Landshut im Fokus: Veränderungen in der Stadtentwicklung und im Bauen im Februar 2026
Im Februar 2026 hat Landshut mehrere zentrale Entscheidungen im Bereich Stadtentwicklung und Bauen getroffen, die die Zukunft der Stadt prägen werden. Vom Regierungsplatz über die ehemalige Martinsschule bis hin zur Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen – wir zeigen, welche Projekte beschlossen wurden und welche Hintergründe dahinterstecken.
Stadtentwicklung im Fokus: Was Landshut im Februar 2026 entschieden hat
Die Stadt Landshut hat sich im Februar 2026 intensiv mit der Zukunft ihrer städtischen Struktur beschäftigt. In der Sitzung der Bausenat wurden mehrere Bebauungspläne, Baumaßnahmen und Klimaschutzprojekte beraten und teilweise beschlossen. Die Entscheidungen zeigen, wie die Stadt auf die Herausforderungen des städtischen Wachstums, der Nachhaltigkeit und der baulichen Modernisierung reagiert.
Bebauungsplanerstellung und Planungsvorhaben – Struktur für die Zukunft
Eine der zentralen Themen der Sitzung war die Erstellung und Aufstellung von Bebauungsplänen. Der Bebauungsplan 06-14 „Untere Auenstraße“ wurde grundsätzlich genehmigt. Damit wird ein Bereich im Stadtteil Schönbrunn für Abfallverwertungs- und Lagerflächen vorgesehen, einschließlich einer Bauschuttsortieranlage. Insgesamt wird die Fläche in vier Sondergebiete unterteilt, die jeweils der Abfallwirtschaft dienen sollen.
Ein weiteres Vorhaben war der Bebauungsplan 05-78 „Zwischen Pulverturmstraße und Schwarzem Weg“, der im beschleunigten Verfahren nach § 13a BauGB aufgestellt wird. Ziel ist eine umgebungsangepasste Wohnbebauung im nördlichen Bereich. Der südliche Teil des Planungsgebiets liegt dagegen im Außenbereich und ist daher nicht für Wohnzwecke geeignet.
Zusätzlich wurde eine Baubefreiung nach § 31 Abs. 3 BauGB (Bauturbo) für die Marienburgerstraße 9 erteilt. Dieses Instrument beschleunigt die Bauprozesse, ohne dass die übliche Planungspflicht besteht.
Umgestaltung des Regierungsplatzes – mehr Aufenthaltsqualität und Klimaanpassung
Die Umgestaltung des Regierungsplatzes ist ein weiteres zentrales Projekt, das im Februar 2026 beschlossen wurde. Ziel ist es, den Platz barrierefrei und multifunktional zu gestalten, um ihn für Märkte, Veranstaltungen und tägliche Aufenthalte attraktiver zu machen.
Die Maßnahmen umfassen Baumpflanzungen, Entsiegelung, Grünstrukturen und eine Verlegung der Bushaltestelle. Die Parkraumplanung wurde angepasst: Die Parkgebühr steigt auf 2 Euro für zwei Stunden, und es wird geprüft, ob Ausbaualternativen für die Parkfläche sinnvoll sind.
Finanziell ist die Umgestaltung mit 1,2 Millionen Euro für die Jahre 2026 bis 2028 geplant. Weitere Mittel, unter anderem aus der Erzdiözese und Klimaförderungen, sollen ab 2027 hinzukommen. Die Realisierung ist für das zweite Halbjahr 2027 angedacht, gefolgt von Sanierungsarbeiten am Regierungsgebäude ab 2029.
Ehemalige Martinsschule wird zum „Haus der Heimat“
Die ehemalige Martinsschule wird neu gestaltet und in das „Haus der Heimat“ umfunktioniert. Im ersten Bauabschnitt sind die barrierefreie Erschließung, die Sanierung der Sanitärbereiche und der Dachgeschossausbau vorgesehen. Die Finanzierung erfolgt durch Fördermittel aus der CSU-Fraktionsreserve, dem Sozialministerium und der Städtebauförderung, wobei bis zu 90 % gefördert werden können.
Nutzungsschwerpunkte sind das Erdgeschoss und das erste Obergeschoss für Vereine und Büros, während das Dachgeschoss dem „Haus der Heimat“ vorbehalten bleibt. Dieses Projekt ist ein Beispiel für die städtische Kombination aus sozialem Engagement und kultureller Nutzung.
Klimaschutz und Nachhaltigkeit – mehr als nur ein Lippenbekenntnis
Die Klimaanpassung ist ein zentrales Thema in den städtischen Planungen. Der Regierungsplatz ist Teil der Handlungspriorität 2 des Klimaanpassungskonzepts und wird durch Baumpflanzungen, Entsiegelung und Verschattungsmaßnahmen angepasst. Zudem wurden im Bereich der „Unteren Auenstraße“ Artenschutzmaßnahmen für Orchideen, Reptilien und Fledermäuse geprüft.
Umweltberichte und Stellungnahmen zu Wasserrecht, Immissionsschutz, Bodenschutz und Naturschutz wurden ebenfalls berücksichtigt. Die Stadt zeigt hier, dass sie nicht nur baut, sondern auch nachhaltig plant.
Prozesse und Hintergründe – wie Entscheidungen zustande kommen
Die Zuständigkeit für die Planung liegt beim Amt für Stadtentwicklung und Stadtplanung. In die Entscheidungsfindung wurden Fachstellen wie das Tiefbauamt, die Stadtwerke und der Gestaltungsbeirat einbezogen. Die Öffentlichkeitsbeteiligung nach § 3 BauGB war ein fester Bestandteil des Verfahrens.
Es wird kritisch angemahnt, dass zukünftige Bauleitplanverfahren im Stadtrat statt in der Bausenat entschieden werden sollten. Zudem bestehen rechtliche Bedenken hinsichtlich der Sieben-Jahres-Frist nach § 42 BauGB und der Gefahr einer „Negativplanung“, bei der das Ziel in der Verhinderung von Nutzung liegt.
Fazit: Landshut baut und plant für die Zukunft
Die Entscheidungen des Februars 2026 zeigen, dass Landshut aktiv auf die Herausforderungen der Zukunft reagiert. Die Stadt investiert in Klimaschutz, erneuert zentrale Plätze und schafft neue Nutzungsmöglichkeiten durch sorgfältige Bauplanung. Gleichzeitig wird deutlich, dass Prozesse und rechtliche Aspekte in der Stadtentwicklung eine zentrale Rolle spielen. Die nächsten Monate werden zeigen, wie sich diese Planungen in der Praxis umsetzen lassen – und welche Auswirkungen sie auf das städtische Leben haben werden.
Quellen
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