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Stadtentwicklung in Bollschweil: Von Brückenbau bis Flächennutzungsplanung – April 2026 im Fokus

Stadtentwicklung in Bollschweil: Von Brückenbau bis Flächennutzungsplanung – April 2026 im Fokus

Im April 2026 hat sich Bollschweil intensiv mit Themen der Stadtentwicklung und Bauleitplanung auseinandergesetzt. Von der Sanierung der Kreisstraße bis zur Einführung neuer Bestattungsformen – der Monat brachte zahlreiche Entscheidungen mit weitreichenden Auswirkungen.

Stadtentwicklung in Bollschweil: Was im April 2026 entschieden wurde

Die Stadtentwicklung ist ein zentraler Baustein für die langfristige Planung und Gestaltung von Kommunen. In Bollschweil standen im April 2026 mehrere bedeutende Projekte und Verfahren im Fokus, die sowohl infrastrukturell als auch sozial und rechtlich weitreichende Konsequenzen haben. Von der Sanierung von Straßen über die Einführung neuer Friedhofssatzungen bis hin zur Flächennutzungsplanung – die Entscheidungen zeigen die Vielfalt und Komplexität urbaner Planung in der Region.

Brückenneubau am Sportplatz: Kosteneinsparung durch gezielte Ausschreibung

Im April wurde die Ausführung des Brückenneubaus am Sportplatz in Eckbach genehmigt. Die Gemeinde verlieh den Auftrag an die Firma Albert Kern Metallbau für 73.443,23 €, was deutlich unter dem ursprünglichen Budget von 120.844,50 € liegt. Die Ausschreibung erfolgte am 2. April, und innerhalb von sechs Tagen wurden vier Angebote geprüft – eine Effizienz, die in kommunalen Bauprojekten selten ist.

Zwar wurde das Budget unterschritten, doch bleibt die Frage, ob die Kostenkalkulation langfristig tragfähig ist. Die Brücke ist ein zentraler Infrastrukturbaustein für den Sportplatz, und eine zu geringe Ausführung könnte zukünftige Reparaturen oder Sanierungen notwendig machen. Die Entscheidung zeigt den Willen der Gemeinde, mit dem Geld sorgfältig umzugehen – doch die Qualität der Ausführung bleibt abzuwarten.

Kreisstraße K 4956 – ein Modellprojekt für Kostenteilung

Die Sanierung der Kreisstraße K 4956 und der Hauptwasserleitung in St. Ulrich ist ein weiteres Projekt, das die kommunale Finanzpolitik im April in den Vordergrund stellte. Mit einem Gesamtvolumen von 1,049 Millionen Euro ist es eines der größten Bauprojekte des Monats. Die Kosten werden dabei von mehreren Partnern getragen: Die Gemeinde Bollschweil zahlt knapp 485.000 Euro, das Landratsamt übernimmt 419.659 Euro, die Möhlingruppe 138.000 Euro, und der Abwasserzweckverband Staufener Bucht trägt 7.495 Euro.

Die Aufteilung der Kosten ist ein gutes Beispiel dafür, wie Kommunen mit begrenztem Haushaltsspielraum größere Projekte stemmen können. Zudem wird die Angebotsprüfung durch eine externe Ingenieursgesellschaft durchgeführt – ein Schritt, der Transparenz und Qualität sichern soll. Allerdings liegt das genehmigte Budget knapp unter der ursprünglichen Veranschlagung von 1,193 Millionen Euro, was auf eine gewisse Risikobereitschaft der Gemeinde hindeutet.

Neue Friedhofssatzung – rechtssicherer Umgang mit modernen Bestattungsformen

Ein weiterer Schwerpunkt war die Neufassung der Friedhofssatzung und Gebührensatzung. Aufgrund rechtlicher Anpassungen und struktureller Änderungen wurden neue Bestattungsformen eingeführt, darunter Baumurnengräber, Wiesenurnengräber und Urnenwahlgräber. Diese neuen Optionen sind aufgrund problematischer Bodenverhältnisse auf dem Friedhof Bollschweil notwendig, da Sargbeisetzungen dort nicht mehr möglich sind.

Die neue Satzung legt außerdem klare Regeln für Grabmale fest: Nur Materialien wie Stein, Holz, Metall oder Findlinge sind erlaubt. Die Gebühren basieren auf tatsächlichen Kostenkalkulationen, was für Transparenz sorgen soll. Die Genehmigung erfolgte am 22. April 2026, was zeigt, dass die Gemeinde bei sensiblen Themen wie der Bestattung nicht nur auf rechtliche Sicherheit, sondern auch auf soziale Akzeptanz achtet.

Flächennutzungsplanung – Rückkehr zu Landwirtschaft und Sport

Die Flächennutzungsplanänderung „Kleinfeldele neu – Sportgelände“ in Ehrenkirchen markiert einen Schwerpunkt der städtebaulichen Planung in Bollschweil. Mit einer Fläche von 1,44 Hektar wird ein Bereich am südwestlichen Rand von Norsingen neu klassifiziert. Ziel ist es, die Fläche in den landwirtschaftlichen Außenbereich zurückzuführen und den nicht realisierten Bebauungsplan aufzuheben.

Das Projekt ist Teil eines zweistufigen Regelverfahrens mit Beteiligung der Öffentlichkeit und Behörden. Die Unterstützung durch die Gemeinde Ehrenkirchen und eine privilegierte Nutzung nach § 35 BauGB zeigt, wie eng städtebauliche Planung mit regionalen Wirtschaftsinteressen verknüpft ist. Die geplante Nutzung durch die Markgräfler Winzer e.G. mit einem neuen Kellereistandort an der Bundesstraße B3 könnte zukünftig auch touristische Impulse setzen.

Ausblick: Stadtentwicklung als Gestaltungsauftrag

Die Entscheidungen im April 2026 zeigen, dass Bollschweil im Bereich Stadtentwicklung und Bauleitplanung sowohl pragmatisch als auch vorausschauend agiert. Die Kombination aus Infrastrukturmaßnahmen, rechtlicher Sicherheit und städtebaulicher Flexibilität unterstreicht die Komplexität kommunaler Planung.

In den kommenden Monaten wird es besonders spannend sein zu beobachten, wie die geplanten Projekte umgesetzt werden – insbesondere die Flächennutzungsplanänderung und die Sanierung der Kreisstraße. Zudem bleibt abzuwarten, ob die neuen Bestattungsformen auf breite Akzeptanz stoßen und wie sie in die lokale Identität integriert werden. Stadtentwicklung ist nicht nur Planung, sondern auch Gestaltung – und Bollschweil setzt in dieser Hinsicht auf eine Balance aus Tradition und Innovation.

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