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Fürth setzt auf Prävention, Frühförderung und Jugendbeteiligung – Jugendpolitik im Fokus im Februar 2026

Fürth setzt auf Prävention, Frühförderung und Jugendbeteiligung – Jugendpolitik im Fokus im Februar 2026

Im Februar 2026 setzte Fürth wichtige Impulse in der Jugendpolitik: von der Weiterbildung pädagogischer Fachkräfte bis zur Stärkung der Frühförderung. Der Jugendhilfeausschuss beschloss Maßnahmen zur Gewaltprävention, zur Ausweitung der Betreuungsangebote und zur Förderung jugendlicher Initiativen.

Fürths Jugendpolitik: Prävention, Qualifizierung und Beteiligung im Vordergrund

Im Februar 2026 hat der Jugendhilfeausschuss Fürths mehrere wegweisende Entscheidungen getroffen, die den Fokus auf Prävention, Qualifizierung und Jugendbeteiligung legen. In einer intensiven Sitzung am 4. Februar wurden Themen wie Frühförderung, Schutzkonzepte und die Ausweitung der Kindertagesbetreuung diskutiert und beschlossen. Die Maßnahmen zeigen, wie die Stadt auf Herausforderungen wie Fachkräftemangel, soziale Ungleichheit und psychische Belastungen reagiert.

Prävention von Gewalt in der Jugendarbeit

Eines der zentralen Themen war die Erarbeitung eines neuen Schutzkonzepts für die Offene Kinder- und Jugendarbeit. Ziel ist es, Gewalt – vor allem sexuelle Gewalt – in der Jugendarbeit proaktiv zu verhindern. Das Konzept umfasst drei Bereiche: Gefährdung durch Mitarbeiter:innen, durch Jugendliche/Kindern und durch das Umfeld.

Durch partizipative Risikoanalysen mit Mitarbeitenden und Jugendlichen wurde ein praxisnahes Bild des Gefährdungspotenzials gewonnen. Die Mitarbeitenden werden zukünftig geschult, um Anzeichen von Gewalt frühzeitig zu erkennen und angemessen zu reagieren. Prävention wird als Querschnittsthema in alle Konzepte und Prozesse integriert – ohne zusätzliche finanzielle Lasten für die Stadt.

Personaloffensive in der Kindertagesbetreuung und Ganztagsschule

Ein weiterer Schwerpunkt war die Fortführung des Qualifizierungsmodells für Assistenzkräfte, pädagogische Ergänzungskräfte und Fachkräfte. Mit einem Budget von rund 290.000 Euro für 2026 und 2027 wird die Qualifizierung von Personal in Kitas und Ganztagsschulen fortgeführt.

Seit Juli 2023 konnten 80 Mitarbeitende in 82 Präsenz- und 87 Online-Fortbildungen geschult werden. Davon haben sechs Assistenzkräfte bereits die Weiterbildung zur pädagogischen Ergänzungskraft abgeschlossen, sieben befinden sich noch in der Ausbildung. Die Stadt setzt damit auf eine langfristige Lösung des Fachkräftemangels in der pädagogischen Arbeit.

Jugendsozialarbeit an Schulen: Stellenaufstockung und Förderung

Die Jugendsozialarbeit an Schulen (JaS) ist ein weiterer Schwerpunkt der Maßnahmen. In Fürth ist sie an 22 Schulen mit 20 Fachkräften vertreten. Im Februar 2026 wurden zusätzliche Stellen beschlossen: +10,5 Wochenstunden an Berufsschulen II und III und +19,5 Wochenstunden an der Jakob-Wassermann-Schule.

Die Hauptthemen der Jugendsozialarbeit sind psychische Belastungen, Leistungsdruck, Gewalt, familiäre Konflikte und Suchtmittelgebrauch. Besonders in Schulen mit hohem Migrationshintergrund (bis zu 45–48 % in Einzelklassen) ist die Unterstützung notwendig.

Zudem wurde einstimmig beschlossen, Anträge für das Landesprogramm „Jugendsozialarbeit an Schulen“ zu stellen. Damit signalisiert Fürth seine Bereitschaft, staatliche Unterstützung für eine nachhaltige Jugendarbeit zu nutzen.

Frühförderung: Ausbau notwendig, Wartezeiten zu lang

Ein weiterer entscheidender Punkt war die Frühförderung im Vorschulbereich. Laut Berichten fehlen derzeit 160 Plätze in interdisziplinären Frühförderangeboten, und die Wartezeiten liegen über einem Jahr.

Die Stadt hat daher einen Aktionsplan beschlossen, um die Versorgung zu verbessern. Ziel ist es, die Frühförderung auszubauen, Vernetzungen zu stärken und einen lokalen Arbeitskreis Eingliederungshilfe zu etablieren. Zudem wird geprüft, ob heilpädagogische Tagesstätten oder integrative Kita-Angebote sinnvoll wären.

Jugendbeteiligung: Fonds, Projekte und intergenerationaler Austausch

Auch die Jugendbeteiligung stand im Fokus. Der Jugendfonds und der Aktionsfonds fördern seit 2026 jugendnahe Projekte. Insgesamt wurden 60.000 Euro an Förderung ausgeschüttet, 25 von 30 Anträgen bewilligt.

Der Jugendrat entscheidet über den Jugendfonds, und Projekte wie „Fürth feiert Vielfalt“ oder „Fürth im Übermorgen“ stärken den intergenerationalen Austausch. Die Handlungsempfehlungen aus der Ressourcenanalyse laufen bis 2032, was zeigt, wie langfristig die Stadt in die Jugendbeteiligung investiert.

Ausblick: Fürth setzt auf langfristige Investitionen

Die Entscheidungen des Jugendhilfeausschusses im Februar 2026 zeigen, dass Fürth auf Prävention, Qualifizierung und Beteiligung setzt. Die Stadt reagiert auf Herausforderungen wie soziale Ungleichheit, psychische Belastungen und Fachkräftemangel mit strukturierten Maßnahmen.

Zukünftig wird es darauf ankommen, die Umsetzung der beschlossenen Pläne zu überwachen und die Erfolge der Maßnahmen zu evaluieren. Besonders die Frühförderung und die Jugendsozialarbeit erfordern eine kontinuierliche Anpassung an die Bedarfe der jungen Generation. Fürth hat mit diesen Schritten einen klaren Kurs gesetzt – weg von reaktiver Jugendhilfe hin zu proaktiver Unterstützung und präventiver Arbeit.

Quellen

Sitzung

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