Monatlich 3 Min. Lesezeit

Mobilitätsentwicklung in Kirchheim: Fokus auf den Umbau des Rad- und Gehwegs im Moosweg Nord

📍 Kirchheim · Bayern
Mobilitätsentwicklung in Kirchheim: Fokus auf den Umbau des Rad- und Gehwegs im Moosweg Nord

Im März 2026 stand in Kirchheim bei München der Umbau des Rad- und Gehwegs im Heimstettener Moosweg Nord im Fokus. Die Gemeinde verfolgt dabei konkrete Ziele zur Verbesserung der Infrastruktur – doch auch Kritik und technische Herausforderungen prägen die Diskussion. Ein Analysebericht.

Umbau des Moosweg Nord: Ein Schritt in Richtung nachhaltige Mobilität

In der Gemeinde Kirchheim bei München hat der Umbau des Rad- und Gehwegs im Heimstettener Moosweg Nord in den letzten Wochen eine zentrale Rolle gespielt. Die Maßnahme ist Teil der langfristigen Strategie, die Mobilität im Stadtgebiet zu verbessern und gleichzeitig den Umweltaspekt sowie die Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer zu erhöhen. Der Moosweg Nord, eine zentrale Verbindung im südlichen Stadtteil, wird in den kommenden Monaten umfassend saniert und neu gestaltet.

Planung und technische Herausforderungen

Der Umbau beinhaltet nicht nur die Sanierung der bestehenden Wege, sondern auch eine umfassende Neuprofilierung der Flächen, die Anpassung an Höhenunterschiede und die Einrichtung eines Sicherheitstrennstreifens zwischen Rad- und Gehweg. Nach den Planunterlagen ist ein Regelquerschnitt von 2,50 m für den gemeinsamen Geh- und Radweg vorgesehen, flankiert von einem Sicherheitstrennstreifen von 0,50 m Breite. Diese Maßnahmen sollen die Sicherheit erhöhen und den Komfort für Radfahrer und Fußgänger verbessern.

Zur Entwässerung sind Straßensinkkästen und Sickerschächte vorgesehen, die in das bestehende System eingebunden werden. Die Asphaltdecke wird erneuert, und die Frostschutzschicht wird neu profiliert. Die geplante Querneigung beträgt 2,5 %, was für eine ausreichende Drainage sorgen soll.

Ein weiteres wichtiges Element der Planung ist die Einbindung des Blindenleitsystems, das die Barrierefreiheit sicherstellen soll. Die Planer haben zudem auf die Einhaltung der geltenden Normen (RStO 12, DIN 18040-3) Wert gelegt. Dennoch wurden in den Stellungnahmen mehrere Punkte kritisch geprüft.

Kritik und Vorschläge zur Optimierung

Die Polizeiinspektion 27 (Haar) und andere Beteiligte haben in ihren Stellungnahmen Bedenken geäußert, insbesondere hinsichtlich der Sicherheit. So wurde die Breite des Sicherheitstrennstreifens (50 cm) als zu gering angesehen; die Empfehlung lautete, diesen auf mindestens 75 cm zu erweitern. Auch die Höhendifferenz zwischen Rad- und Gehweg (3 cm) wurde als potenziell sturzgefährdend kritisiert. Die Empfehlung lautete, einen taktilen und optisch kontrastierenden Begrenzungsstreifen einzubauen.

Ein weiterer Kritikpunkt betraf die Querungstelle über die Rupprechtstraße. Hier wurde aufgrund von Höhenunterschieden und Böschungen eine eingeschränkte Sichtbarkeit kritisiert. Die Polizeiinspektion empfahl, die Radwegführung so anzupassen, dass eine bessere Sicht für alle Verkehrsteilnehmer gewährleistet wird.

Auch die Breite der Brücke über die ST2082 wurde als unzureichend angesehen. Ein gemeinsamer Rad- und Fußweg für beide Richtungen wurde als notwendig angesehen. Zudem wurde vorgeschlagen, einen Fachplaner für Radverkehr hinzuzuziehen, um die Planung weiter zu optimieren.

Förderung und Finanzierung

Die Maßnahme wird im Rahmen des Bayerischen Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes (BayGVFG) gefördert. Die Gesamtkosten der Baumaßnahme belaufen sich auf 420.000 Euro, wovon 390.000 Euro förderfähig sind. Die Regierung von Oberbayern hat eine Förderung von bis zu 285.000 Euro bewilligt, was einem Fördersatz von 73 % entspricht.

Die Finanzierung der Projektrestsumme erfolgt aus kommunalen Mitteln. Die Förderung ist jedoch an gewisse Konditionen gebunden. So muss der Baubeginn im Jahr 2026 erfolgen, andernfalls verliert die Zustimmung zur Förderung ihre Gültigkeit. Zudem ist ein vereinfachter Verwendungsnachweis nach RZStra erforderlich, um die Förderung in Anspruch zu nehmen.

Ausblick und Bedeutung für die Mobilität in Kirchheim

Die Sanierung des Moosweg Nord ist ein weiterer Meilenstein in Kirchheims Bemühungen, die Infrastruktur für nachhaltige Mobilität zu verbessern. Die Maßnahme ist nicht nur für die Sicherheit, sondern auch für die Attraktivität der Rad- und Fußverkehrswege von Bedeutung.

Mit der Umsetzung des Projekts wird Kirchheim auch in der Region als Vorreiter in Sachen nachhaltiger Verkehrspolitik wahrgenommen. Die Kritikpunkte aus den Stellungnahmen zeigen jedoch, dass bei solchen Projekten auch in kleineren Städten eine intensive Planung und kooperative Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden notwendig ist, um langfristig sinnvolle und sichere Lösungen zu schaffen.

Fazit

Der Umbau des Moosweg Nord ist ein Beispiel dafür, wie Mobilitätsentwicklung in kommunalen Räumen vorangetrieben werden kann. Die Projektplanung spiegelt die Herausforderungen wider, die bei der Umsetzung solcher Maßnahmen auftreten können – von technischen Details bis hin zu finanziellen und rechtlichen Aspekten. Dennoch ist die geplante Sanierung ein Schritt in die richtige Richtung, um Kirchheim für die Zukunft fit zu machen.

Quellen

Sitzung

Weitere Beiträge aus Kirchheim

Bauplanung und Stadtentwicklung in Kirchheim: März 2026 im Fokus
📍 Kirchheim

Bauplanung und Stadtentwicklung in Kirchheim: März 2026 im Fokus

Im März 2026 standen in Kirchheim zahlreiche Bauplanungs- und Stadtentwicklungsprojekte im Mittelpunkt. Vom Mehrgenerationenhaus bis zur Sanierung von Straßenflächen zeichnet sich ein breites Spektrum an baulichen und infrastrukturellen Entwicklungen ab. Dieser Blogartikel blickt detailliert auf die wichtigsten Entscheidungen, Hintergründe und Auswirkungen.

Weiterlesen

Früher wissen. Früher handeln.

Erhalten Sie automatisch Alerts zu relevanten kommunalen Projekten – bevor Ihre Mitbewerber davon erfahren.

Jetzt kostenlos testen