Lichtenberg setzt auf mehr Sicherheit, Verkehrsfluss und Radverkehr im Januar 2026
Im Januar 2026 hat Lichtenberg entscheidende Maßnahmen im Bereich Mobilität und Verkehr beschlossen. Der Fokus lag auf der Sicherheit für Radfahrer:innen, Fußgänger:innen und Schulkinder, der Umsetzung neuer Verkehrsprojekte sowie der Digitalisierung der Verkehrssteuerung. Der Bezirk zeigt sich dabei praxisnah, kooperativ und mit klarem Blick auf die Zukunft.
Mobilität in Lichtenberg: Sicherheit, Nachhaltigkeit und digitale Innovation
Im Januar 2026 setzte der Bezirk Lichtenberg in Berlin einen klaren Kurs für ein nachhaltiges, sicheres und effizientes Verkehrssystem. Die Bezirksverordnetenversammlung und zugehörige Ausschüsse beschlossen eine Vielzahl von Maßnahmen, die sich sowohl auf lokale Bedürfnisse als auch auf überregionale Entwicklungen auswirken. Im Fokus standen dabei insbesondere die Verbesserung der Verkehrssicherheit, die Stärkung des Radverkehrs und die Einführung digitaler Lösungen für den Verkehrsfluss.
Sicherheit für Radfahrer:innen und Fußgänger:innen verbessern
Die Hohenschönhauser Straße war im Januar ein zentrales Thema. Der Antrag der Fraktion Die Linke auf einen markierten Radschutzstreifen in beide Richtungen zwischen Weißenseer Weg und Landsberger Allee wurde beschlossen. Begründet wurde dies mit der gefährlichen Verkehrssituation aufgrund von engen Fahrstreifen, parkenden Fahrzeugen und mangelhaften Gehwegen. Die Einrichtung des Schutzstreifens ist ein entscheidender Schritt, um Radfahrer:innen zu entlasten und die Verkehrssicherheit in einem stark frequentierten Bereich zu verbessern.
Zudem wurde Tempo 30 an mehreren Fußgängerüberwegen (FGÜ) in Lichtenberg eingeführt. Betroffen sind unter anderem die Egon-Erwin-Kisch-Str., Gensinger Straße und Storkower Straße. Die SPD-Fraktion argumentierte hierbei mit der Notwendigkeit von Schulwegsicherung, Zugang zu sozialen Einrichtungen und Unfallverhütung – letzteres vor dem Hintergrund eines tödlichen Unfalls im August 2025. Die Novellierung der Straßenverkehrsordnung (StVO) ermöglichte Tempo 30 an FGÜ ohne Nachweis von Unfallschwerpunkten, was die Umsetzung beschleunigte.
Neue Verkehrskonzepte: Expressbuslinie und Radbahn U5
Ein weiterer Fokus lag auf der Verbesserung der Verbindung zwischen den Bezirksortsteilen. Der Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen auf eine Express-Buslinie (X-Buslinie) zwischen Neu-Hohenschönhausen und Berlin-Buch wurde beschlossen. Ziel ist es, die Verkehrsverbindungen zu optimieren und den öffentlichen Nahverkehr attraktiver zu machen, insbesondere bis zur Fertigstellung der S-Bahn-Verlängerung zum Karower Kreuz (2030). Die Linie soll als kostengünstige Alternative zur bestehenden Buslinie 893 dienen, die aktuell einen Umweg über Brandenburg benötigt und ein C-Ticket erfordert.
Darüber hinaus wurde der Antrag auf Unterstützung der Radbahn U5 durch das Bezirksamt Lichtenberg und Marzahn-Hellersdorf beschlossen. Die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt (SenMVKU) soll finanziell und personell unterstützt werden. Lichtenberg alleine ist nicht in der Lage, die überbezirkliche Radbahn-Umsetzung zu stemmen, was die Notwendigkeit einer Kooperation unterstreicht. Die Radbahn U5 wird als zukunftsweisende Verbindung zwischen den beiden Bezirken gesehen.
Digitale Verkehrssteuerung: Google Green Light als Pilotprojekt
Mit dem Projekt „Google Green Light“ setzt Lichtenberg auf Innovation. Der Bezirk soll als Pilotbezirk für die KI-gestützte Optimierung der Ampelschaltungen dienen. Ziel ist es, den Verkehrsfluss an stark frequentierten Hauptverkehrsstraßen wie der Landsberger Allee oder Frankfurter Allee zu verbessern, ohne bauliche Maßnahmen oder neue Hardware zu benötigen. In Hamburg zeigten vergleichbare Projekte bereits Erfolge: Wartezeiten wurden um bis zu 30 % reduziert und CO₂-Emissionen um 10 %. Lichtenberg profitiert zudem davon, dass die Vorrangschaltung für den ÖPNV, insbesondere Straßenbahnen, durch die Optimierung nicht beeinträchtigt wird.
Vorausschauende Planung: Schulwegpläne und Verkehrssicherheit
Im Bereich Bildung und Mobilität setzte Lichtenberg auf vorausschauende Maßnahmen. Der Ausschuss für Schule und Sport beschloss, für Grundschulkinder an ausgelagerten Schulstandorten rechtzeitig vor einem Umzug Schulwegpläne bereitzustellen. Dies stärkt die Orientierung der Schüler:innen, entlastet Eltern und ermöglicht eine bessere Planung von Sicherheitsmaßnahmen. Zudem wurde ein Prüfauftrag zur Einrichtung von „Winterspielplätzen“ in Turnhallen verabschiedet, um Bewegungsangebote in der kalten Jahreszeit zu schaffen.
Ausblick: Nachhaltigkeit und Kooperation als Schlüssel
Lichtenberg zeigt sich im Januar 2026 als Bezirk, der sowohl auf lokale Sicherheitsbedürfnisse als auch auf zukunftsweisende Verkehrskonzepte reagiert. Die Entscheidungen spiegeln einen klaren Fokus auf Nachhaltigkeit, Sicherheit und Innovation wider. Die Umsetzung der beschlossenen Maßnahmen wird in den nächsten Monaten entscheidend sein, um die Mobilität im Bezirk nachhaltig zu verbessern und die Lebensqualität der Bürger:innen zu steigern.
Quellen
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