Pflegebedarf und Gesundheitspolitik in Flensburg: Herausforderungen und Strategien im Fokus
In Flensburg stehen in der Februar 2026 Gesundheits- und Pflegesysteme im Rampenlicht. Demografische Entwicklungen, Personalmangel und infrastrukturelle Anpassungen prägen die politischen Entscheidungen. Der Sozial- und Gesundheitsausschuss hat zentrale Maßnahmen beschlossen, die die Zukunft der Pflege in der Stadt sichern sollen.
Demografie, Pflegebedarf und Personalengpässe: Flensburg plant für die Zukunft
Die Stadt Flensburg steht vor einer Herausforderung, die nicht nur lokal, sondern bundesweit relevant ist: Die steigende Zahl älterer Menschen und der damit einhergehende Anstieg des Pflegebedarfs. In der Februar 2026 Sitzung des Sozial- und Gesundheitsausschusses wurden entscheidende Maßnahmen vorgestellt, die das Gesundheits- und Pflegesystem in Flensburg langfristig stabilisieren sollen.
Pflegebedarf steigt – Strukturen müssen folgen
Die aktuelle Pflegebedarfsplanung 2023–2040 zeigt, dass der Bedarf an Pflegeleistungen in Flensburg bis 2040 um 16 % steigen wird. Besonders die ambulante Pflege wird um 20 % zunehmen, was auf die zentrale Rolle der häuslichen Pflege hindeutet. Gleichzeitig bleibt die stationäre Pflege mit einem Anstieg um 21 % ein relevanter Bestandteil des Systems.
Die Stadt verfügt aktuell über 1.099 vollstationäre Pflegeplätze, was bereits einen leichten Überhang gegenüber dem aktuellen Bedarf darstellt. Dennoch wird ein kontinuierlicher Ausbau erwartet, insbesondere bei Kurz- und Tagespflege. 75 % der befragten Akteure sehen einen Bedarf an zusätzlichen Tagespflegeplätzen, was auf die Notwendigkeit einer stärkeren Infrastruktur für die Betreuung von Pflegebedürftigen im Alltag hindeutet.
Personalmangel als zentrale Herausforderung
Ein entscheidender Engpass ist der Personalmangel in der Pflege. In der ambulanten Pflege ist ein Rückgang von 10 % zwischen 2017 und 2021 zu verzeichnen, in der stationären Pflege ein leichter Rückgang um 0,9 %. Bis 2040 wird im Basisszenario ein Anstieg des Personalbedarfs um 6,1 % erwartet, im Ambulantisierungsszenario sogar um 21,8 %.
Die Stadt plant daher gezielte Maßnahmen zur Personalentwicklung: Ausbau der Aus- und Weiterbildung, Gewinnung von Pflegekräften aus dem Ausland, Entlastung durch Kinderbetreuung und die Schaffung bezahlbaren Wohnraums als Anreiz. Zudem sollen digitale Lösungen wie bessere Tourenplanung und Springerpools eingesetzt werden, um Effizienz und Flexibilität in der ambulanten Pflege zu steigern.
Strukturelle Anpassungen und Kooperationen
Ein weiteres Schwerpunktthema ist die Integration der Pflege in die Stadtplanung. Altengerechtes Wohnen, barrierefreie Wohnraumkonzepte und die Zusammenarbeit mit Wohnungsbaugenossenschaften sind zentrale Elemente des Handlungsfeldes. Darüber hinaus wird auf die Ausweitung von Nachbarschaftshilfen und Qualifizierungsangeboten für Ehrenamtliche hingearbeitet, um die informelle Pflege zu stärken.
Die Stadt plant außerdem eine Erweiterung des Pflegebedarfsmonitorings, um auch bauliche Aspekte und spezialisierte Angebote (z. B. für Demenz, Neurologie oder Psychiatrie) einzubeziehen. Kooperationen mit Organisationen wie dem Diakonischen Werk und dem Selbsthilfe-Bauverein Flensburg sind bereits etabliert.
Seniorenarbeit und Gremienentwicklung
Ein weiterer Schwerpunkt der Februar 2026 Sitzung war die Zukunft der Seniorenarbeit in Flensburg. Der bisherige Seniorenbeirat wird aufgelöst, und ein neues Expertengremium wird eingesetzt, das aus 12 ehrenamtlichen Mitgliedern besteht. Die Stadt hat beauftragt, bis zum Sommer 2026 Handlungsvorschläge vorzulegen und bis 2027 ein Konzept für eine dauerhafte Interessenvertretung zu entwickeln.
Die Neuwahl des Seniorenbeirats ist für September 2026 geplant, wobei mit einem Mehraufwand von ca. 60.000 EUR gerechnet wird. Gleichzeitig wird eine Öffentlichkeitskampagne gestartet, um die Bekanntheit des Seniorenbeirats zu stärken.
Fazit: Eine Stadt im Wandel
Flensburg bewegt sich auf einem sensiblen Pfad: Demografie, Personalengpässe und infrastrukturelle Anpassungen prägen die Zukunft des Gesundheits- und Pflegesystems. Die Stadt setzt auf gezielte Planung, Kooperation und Innovation, um die Herausforderungen zu meistern. Mit der Aufstellung eines Expertengremiums, der Ausweitung der Pflegeberatung und der Stärkung der ambulanten Pflege setzt Flensburg Impulse, die über die lokale Ebene hinaus relevant sind.
Quellen
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