Schulabsentismus bekämpfen und Schulentwicklung vorantreiben – Bildungspolitik in Freiburg im März 2026
Im März 2026 konzentrierte sich Freiburgs Bildungspolitik auf strategische Maßnahmen zur Bekämpfung von Schulabsentismus, Schulentwicklung, Infrastrukturplanung und berufliche Orientierung. Der Ausschuss für Schulen und Weiterbildung diskutierte umfassende Initiativen, die den Schwerpunkt auf Prävention, Innovation und Qualitätssicherung legten.
Bildung in Freiburg: Prävention von Schulabsentismus und Schulentwicklung im Fokus
Die Bildungspolitik in Freiburg ist in den letzten Jahren stärker denn je auf Inklusion, Qualitätssicherung und Innovation ausgerichtet. Im März 2026 standen dabei insbesondere Maßnahmen zur Bekämpfung von Schulabsentismus sowie die Strukturanpassung an Schulen im Mittelpunkt. Der Ausschuss für Schulen und Weiterbildung diskutierte eine Vielzahl von Initiativen, die sowohl auf Datenanalyse als auch auf praxisnahe Interventionen setzen.
Prävention und Intervention: Der Kampf gegen Schulabsentismus
Schulabsentismus bleibt ein zentrales Problem in der Bildungspolitik – nicht zuletzt, weil er sich negativ auf die Leistungen, die Integration und den sozialen Zusammenhalt auswirkt. In Freiburg wurde daher das Konzept „Jeder Schultag zählt“ als Leitfaden für einen ganzheitlichen Ansatz verankert. Der Fokus liegt auf der interdisziplinären Zusammenarbeit zwischen Schulsozialarbeit, Beratungslehrkräften und Expert:innen, um frühzeitig Abwesenheitsphasen zu erkennen und zu begleiten.
Ein zentraler Bestandteil der Strategie ist das Forschungsprojekt an acht Freiburger Berufsschulen, das die Fehlzeiten von etwa 15.500 Schüler:innen analysiert. Dabei werden nicht nur die Ursachen, sondern auch die Wirkung von schulischen Maßnahmen untersucht. Ziel ist es, nachhaltige Präventionsstrategien zu entwickeln, die in den schulischen Alltag eingebettet werden.
Ein weiteres Projekt, „FAIR“ (Freiburger Ansatz für Integration und Regelmäßigkeit im Schulbesuch), wurde in der Sitzung vorgestellt. Es zielt darauf ab, Abwesenheitszeiten systematisch zu erfassen und schulische Interventionen auf ihre Wirksamkeit zu prüfen. Die Regionalstelle Freiburg unterstützt dabei die Schulen bei der Entwicklung und Umsetzung von Konzepten.
Schulentwicklung und Struktur: Die Pestalozzi-Realschule wird zur Gemeinschaftsschule
Ein weiteres wichtiges Thema war die Schulentwicklung. Die Pestalozzi-Realschule wird mit Beginn des Schuljahres 2027/2028 in eine Gemeinschaftsschule umgewandelt. Diese Entscheidung ist vor allem auf die zunehmende Heterogenität der Schüler:innen, Lernschwierigkeiten und Disziplinprobleme zurückzuführen. Ziel ist es, einen inklusiven Ganztag mit drei Leistungsniveaus anzubieten, bei dem individuelle Förderung im Vordergrund steht.
Die Umbenennung in „Pestalozzi-Gemeinschaftsschule“ ist Teil eines größeren Bildungscampus-Konzepts im Stadtteil Haslach. Lehrkräfte absolvieren eine Lerncoaching-Qualifizierung, um die neuen Strukturen erfolgreich umzusetzen. Finanziell wird die Umwandlung durch Mittel des Startchancenprogramms unterstützt, und kleinere bauliche Maßnahmen sind bereits in Planung.
Infrastruktur und Raumplanung: Schulen passen sich an
Neben der Schulentwicklung standen auch konkrete Infrastrukturmaßnahmen im Fokus. Die Sternwaldschule benötigt aufgrund wachsender Schülerzahlen zusätzlichen Raum. Gleichzeitig wird der Westflügel des Lycée Turenne saniert, und die Alte Festhalle wird in eine Cafeteria umgewandelt. Diese Maßnahmen sind Teil der langfristigen Planung, um die räumlichen Gegebenheiten an die Bedürfnisse der Schülerschaft anzupassen.
Berufliche Orientierung: Erfolgreich in Ausbildung
Ein weiteres zentrales Projekt ist das seit 2007/2008 bestehende Programm „Erfolgreich in Ausbildung (EiA)“. Es unterstützt Schüler:innen an Werkrealschulen, Gemeinschaftsschulen und SBBZ dabei, den Übergang in die Ausbildung oder weiterführende Schule zu meistern. In Kooperation mit Organisationen wie der Caritas und IN VIA Freiburg e.V. bietet das Programm ein modulares, datenbasiertes Übergangssystem an.
Die Ergebnisse des Programms sind beeindruckend: 93 % der betreuten Schüler:innen aus Werkrealschulen und Gemeinschaftsschulen sind in Ausbildung, und 15 % der Realschüler:innen folgen diesem Weg. Ein neuer Schwerpunkt ist dabei die Förderung von „Future Skills“ und klischeefreier Berufswahl. Die Module reichen von Berufsorientierung über Praktika bis hin zu digitalen Medienkompetenzen.
Ausblick: Innovation und Qualitätsentwicklung als Schlüssel
Die Diskussionen im Ausschuss zeigen, dass Freiburgs Bildungspolitik nicht nur auf strukturelle Anpassungen setzt, sondern auch stark auf Innovation und Qualitätsentwicklung baut. Plattformen wie „Innolab.BS“ fördern die Entwicklung von neuen Unterrichtsmethoden, und Fortbildungen sowie Barcamps ermöglichen den Austausch zwischen Lehrkräften.
Langfristig ist es das Ziel, Schulabsentismus durch eine Kombination aus präventiven Maßnahmen, schulinterner Kooperation und datengestützter Evaluation zu reduzieren. Gleichzeitig wird die Schulentwicklung in Freiburg durch inklusive Strukturen und bessere Übergänge in den Ausbildungsbereich vorangetrieben.
Quellen
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