Pankow setzt auf grüne Strategien – Klimaschutzpolitik im März 2026 im Fokus
Im März 2026 hat der Bezirk Pankow in Berlin mit einer Vielzahl von Maßnahmen gezeigt, wie Klimaschutz und grüne Infrastruktur im städtischen Raum vernetzt werden können. Von der Pflanzung von Bäumen für jedes Kind bis zur Umgestaltung von Mittelstreifen – die Klimapolitik im Bezirk ist geprägt von Innovation und Kooperation.
Pankow als Modell für klimafreundliche Stadtentwicklung
Im März 2026 hat der Bezirk Pankow in Berlin mit einer Vielzahl von Maßnahmen gezeigt, wie Klimaschutz und grüne Infrastruktur im städtischen Raum vernetzt werden können. Der Ausschuss für Klimaschutz, Grünanlagen, Spielplätze, Umwelt und Natur trat am 19. März 2026 zusammen und beschloss mehrere wegweisende Projekte. Diese Entscheidungen spiegeln nicht nur die Prioritäten des Bezirks im Klimaschutz wider, sondern auch die strategische Nutzung von Fördermitteln und die Einbindung der Bevölkerung in klimafreundliche Initiativen.
Bäume für jedes Kind – Ein Symbol für Klimaschutz und Nachhaltigkeit
Ein zentrales Projekt des Monats war der einstimmig beschlossene Antrag „Pro Kind ein Baum – Jahrgangspflanzungen mit den Berliner Forsten“ (Drucksache IX-0816). Danach wird für jedes in Pankow gemeldete Kind ein Baum von den Berliner Forsten gepflanzt. Die Bäume sind mit dem Geburtsjahr der Kinder markiert, und die Eltern erhalten Informationen über die genauen Standorte.
Dieser Ansatz verbindet Klimaschutz mit sozialer Verantwortung. Die Bäume binden CO2, tragen zur Verbesserung der Luftqualität bei und schaffen zudem eine emotionale Verbindung zwischen den Kindern und der Natur. Die Initiative wurde von der Linksfraktion eingebracht und nach mehreren Vertagungen schließlich im Ausschuss durchgesetzt.
Ebenfalls einstimmig verabschiedet wurde der Antrag „Bäume für Pankow – Förderungen für öffentliche Flächen nutzen“ (Drucksache IX-1225), der darauf abzielt, Fördermittel wie das „Aktionsprogramm natürlicher Klimaschutz“ (NKK 444) zu nutzen. Pankow profitiert als finanzschwache Kommune von einem Fördersatz von 90 %. Die Mittel sind unter anderem für den Schlosspark Schönhausen vorgesehen, wo aktuell keine eigenen finanziellen Ressourcen für Bäume zur Verfügung stehen.
Hitzeresiliente Stadtentwicklung durch blau-grüne Infrastruktur
Ein weiteres Highlight des Monats war der einstimmig beschlossene Antrag zur hitzeresilienten Stadtentwicklung durch blau-grüne Infrastruktur (Drucksache IX-1334). Das Konzept zielt darauf ab, die Stadt widerstandsfähiger gegen Hitzewellen zu machen, indem Regenwassermanagement und Begrünung in den Fokus gestellt werden.
Die Bezirksverordneten forderten die Entwicklung einer Regelung für Sondernutzungen in den Bereichen Niederschlagswassermanagement und Begrünung. Gleichzeitig wurde angestrebt, bei bestimmten Anträgen auf zusätzliche Sondernutzungsgebühren zu verzichten, um die Umsetzung solcher Maßnahmen zu erleichtern.
Die Initiative ist Teil des „Hitzeaktionsplans“ und des „Klimaschutzkonzepts“ des Bezirks. Ziel ist es, die Potenziale natürbasierte Lösungen auszuschöpfen, um Städte klimaresilienter zu gestalten. Die Regelung soll in den Klimaanpassungsplan eingearbeitet und auf der Internetpräsenz des Bezirksamtes beworben werden. Rechtliche Anpassungen sind vorgesehen, um das „Schwammstadt“-Konzept, das in anderen Bezirken bereits etabliert ist, auch in Pankow umsetzbar zu machen.
Ökologische Aufwertung des Mittelstreifens in der Grellstraße
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Begrünung des Mittelstreifens in der Grellstraße zwischen Greifswalder Straße und Hosemannstraße (Drucksache IX-1356). Der Antrag wurde von Bündnis 90/Die Grünen eingebracht und einstimmig verabschiedet. Vorgeschlagen wurden Maßnahmen wie die Aussaat insektenfreundlicher Blumen wie Rotklee, das Aufbringen von Mutterboden und die Prüfung von Standorten für ökologische Hinweisschilder.
Diese Maßnahme ist ein Beispiel dafür, wie kleinräumige Veränderungen in der Stadtentwicklung große ökologische Effekte haben können. Der Mittelstreifen wird nicht nur optisch aufgewertet, sondern auch als Lebensraum für Insekten und als Kühlungseffekt bei Hitze genutzt. Die Umsetzung ist in Zusammenarbeit mit den Berliner Forsten geplant, und das Projekt wird in den Ausschuss für Mobilität und öffentliche Ordnung weitergeleitet.
Ausblick und zukünftige Herausforderungen
Die Entscheidungen aus März 2026 zeigen, dass Pankow bereit ist, innovative Wege im Klimaschutz zu gehen. Die Kombination aus symbolischen Aktionen wie dem „Pro Kind ein Baum“-Programm, der Nutzung von Fördermitteln und der Umsetzung konkreter städtebaulicher Maßnahmen wie der Begrünung von Mittelstreifen unterstreicht die strategische Ausrichtung der Klimapolitik.
Dennoch bleiben Herausforderungen. Die Umsetzung der beschlossenen Maßnahmen setzt voraus, dass die Bezirksverwaltung die nötigen Ressourcen bereitstellt und Kooperationen mit externen Partnern wie den Berliner Forsten aufrechterhält. Zudem muss sichergestellt werden, dass die Projekte nicht nur beschlossen, sondern auch nachhaltig umgesetzt werden – von der Planung bis zur Pflege der Bäume und Pflanzen.
Quellen
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