Pankow setzt auf mehr Bäume, Bürgergärten und Klimaanpassung – Umwelt- und Klimapolitik im Januar 2026 im Fokus
Im Januar 2026 setzte Pankow seine Klimaschutzbemühungen fort, mit Schwerpunkten auf Grünraum, Bürgerbeteiligung und Klimaanpassung. Der Bezirk plant unter anderem ein umfassendes Straßenbaumkonzept, das Projekt „Pro Kind ein Baum“ und den Ausbau des Bürgergartens im Mühlenkiez.
Umwelt- und Klimapolitik im Bezirk Pankow: Was im Januar 2026 beschlossen wurde
Die Klimakrise hat auch Pankow erreicht – und die Bezirksverordneten haben in den Januarwochen 2026 gezeigt, dass sie die Herausforderungen ernst nehmen. Mit mehreren Entscheidungen und Anträgen hat der Bezirk seine Klimaschutz- und Grünflächenpolitik weiterentwickelt. Im Mittelpunkt standen dabei Themen wie die Erweiterung des Baumbestandes, die Schaffung von neuen Grünflächen und die Anpassung an die Folgen des Klimawandels.
Straßenbäume und Bürgerbeteiligung: Ein neues Konzept für Pankow
Ein zentraler Punkt war die Erstellung eines umfassenden Straßenbaumkonzepts für Pankow. Inspiriert vom Modell der Stadt Leipzig, das bis 2030 geplant ist, soll das Konzept in Pankow nicht nur die Bestandsweiterentwicklung sichern, sondern auch neue Baumstandorte schaffen. Besonders wichtig ist dabei die Entsiegelung – also die Umgestaltung von befestigten Flächen in grünflächige. Dieses „Zwickauer Modell“ hat sich bereits in anderen Städten bewährt und könnte in Pankow dazu beitragen, den Baumbestand zu verdichten.
Der Bezirk verfügt aktuell über 44.000 Straßenbäume, doch das ist nicht genug, um die Klimaziele zu erreichen. Mit einem neuen Konzept, das Transparenz, Bürgerbeteiligung und langfristige Finanzierungsmodelle vorsieht, will Pankow die Grünflächenentwicklung systematisieren. In Leipzig ist ein umfassender Beteiligungsprozess entstanden, der als Vorbild dienen kann. In Pankow fehlt bislang eine vergleichbare Struktur – das soll sich jetzt ändern.
„Pro Kind ein Baum“: Klimaschutz beginnt bei der Geburt
Ein weiteres Projekt, das im Januar diskutiert wurde, ist das „Pro Kind ein Baum“-Programm. Für jedes in Pankow gemeldete Neugeborene soll ein Baum gepflanzt werden – markiert mit dem Geburtsjahr des Kindes. Die Eltern erhalten Informationen über den Standort der Pflanzung, was eine emotionale Verbindung zwischen den Kindern und der Natur sowie dem Bezirk von Anfang an schaffen soll.
Das Projekt wurde von der Linksfraktion initiiert und soll nicht nur die Klimaschutzmaßnahmen stärken, sondern auch eine langfristige Identifikation mit der lokalen Umwelt fördern. Jeder Baum bindet CO₂ und trägt damit zum Schutz des Klimas bei. Zudem hat das Projekt eine symbolische Bedeutung: Es zeigt, dass Klimaschutz auch im Alltag und in der Kindheit beginnen kann.
Bürgergarten Mühlenkiez: Soziales, Gesundheit und Stadtnatur in einem
Ein weiteres Highlight war der Antrag zur Erschließung des Bürgergartens im Mühlenkiez (Thomas-Mann-Straße). Ziel ist es, eine öffentliche Grünfläche in ein soziales, ökologisches und gesundheitliches Zentrum zu verwandeln. Der Garten soll barrierearmes, gemeinschaftliches Gärtnern ermöglichen und Lebensräume für Wildtiere durch Hecken und Sträucher schaffen.
Die Finanzierung erfolgt über Förderprogramme wie „Natürlicher Klimaschutz in Kommunen“ (NKK) und „Wachstum und Nachhaltige Erneuerung“, die bis zu 90 % der Kosten übernehmen. Zudem wird geprüft, ob das Dach des angrenzenden Pavillons genutzt werden kann, um Regenwasser für den Garten aufzufangen – ein Schritt in Richtung einer „Schwammstadt“ Pankow.
Der Bürgergarten soll nicht nur eine grüne Oase im Stadtzentrum schaffen, sondern auch ein Symbol für Nachhaltigkeit, Gemeinschaft und Klimaanpassung sein. Er ist Teil des Grün- und Freiflächenkonzepts der Region und könnte später sogar mit einem Café oder einer Begegnungsstätte kombiniert werden.
Klimaanpassung und BäumePlus-Gesetz: Pankow im Umsetzungstempo
Im Januar 2026 wurde auch über die Umsetzung des BäumePlus-Gesetzes diskutiert, das als Teil des Berliner Klimaanpassungsgesetzes gilt. Ziel ist es, den Baumbestand aktiv zu erhöhen und gleichzeitig die Transparenz in Baumfällungen und -pflanzungen zu verbessern. Vorgeschlagen wurden Maßnahmen wie ein Moratorium bei Leitungsverlegungen, um bestehende Bäume nicht unnötig zu gefährden, und eine stärkere Bürgerbeteiligung in der Planung und Umsetzung.
Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen hat diese Maßnahmen angeregt und betonte, dass Pankow als finanzschwache Kommune besonders von Drittmitteln profitieren könne. Der Bezirk hat bereits Förderungen wie das „Aktionsprogramm natürlicher Klimaschutz“ genutzt, doch die Mittel müssen strategisch genutzt werden, um langfristige Wirkung zu erzielen.
Ausblick: Pankow als grüner Bezirk der Zukunft
Die Entscheidungen des Januars 2026 zeigen, dass Pankow bereit ist, aktiv auf die Herausforderungen des Klimawandels zu reagieren. Mit einem umfassenden Straßenbaumkonzept, einem neuen Anreizprogramm für Neugeborene, einem Bürgergarten im Mühlenkiez und der Umsetzung des BäumePlus-Gesetzes hat der Bezirk einen klaren Kurs gesetzt: Klimaschutz durch Grünflächen, Bürgerbeteiligung und Innovation.
Die nächsten Schritte liegen nun bei der Umsetzung. Wichtig ist, dass die geplanten Maßnahmen nicht nur auf dem Papier bleiben, sondern tatsächlich in die Praxis umgesetzt werden. Die Einwohner:innen sind dabei nicht nur Zuschauer:innen, sondern auch Mitgestalter:innen – eine Rolle, die Pankow in den kommenden Jahren noch stärker betonen wird.
Quellen
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