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Klimaschutz in Ingolstadt: Photovoltaik, Mieterstrom und der Kampf um das Klimaziel 2035

Environment and Climate 📍 Ingolstadt · Bayern
Klimaschutz in Ingolstadt: Photovoltaik, Mieterstrom und der Kampf um das Klimaziel 2035

Im April 2026 setzte sich der Klimabeirat Ingolstadt intensiv mit der Wärmetransformation, Mieterstromprojekten und der Haltung zum Klimaziel 2035 auseinander. Der Ausbau der Photovoltaik und die Einbeziehung der Bürgerinnen und Bürger in die Energieversorgung sind zentrale Säulen der Klimapolitik der Stadt.

Klimaschutz in Ingolstadt: Photovoltaik, Mieterstrom und der Kampf um das Klimaziel 2035

Im April 2026 standen in Ingolstadt die klimapolitischen Entwicklungen im Vordergrund. Der Klimabeirat tagte mehrfach, um Fortschritte in der Wärmetransformation, die Umsetzung großer Photovoltaik-Projekte und die Haltung zur Verschiebung des Klimaziels zu besprechen. Die Stadt setzt dabei verstärkt auf Mieterstrommodelle, Bürgerbeteiligung und die Nutzung städtischer Dachflächen für Erneuerbare Energien.

Fortschritte in der Wärmetransformation und Photovoltaik

Im April 2026 war der Klimabeirat mit der Analyse der Wärmetransformation beschäftigt – ein zentraler Punkt auf dem Weg zur Klimaneutralität. In diesem Zusammenhang kamen auch konkrete Zahlen zu bereits umgesetzten Projekten zur Sprache. Die PV-Anlage an der Schule Auf der Schanz, seit Oktober 2025 in Betrieb, hat bereits 25.470 kWh Strom erzeugt. Im Jahr 2026 allein wurden 17.610 kWh produziert, wobei der 8. April mit 475 kWh zum besten Tag der Stromerzeugung wurde. Diese Projekte zeigen, wie schnell und effektiv lokale Klimaschutzmaßnahmen umgesetzt werden können.

Zudem wurden Pläne für weitere PV-Anlagen auf städtischen Dachflächen präsentiert: drei Schulen, eine Freiwillige Feuerwehr, eine Kita und eine Sporthalle/Schule sollen bis Ende 2026 mit Photovoltaik-Anlagen ausgestattet werden. Das geplante Gesamtprojekt umfasst 450 kWp Leistung. Die Finanzierung erfolgt über Eigenkapital und Nachrangdarlehen – ein Modell, das auch für zukünftige Projekte Vorbildcharakter hat.

Mieterstrom: Bürgerbeteiligung als Schlüssel

Ein weiterer Schwerpunkt der April-Sitzungen war das Mieterstromprojekt im Prinzenviertel. Es ist Teil der Initiative der Bürgerenergiegenossenschaft BEG-IN, die in Kooperation mit der GWG Ingolstadt umgesetzt wird. Ziel ist es, Strom direkt vor Ort zu erzeugen und einen großen Teil davon direkt zu verbrauchen. Die Mieter profitieren dabei von einem günstigen Stromtarif, der etwa 20 % unter dem regulären Grundversorgungstarif liegt.

Für Mieter mit einer jährlichen Stromverbrauch von 2.250 kWh bedeutet das eine Einsparung von rund 185 Euro pro Jahr. Der Mieterstromtarif setzt sich aus einer Grundgebühr von 14 Euro pro Monat und einem Arbeitspreis von 0,26 Euro pro kWh zusammen. Die Anbindung an die PV-Anlage mit 275 kWp und bis zu 110 kWh Batteriespeicher soll im Sommer 2026 erfolgen.

Die Finanzierung des Projekts erfolgt dabei zu 10 % über Eigenkapital und zu 90 % über Nachrangdarlehen. Für Mitglieder der BEG-IN sind drei Beteiligungsmodelle möglich: Nachrangdarlehen mit Laufzeiten von 5, 10 oder 20 Jahren und Zinssätzen zwischen 2 % und 4 %. Ab dem 11. Jahr erfolgt eine jährliche Tilgung von 10 % der investierten Summe.

Klimaziel 2035: Widerstand gegen politisch motivierte Anträge

Ein weiterer entscheidender Punkt in der April-Diskussion war die Haltung zum Klimaziel 2035. Der Stadtrat hatte 2022 mit großer Mehrheit beschlossen, die Treibhausgasemissionen bis 2035 um mindestens 90 % gegenüber 2019 zu reduzieren. Zwischen 2019 und 2023 konnten bereits 18 % gesenkt werden, was unter anderem auf den Ausbau von PV, Wärmepumpen, Fernwärme und Ladeinfrastruktur zurückzuführen ist.

Trotz dieser Fortschritte gab es im April 2026 Diskussionen um Anträge, das Klimaziel auf 2045 zu verschieben – insbesondere von der AfD, JU/FDP und Freie Wähler. Der Klimabeirat kritisierte solche Anträge als politisch motiviert und nicht zukunftsfähig. Eine Verzögerung des Klimaziels würde nicht nur die Kosten erhöhen, sondern auch zu gesellschaftlicher Ermüdung führen. Klimaschutz wird in Ingolstadt nicht als Symbolpolitik betrachtet, sondern als konkrete Handlungspriorität mit messbaren Vorteilen.

Ausblick: Klimaschutz als Wirtschafts- und Gesundheitsfaktor

Die Stadt Ingolstadt betont in diesem Zusammenhang, dass Klimaschutz nicht nur ökologisch, sondern auch wirtschaftlich sinnvoll ist. Investitionen in erneuerbare Energien, Energieeffizienz und nachhaltige Mobilität schaffen neue Arbeitsplätze und stärken die regionale Wertschöpfung. Zudem verbessert Klimaschutz die Gesundheit der Bevölkerung durch weniger Luftschadstoffe und geringere Lärmbelastung.

Der Klimabeirat plant in den kommenden Monaten weitere Sitzungen, darunter die konstituierende Sitzung im November 2026. Bis Ende 2026 sollen zudem alle geplanten PV-Projekte umgesetzt werden, um die Klimaneutralität bis 2035 weiter voranzutreiben.

Quellen

Sitzung

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