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Mobilität in Stuttgart 2026: Ausbau der ÖPNV-Infrastruktur und Klimaschutz im Fokus

Governance and Administration 📍 Stuttgart · Baden-Württemberg
Mobilität in Stuttgart 2026: Ausbau der ÖPNV-Infrastruktur und Klimaschutz im Fokus

Im Februar 2026 setzt Stuttgart den Kurs für eine nachhaltige und barrierefreie Mobilität fort. Der Nahverkehrsplan 2025, die Digitalisierung des ÖPNV und der Ausbau der Stadtbahn- und Busnetze sind zentrale Themen. Die Stadt verfolgt klare Klimaziele und will bis 2030 den ÖPNV-Anteil deutlich erhöhen.

Mobilität in Stuttgart: Ausbau, Digitalisierung und Klimaschutz im Februar 2026

Stuttgart ist im Jahr 2026 auf einem klaren Kurs, die Mobilität ihrer Bürgerinnen und Bürger nachhaltig und zukunftsfähig zu gestalten. Der Nahverkehrsplan 2025, der im November 2025 beschlossen wurde, definiert die Vorgaben für den Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel, die Digitalisierung und die Integration von Schiene, Bus und Radverkehr. Gleichzeitig stehen Klimaschutz und Barrierefreiheit im Fokus – Themen, die in den letzten Wochen intensiv diskutiert und in konkreten Projekten umgesetzt werden.

ÖPNV-Ausbau und Klimaschutzziele

Die Stadt Stuttgart hat sich klare Ziele gesteckt: Bis 2030 sollen die Treibhausgasemissionen um 40 % reduziert werden, bis 2035 Klimaneutralität erreicht sein. Der ÖPNV-Anteil am Verkehr soll bis 2030 auf 39 % steigen. Um diese Ziele zu erreichen, wird in den nächsten Jahren massiv in die Infrastruktur investiert.

Die Stadtbahnlinien U13 und U19 sind Teil der zentralen Ausbauplanungen. Die U13 wird bis Ditzingen verlängert, die U19 bis zum Mercedes-Benz-Museum in Neckarpark. Beide Projekte sind Teil des Gesamtkonzepts, die Erreichbarkeit von Arbeitsplätzen, Bildungseinrichtungen und touristischen Zielen zu verbessern. Die Finanzierung erfolgt über den ÖDLA (Öffentlicher Dienstleistungsauftrag) an die SSB (Stadtschnellbahn Stuttgart), der bis 2040 läuft.

Parallel dazu wird die Stadtbahn U1 an die neuen 80-Meter-Züge angepasst. Haltestellen werden verlängert und barrierefrei ausgebaut – ein Schwerpunkt, der auch in der aktuellen Debatte um die Barrierefreiheit aller Verkehrsmittel eine zentrale Rolle spielt. Mit 99 % barrierefreier Stadtbahnhaltestellen und 832 barrierefreien Bushaltestellen ist Stuttgart weit vorangeschritten, aber die Arbeit geht weiter. 20–30 Haltestellen pro Jahr sollen in den nächsten Jahren nachgebaut werden.

Digitalisierung und Verkehrsleitzentrale

Ein weiteres zentrales Thema ist die Digitalisierung des ÖPNV. Die Integrierte Verkehrsleitzentrale (IVLZ) koordiniert den ÖPNV, steuert Busspuren und LSA-Bevorrechtigungen. 93 % der Lichtsignalanlagen sind bereits für den ÖPNV optimiert. Die Einführung von automatischen Fahrgastzählsystemen (AFZS) ermöglicht eine präzisere Planung und eine bessere Erfassung des Fahrgastaufkommens.

Auch der Hauptbahnhof wird digitalisiert. Der neue Tiefbahnhof und das neue S-Bahn-Netz sind Teil dieser Transformation. Zudem wird ein Pilotprojekt zur Digitalisierung des Parkens eingeführt, das digitale Kurzzeitparkberechtigungen und „Handyparken“ einführt. Ziel ist es, den Parkverkehr zu entlasten und gleichzeitig die Kontrolle von Parkverstößen zu verbessern.

Nachtverkehr und On-Demand-Verkehr

Der Nachtverkehr wird ebenfalls ausgebaut. Mit zehn Linien (N1–N10) wird der ÖPNV in der Nacht deutlich besser als bisher. Der Nachtbus ist geografisch stark vernetzt und verbindet den Hauptbahnhof mit Bad Cannstatt, Vaihingen und weiteren Stadtteilen. Ergänzend dazu wird der On-Demand-Verkehr „SSB Flex“ ausgebaut. Das App-basierte System ist elektrisch angetrieben und wird in die Polygo-Plattform integriert, um eine flexible und umweltfreundliche Alternative zum klassischen ÖPNV zu bieten.

Integration von Schiene, Bus und Rad

Die Verknüpfung von Schiene, Bus und Rad ist ein zentraler Pfeiler der städtischen Mobilitätsstrategie. 100 Verknüpfungspunkte sind bereits vorhanden, 75 % davon mit Schienenverkehr. Park+Ride- und Bike+Ride-Stationen an zentralen Bahnhöfen wie dem Hauptbahnhof, Plieningen oder der Universität ermöglichen eine nahtlose Verbindung zwischen privatem und öffentlichem Verkehr.

Auch der Radverkehr wird weiter ausgebaut. Neue Fahrradwege werden geplant, und Bestandswege werden markiert und sicherer gemacht. In Sillenbuch beispielsweise wurde ein Antrag auf deutliche Markierung des Radweges an der Aral-Tankstelle gestellt, um die Sicherheit der Radfahrer zu erhöhen. Gleichzeitig wird der Schulweg in mehreren Stadtteilen durch Schuls Straßen und Tempo-30-Zonen beruhigt – ein Beispiel für die lokale Integration der Mobilitätsstrategie.

Ausblick: Nahverkehrsplan 2027 und Klimastrategie

Der neue Nahverkehrsentwicklungsplan für 2027 wird die nächsten Schritte festlegen. Dabei sind Klima- und Verkehrsziele eng miteinander verknüpft. Die Stadt hat 71 Maßnahmen im Klimamobilitätsplan definiert, die bis 2030 umgesetzt werden sollen. Die Integration von Verkehrsdaten, die Nutzung von Verkehrsmodellen und die Bürgerbeteiligung sind zentrale Bestandteile dieser Strategie.

Stuttgart bewegt sich auf einem klaren Kurs – weg von der Individualmobilität, hin zu einem nachhaltigen, barrierefreien und digitalisierten ÖPNV. Die Herausforderungen sind groß, aber die Investitionen und die politische Willensbildung zeigen, dass die Zukunft der Mobilität in Stuttgart bereits heute entsteht.

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