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Flensburgs Offener Ganztag: Strukturelle Anpassungen und Rechtsanspruch ab 2026

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Flensburgs Offener Ganztag: Strukturelle Anpassungen und Rechtsanspruch ab 2026

Im April 2026 beschloss der Bildungsausschuss von Flensburg weitreichende Änderungen an der Rahmenkonzeption des Offenen Ganztags an Grundschulen und Förderzentren. Die Anpassungen zielen auf die Umsetzung des gesetzlichen Rechtsanspruchs auf Ganztagsbetreuung ab, ermöglichen eine Vereinfachung der Modulstruktur und passen die Elternbeiträge an. Wir analysieren Hintergründe, Auswirkungen und Perspektiven.

Strukturelle Anpassungen am Offenen Ganztag in Flensburg

Der Offene Ganztag in Flensburg ist ein zentrales Instrument der Bildungspolitik, das seit 2011 sukzessive ausgebaut und professionalisiert wurde. Im April 2026 standen erneut bedeutende Änderungen an, die ab 1. August 2026 in Kraft treten. Der Bildungsausschuss beschloss eine Vereinfachung der Modulstruktur, eine Anpassung der Elternbeiträge und die Integration der Ferienbetreuung in das Grundmodul. Diese Maßnahmen sind Teil der Umsetzung des Rechtsanspruchs auf Ganztagsbetreuung gemäß § 24 SGB VIII.

Vereinfachung der Modulstruktur

Die bisherige Modulstruktur des Offenen Ganztags – bestehend aus Modul 1, Modul 2, Spätbetreuung 1 und 2 – wird ab August 2026 vereinfacht. Die Module 1 und 2 werden zu einem Grundmodul zusammengelegt, das bis 16 Uhr reicht. Die Spätbetreuung 1 und 2 werden zu einem Spätbetreuungsmodul zusammengefasst und decken die Zeitspanne von 16 bis 18 Uhr ab.

Diese Vereinfachung hat mehrere Vorteile: Sie reduziert den Verwaltungsaufwand, macht das Angebot für Eltern übersichtlicher und erleichtert die Buchung. Zudem ermöglicht sie eine einheitliche Beitragsstruktur, die die finanzielle Belastung für Familien减轻 (verringert). Die Ferienbetreuung wird zudem im Grundmodul inkludiert, kann aber auch ausschließlich in Anspruch genommen werden.

Anpassung der Elternbeiträge

Die Elternbeiträge werden neu kalkuliert, um sie am Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung auszurichten. Für das Grundmodul (Schulschluss bis 16 Uhr) beträgt der maximale monatliche Beitrag 129 € bei 5 Tagen/Woche. Für das Spätbetreuungsmodul (16–18 Uhr) liegt der Höchstbeitrag bei 60 €/mtl..

Diese Anpassung ist notwendig, da der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung laut SGB VIII eine Betreuung von 8 Stunden täglich vorsieht, inklusive Ferien (außer 4 Wochen Schließzeit pro Jahr). Der zukünftige Elternbeitrag für einen rechtsanspruchserfüllenden Platz darf maximal 135 €/mtl. betragen, einschließlich Ferienbetreuung. Die neue Beitragsstruktur ermöglicht es der Stadt Flensburg, Fördergelder nach der neuen Betriebskostenförderrichtlinie in Anspruch zu nehmen.

Ferienbetreuung und Inklusionsziele

Die Ferienbetreuung ist ein integraler Bestandteil des Offenen Ganztags und wird künftig in den monatlichen Beiträgen des Grundmoduls enthalten sein. Sie bleibt jedoch auch weiterhin als eigenständiges Angebot buchbar. Ziel ist, eine verlässliche und gleichwertige Betreuung über das ganze Jahr zu gewährleisten.

Außerdem wird Inklusion verstärkt betont. Alle Kinder sollen am Offenen Ganztag teilnehmen können, unabhängig von Geschlecht, Herkunft oder Behinderung. Eine engere Zusammenarbeit mit Förderzentren wie der Max von der Grün-Schule ist geplant, und es wird angestrebt, bestehende Angebote der Stadt stärker zu vernetzen.

Zukunftsperspektiven und Evaluation

Die Anpassungen der Rahmenkonzeption sind Teil eines kontinuierlichen Entwicklungsprozesses. Die Stadt Flensburg plant eine zeitnahe Evaluation der Umsetzung, um Qualität und quantitative Entwicklung des Ganztagsangebots zu bewerten. Dabei sollen auch Feedback von Eltern, Schülern und Pädagogen einfließen.

Zudem wird ein Qualitätszirkel eingerichtet, der jährlich in Workshops die Prozesse überprüft und Verbesserungsvorschläge erarbeitet. Die Stadt Flensburg verfolgt damit das Ziel, den Offenen Ganztag als qualitativ hochwertiges und inklusives Bildungsangebot zu etablieren, das den Anforderungen der Zukunft gerecht wird.

Fazit: Ein Schritt in Richtung gerechte Bildung

Die Änderungen an der Rahmenkonzeption des Offenen Ganztags in Flensburg markieren einen wichtigen Meilenstein in der Umsetzung des Rechtsanspruchs auf Ganztagsbetreuung. Sie zeigen, wie eine Stadt ihre Bildungspolitik an gesetzliche und soziale Entwicklungen anpasst, um Chancengleichheit und Inklusion zu fördern. Gleichzeitig bleibt der Fokus auf die Vereinfachung, Transparenz und finanzielle Zugänglichkeit für Eltern gerichtet. Flensburg setzt damit ein Beispiel für andere Städte in Deutschland, die ähnliche Herausforderungen im Bildungsbereich bewältigen.

Quellen

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