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Offenburgs Energieoffensive: CO₂-Wärmepumpen, Schulcampus und Klimaneutralität bis 2040

Offenburgs Energieoffensive: CO₂-Wärmepumpen, Schulcampus und Klimaneutralität bis 2040

Im März 2026 setzt Offenburg entscheidende Akzente in der Energie- und Infrastrukturpolitik. Die Umsetzung einer CO₂-Wärmepumpe am Schulcampus Zell-Weierbach, die energetische Sanierung von Schulgebäuden und die Planungen für die Landesgartenschau 2032 tragen deutlich zur Klimaneutralität bis 2040 bei.

Offenburgs Energieoffensive: CO₂-Wärmepumpen, Schulcampus und Klimaneutralität bis 2040

Die Stadt Offenburg hat sich ein klares Ziel gesteckt: Klimaneutralität bis 2040. Im März 2026 setzte sie konkrete Maßnahmen um, die im Energie- und Infrastruktursektor weitreichende Folgen haben werden. Besonders hervorzuheben ist die energieeffiziente Umgestaltung des Schulcampus Zell-Weierbach, die Sanierung bestehender Gebäude sowie die Planungen für die Landesgartenschau 2032. Diese Maßnahmen zeigen, wie Offenburg ihre Klimaschutzziele mit langfristigen Investitionen und technologischem Fortschritt verbindet.

CO₂-Wärmepumpen am Schulcampus Zell-Weierbach: Ein Meilenstein in der Wärmewende

Die Errichtung einer zentralen Heizzentrale mit einer CO₂-Wärmepumpe am Schulcampus Zell-Weierbach markiert einen Meilenstein in Offenburgs Energiepolitik. Diese Technologie nutzt CO₂ als natürliche Kältemittelquelle und ermöglicht eine klimafreundliche Wärmeversorgung ohne lokale Emissionen.

Die Machbarkeitsstudie, durchgeführt von der endura kommunal GmbH, stellte drei Szenarien zur Wärmeversorgung des Campus in den Fokus. Szenario 1, das aktuell umgesetzt wird, beinhaltet die Versorgung des Campus mit Schule und Kindergarten. Nach intensiver Prüfung der technischen und wirtschaftlichen Aspekte wurde die Variante 2 – CO₂-Wärmepumpe – als die optimale Lösung ausgewählt. Sie vermeidet zusätzliche Erdarbeiten, reduziert Investitionskosten und Bauzeitrisiken und bietet zudem geringere Betriebskosten.

Die Gesamtkosten der Energiezentrale belaufen sich auf 1,8 Millionen Euro, wobei eine Förderung in Höhe von 195.000 Euro durch das BEW-Programm eingeplant ist. Die Finanzierung erfolgt über mehrere Doppelhaushalte mit Schwerpunkt auf 2026/2027.

Energetische Sanierung und Neubauten an Schulen: Klimaneutralität in der Bildungsinfrastruktur

Parallel zur Wärmewende im Schulcampus Zell-Weierbach verfolgt Offenburg auch eine umfassende Sanierungsstrategie für ihre Bildungseinrichtungen. Die Erich-Kästner-Realschule und die Weingartenschule sind Teil einer 51,8 Millionen Euro umfassenden Investition, die bis 2028 abgeschlossen sein wird.

Die Neubauten werden nach dem KfW-Effizienzhaus-Standard 40 errichtet, und das Bestandsgebäude Süd wird energetisch saniert. Die Maßnahmen umfassen eine Außenwärmedämmung, dreifach verglaste Fenster, Dämmung der Fußböden und Dächer sowie eine neue Wärmezentrale. Das Campusweite Fernwärmenetz wird als zentrale Verteilstruktur dienen, wobei die Vorlauftemperatur auf mindestens 45 °C geplant ist – eine Anpassung, die auch die Altbauten im Übergang bedient.

Auch auf dem Campus werden Photovoltaikanlagen installiert, die rund 36 % der nutzbaren Dachflächen abdecken. Die Gesamtleistung beträgt 175 kWp, wobei eine zentrale Energieverbrauchsmessung und ein Energiemanagementsystem eingerichtet werden. Die Investitionen sind zudem förderfähig und ermöglichen die Antragstellung auf KfW-Programme.

Landesgartenschau 2032: Klimaschutz und städtebauliche Herausforderungen

Neben den Energieprojekten ist auch die Vorbereitung der Landesgartenschau 2032 ein wichtiger Baustein in Offenburgs städtischem Planungsrahmen. Der Abschluss einer öffentlich-rechtlichen Vereinbarung mit dem Land Baden-Württemberg ist Voraussetzung für die Umsetzung. Im Zuge der Planungen ist eine Dammrückverlegung vorgesehen, die den Hochwasserschutz optimiert und gleichzeitig die städtebauliche Entwicklung entlang der Donau fördert.

Die geplante Dammverlegung erfordert ein wasserrechtliches Planfeststellungsverfahren, was die Komplexität der Projekte unterstreicht. Die Übertragung der Unterhaltungspflicht für das Dammbauwerk an die Stadt bedeutet eine langfristige Verantwortung, die Offenburg mit diesen Investitionen übernimmt.

Fazit: Offenburg als Vorreiter im Klimaschutz

Im März 2026 hat Offenburg deutlich gemacht, dass Klimaneutralität kein abstraktes Ziel ist, sondern eine strategisch geplante, finanziell abgesicherte und technisch umsetzbare Aufgabe. Die CO₂-Wärmepumpen am Schulcampus, die energetische Sanierung der Schulen und die Planungen für die Landesgartenschau zeigen, wie Offenburg ihre Klimaschutzziele mit Investitionen in Infrastruktur und Bildung verbindet. Der Fokus auf nachhaltige Technologien, staatliche Förderprogramme und langfristige Finanzierungsmodelle macht die Stadt zu einem Vorbild für andere Kommunen.

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