Fehlender Wohnraum, Klimaschutz und Neuausrichtung der Sportstätten

Pohlheim: Stadtentwicklung und Bauplanung im Fokus – Fehlender Wohnraum, Klimaschutz und Neuausrichtung der Sportstätten

Im Februar 2026 standen in Pohlheim Entscheidungen zur städtischen Bauplanung, zum Wohnraumproblem und zur zukunftsorientierten Nutzung von Sportflächen im Vordergrund. Der Ausschuss für Bauen, Stadtentwicklung und Umwelt setzte sich mit mehreren Bebauungsplänen, der Hallenbadsanierung und der Umsetzung des „Bau-Turbo“-Gesetzes auseinander. Die Stadt bewegt sich zwischen Druck auf mehr Wohnraum, Klimaschutz und der Sicherstellung öffentlicher Ressourcen.

Stadtentwicklung in Pohlheim: Zwischen Wohnraumnot, Klimaschutz und Sportflächenplanung

Die Stadt Pohlheim hat im Februar 2026 eine Vielzahl an Themen im Bereich Stadtentwicklung und Bauplanung behandelt. Mit der steigenden Nachfrage nach Wohnraum, der Notwendigkeit, Klimaschutzmaßnahmen voranzutreiben, und der Nutzung von Sportflächen für mehrere Zwecke, hat die Kommune eine zentrale Rolle in der Gestaltung der städtischen Zukunft. In der Sitzung des Ausschusses für Bauen, Stadtentwicklung und Umwelt am 23.02.2026 wurden mehrere Schlüsselentscheidungen getroffen, die langfristige Auswirkungen auf die städtische Infrastruktur haben könnten.

Bebauungspläne und Planungsverfahren: Wohnraum ist im Visier

Die Diskussion um Bebauungspläne ist in Pohlheim ein wiederkehrendes Thema. In der Sitzung wurden drei Bebauungsplanverfahren auf den Weg gebracht:

  • Wohnresidenz Zur Langwiese (B-Plan 14): Ein vorhabenbezogener Bebauungsplan für den Stadtteil Holzheim wurde beschlossen. Dieser ermöglicht den Bau einer Wohnresidenz, was auf den Mangel an bezahlbarem Wohnraum zurückzuführen ist.

  • Butzbacher Straße (B-Plan 15): Der Aufstellungsbeschluss für diesen Bebauungsplan ist Teil der zukünftigen Planung für den Stadtteil Holzheim. Die Fläche wird voraussichtlich für Wohn- und Gewerbenutzung genutzt.

  • Sportanlage Anneröder Berg (B-Plan 17): Ein weiteres Projekt in Hausen zielt darauf ab, die brachliegende Sportfläche neu zu nutzen. Die Fläche wird im Flächennutzungsplan als Grünfläche ausgewiesen, aber eine Änderung ist nicht nötig. Der Plan beinhaltet eine Bolzplatznutzung und eine frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit.

Diese Pläne zeigen, wie Pohlheim mit der Wohnraumnot umgehen möchte, ohne dabei die Umweltbelange aus den Augen zu verlieren. Insbesondere bei B-Plan 17 wird der Kompromiss zwischen sportlicher Nutzung und möglicher Wohnbebauung besonders deutlich.

„Bau-Turbo“-Gesetz: Beschleunigung der Bauplanung – aber mit Vorsicht

Im Zuge des neuen hessischen „Bau-Turbo“-Gesetzes (offiziell: Gesetz zur Beschleunigung des Wohnungsbaus und zur Wohnraumsicherung) wurde ein Grundsatzbeschluss gefasst, um Planungsverfahren zu beschleunigen. Das Gesetz erlaubt beispielsweise Befreiungen von Bebauungsplanfestsetzungen und erleichtert die Abweichung von baulichen Festlegungen, sofern dies der Wohnraumschaffung dient.

Die Stadt Pohlheim hat entschieden, Angelegenheiten des „Bau-Turbo“-Gesetzes bis zur ersten regulären Sitzung der neu gewählten Stadtverordnetenversammlung auf den Magistrat zu übertragen. Dies ist eine Handlungsempfehlung der Bauaufsichtsbehörde, um die Handlungsfähigkeit der Stadt zu gewährleisten. Die Zustimmung nach § 36a BauGB wird als erteilt angesehen, wenn sie innerhalb von drei Monaten nicht verweigert wird – eine Regelung, die in der Praxis Kontroversen auslösen könnte.

Klimaschutz und Sportflächen: Pflanzungen und Sanierungspläne

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf Klimaschutzmaßnahmen und der Nutzung von öffentlichen Flächen. So wurden Anträge zur Pflanzung von Bäumen auf dem Kirmesplatz in Garbenteich beraten. Ziel ist es, das Kleinklima zu verbessern, indem Schatten spendende Bäume genutzt werden. Gleichzeitig wird geprüft, ob dafür Fördermittel der KfW genutzt werden können.

Auch die Sanierung des Hallenbades war ein zentrales Thema. Die CDU-Fraktion forderte einen umfassenden Bericht über den aktuellen Stand, da die Sanierung seit Jahren in der Diskussion ist. Die interfraktionelle Arbeitsgruppe, die eingerichtet wurde, ist aufgrund fehlender Gutachten nicht in der Lage, konkrete Entscheidungen zu treffen. Dies zeigt die Komplexität, mit der solche Sanierungsprojekte verbunden sind.

Zudem wurde ein Antrag der SPD-Fraktion zur Nutzung der Sportanlage Bettenberg in Holzheim als innerörtliches Wohnbaugebiet beraten. Ziel ist es, durch den Verkauf von Bauplätzen finanzielle Mittel für die Sanierung des Freibades und sportliche Zwecke zu generieren. Sollte dies nicht möglich sein, ist eine Umgestaltung der Sportanlage zu einer Heimspielstätte für den FC Turabdin-Babylon Pohlheim geplant.

Fazit: Eine Stadt im Wandel

Insgesamt zeigt sich Pohlheim als Stadt, die aktiv auf Herausforderungen wie Wohnraumnot, Klimaschutz und die Sicherstellung öffentlicher Ressourcen reagiert. Die Entscheidungen im Februar 2026 spiegeln die Balance zwischen dringendem Handlungsbedarf und langfristiger Planung wider. Gleichzeitig bleibt die Kommune an der Schnittstelle zwischen politischen Forderungen, rechtlichen Rahmenbedingungen und den Erwartungen der Bürger.

Die nächsten Monate werden zeigen, ob die Pläne zur Sanierung des Hallenbades und zur Nutzung von Sportflächen als Wohngebiete umgesetzt werden können. Gelingt es Pohlheim, die verschiedenen Interessen zu vereinen, könnte die Stadt ein Vorbild für andere Kommunen in der Region werden.

Quellen

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