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Mobilität in Regensburg: Neue Wege in der Verkehrspolitik

Mobilität in Regensburg: Neue Wege in der Verkehrspolitik

Im Januar 2026 hat Regensburg wichtige Entscheidungen in der Mobilitätsplanung getroffen – von barrierefreien Verbindungen bis hin zu besseren Winterdienstmaßnahmen. Ein Überblick über die zentralen Themen und ihre Auswirkungen.

Mobilität in Regensburg: Neue Wege in der Verkehrspolitik

Im Januar 2026 hat die Stadt Regensburg bedeutende Schritte in der Verkehrspolitik gesetzt. Der Fokus lag dabei auf der Verbesserung der Barrierefreiheit, der Erweiterung des Öffentlichen Nahverkehrs (ÖPNV) und der Sicherheit im Winter. Diese Maßnahmen sind Teil einer langfristigen Strategie, um die Mobilität in der Stadt nachhaltiger und für alle Bevölkerungsgruppen zugänglicher zu gestalten.

Neue Bahnhaltestelle: Verlagerung vom Auto auf den ÖPNV

Eine der zentralen Entscheidungen betraf die Realisierung des Bahnhaltepunktes „Walhallastraße“. Dieser neue Haltepunkt soll Pendlerverkehre vom motorisierten Individualverkehr auf den ÖPNV verlagern und so den Verkehrsfluss in der Innenstadt entlasten. Die Haltestelle ist barrierefrei gestaltet: Der westliche Bahnsteig wird über eine Rampenanlage mit 2,40 m Nutzbreite und eine Treppenanlage erschlossen, der östliche Bahnsteig über eine 5,0 m breite Personenunterführung mit Fahrstuhl.

Die Verwaltung hat den Auftrag, den Realisierungs- und Finanzierungsvertrag mit der DB InfraGO AG abzuschließen. Die Kostenbelastung für die Stadt beträgt rund 8,3 Millionen Euro, wobei Förderung durch das kommunale Sonderbaulastprogramm vorgesehen ist. Der Baubeginn ist für das erste Quartal 2027 geplant, die Inbetriebnahme für Dezember 2027, die Gesamtfertigstellung für Dezember 2028.

Pilotversuch: Besserer Winterdienst auf Radwegen

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Sicherheit im Winter. Die Stadt hat einen Pilotversuch für „verbesserten Winterdienst auf Radwegen“ beschlossen, der auf der zentralen Radroute rr05 durchgeführt wird. Diese Route verbindet Regensburg von West nach Ost und ist für Radfahrer von großer Bedeutung. Im Pilotversuch wird die Räumung der Strecke bis 07:00 Uhr an Werktagen und bis 08:00 Uhr an Sonn- und Feiertagen angestrebt. Dazu sind zusätzliche Ressourcen erforderlich: ein Großräum- und ein Kleinkommunalfahrzeug sowie vier zusätzliche Mitarbeiter.

Die Kosten für den Pilotversuch werden zwischen 25.000 und 30.000 Euro pro Monat geschätzt. Sollte der Pilotversuch erfolgreich sein, könnte ein dauerhafter Ausbau des Winterdienstes auf Radwegen folgen, was höhere Investitionen und Personalbedarf bedeuten würde.

Barrierefreiheit: Von Kohlenmarkt zum Haidplatz

Ein weiteres Projekt, das im Januar beschlossen wurde, betrifft die barrierefreie Verbindung zwischen Kohlenmarkt und Haidplatz. Ziel ist es, den Zugang für Menschen mit Behinderungen sowie für Eltern mit Kinderwagen deutlich zu verbessern. Das Tiefbauamt ist federführend und wird ein Konzept erarbeiten, das spätestens bis zur nächsten Sitzung des Ausschusses vorgelegt werden soll.

E-Scooter-Infrastruktur: Ausbau der Mobilitätsangebote

Der Antrag der Stadtratsfraktion Brücke zur E-Scooter-Infrastruktur wurde einstimmig angenommen. Er beinhaltet eine Evaluierung der bestehenden Infrastruktur sowie Vorschläge für eine Ausweitung der Abstell- und Ladeinfrastruktur. Der Bericht, der im Ausschuss vorgestellt wurde, betont die Bedeutung von Elektro-Scootern als emissionsfreies und flexibles Verkehrsmittel, insbesondere im letzten Kilometer. Zudem wurden Vorschläge zur Sicherheit und zur Integration in das Gesamtsystem der städtischen Mobilität diskutiert.

Ausblick: Eine Stadt im Wandel

Die Entscheidungen des Januars 2026 zeigen, wie Regensburg aktiv an der Gestaltung einer nachhaltigen und inklusiven Verkehrspolitik arbeitet. Die Kombination aus besseren Winterdienstleistungen, barrierefreien Verbindungen, erweitertem ÖPNV und modernen Mobilitätsangeboten wie E-Scootern unterstreicht den Anspruch, die Stadt für alle Bewohner zugänglicher und lebenswerter zu machen. Diese Maßnahmen sind nicht nur technisch aufwendig, sondern auch finanziell herausfordernd – und doch scheint der politische Wille vorhanden zu sein, sie umzusetzen.

Quellen

Sitzung

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