Die Sanierung der Tiefgarage des Neuen Rathauses in Büdelsdorf – Herausforderungen und Lösungsstrategien
Im April 2026 standen in Büdelsdorf entscheidende Planungsschritte für die Sanierung der Tiefgarage des Neuen Rathauses im Fokus. Die Tiefgarage weist erhebliche Schäden durch Chlorideintrag und konstruktive Mängel auf. Die Stadt hat ein umfassendes Instandsetzungskonzept beschlossen, das sowohl konventionelle als auch innovative Schutzverfahren einsetzt, um die Tragfähigkeit und Dauerhaftigkeit des Bauwerks für die Zukunft zu gewährleisten.
Die Sanierung der Tiefgarage des Neuen Rathauses in Büdelsdorf – Herausforderungen und Lösungsstrategien
Die Tiefgarage des Neuen Rathauses in Büdelsdorf steht seit Anfang 2026 im Brennpunkt der kommunalen Bauplanung. Die Bauwerksuntersuchungen haben erhebliche Schäden an Stahlbetonbauteilen aufgedeckt, die ohne umfassende Sanierung die Tragfähigkeit und Nutzungssicherheit des Gebäudes beeinträchtigen könnten. In der 2. Sitzung des Lenkungsausschusses Neues Rathaus-Quartier wurden entscheidende Weichen für die Instandsetzung gestellt, die sich sowohl technisch als auch finanziell als Mammutprojekt erweisen.
Zustand und Ursachen der Schäden
Die Tiefgarage weist im Sockelbereich von Stützen und Wänden erhebliche Korrosions- und Chloridschäden auf. Untersuchungen ergaben, dass Chloridkonzentrationen in einigen Bereichen über 0,5 M-% liegen – ein klarer Hinweis auf eine erhebliche Gefährdung der Bewehrung. Dies führte zu Rissen, Betonabplatzungen und einer teilweisen Querschnittsauflösung der Bewehrung.
Die Ursachen für die Schäden liegen unter anderem in der langfristigen Belastung durch Streusalz und fehlender Schutzmaßnahmen gegen Feuchtigkeit. Zudem wurden konstruktive Mängel festgestellt: fehlende Verbügelungen an Verbindungsstellen, unzureichende Stirnflächenbewehrung und konstruktive Schwächen an den Stützenfüßen. Diese Mängel tragen dazu bei, dass die Tragfähigkeit der Stützen nicht mehr ausreicht, um die statischen Anforderungen zu erfüllen.
Sanierungsstrategie: KKS-System und konventionelle Maßnahmen
Um die Schäden zu beheben und den Bauzustand für die planmäßige Restnutzungsdauer von 50 Jahren zu gewährleisten, setzt Büdelsdorf auf eine Kombination aus konventionellen Sanierungsverfahren und modernen Korrosionsschutzsystemen.
Kathodischer Korrosionsschutz (KKS)
Eine zentrale Maßnahme ist die Anwendung des Kathodischen Korrosionsschutzes (KKS). Dieses Verfahren unterdrückt die Korrosion an Bewehrungen, indem das Potential der Bewehrung durch Fremdstrom-Polarisation gesenkt wird. Anoden in Form von Titangittern werden an der Betonoberfläche montiert und an eine Gleichspannungsquelle angeschlossen. Die Bewehrung fungiert dabei als Kathode, wodurch anodische Korrosionsprozesse verhindert werden.
Das KKS-System hat den Vorteil, dass es weniger in das bestehende Tragwerk eingreift als konventionelle Sanierungsverfahren. Es ist jedoch langfristig mit höheren Wartungskosten verbunden. Für die Tiefgarage wird ein KKS-System mit einer Kostenplanung von ca. 130.000 € brutto (inkl. jährlichen Wartungskosten von 4.500 €) eingesetzt.
Konventionelle Sanierungsmaßnahmen
Neben dem KKS-System werden auch traditionelle Sanierungsverfahren angewandt. Chloridbelasteter Beton wird durch Reprofilierungsmörtel ersetzt, korrodierte Bewehrung wird entrostet und ggf. ergänzt. Die Stützen werden durch einen statisch umschnürten Ersatzquerschnitt verstärkt, der aus Edelstahl besteht, um Chloridremigration zu vermeiden.
Zudem wird ein Oberflächenschutzsystem (OS5b) aufgebracht, um zukünftiges Feuchtigkeitseindringen zu verhindern. Die Kosten für diese Maßnahmen liegen bei ca. 290.000 € brutto. Insgesamt ergibt sich ein Kostenrahmen für die gesamte Sanierung von ca. 440.000 € brutto.
Überwachung und Qualitätssicherung
Die Instandsetzungsarbeiten sind standsicherheitsrelevant und müssen daher von einer anerkannten Überwachungsstelle überwacht werden. Zudem ist eine qualifizierte Planung und Ausführung erforderlich, insbesondere bei der Anwendung des KKS-Systems, das eine Zertifizierung nach DIN EN 15257 erfordert.
Die Stadt Büdelsdorf hat klare Handlungsabläufe definiert, von der Bauteilöffnung über die Untergrundvorbereitung bis hin zur Schutzmaßnahme des Oberflächenschutzsystems unter dem Pflasterbelag. Wichtige Parameter wie die Oberflächenzugfestigkeit, Rauheit und Temperaturgrenzen beim Aufbringen der Materialien sind sorgfältig definiert, um die Dauerhaftigkeit der Instandsetzung zu gewährleisten.
Ausblick und Fazit
Die Sanierung der Tiefgarage des Neuen Rathauses ist ein zentraler Meilenstein in der künftigen Nutzung und Sicherheit des Rathauses in Büdelsdorf. Mit der Kombination aus KKS-System und konventionellen Sanierungsverfahren wird die Stadt eine langfristige Standsicherheit und Dauerhaftigkeit des Bauwerks gewährleisten. Die Investition von über 12 Millionen Euro unterstreicht die Bedeutung dieses Projekts für die kommunale Infrastruktur.
Doch die Herausforderungen sind nicht nur technischer Natur. Die Stadt muss auch sicherstellen, dass die Sanierungsarbeiten termingerecht und unter Einhaltung der Qualitätsstandards abgeschlossen werden. Dabei wird die enge Zusammenarbeit mit Ingenieurbüros, anerkannten Überwachungsstellen und dem ausführenden Unternehmen eine entscheidende Rolle spielen.
Quellen
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