Chemnitz setzt auf Fernwärme: Dekarbonisierung und Zukunft der Energieversorgung
Im März 2026 ist Chemnitz ein Schritt näher an der klimaneutralen Fernwärmeversorgung gekommen. Mit der Umsetzung des Dekarbonisierungskonzepts und Investitionen in regenerative Technologien zeigt sich die Stadt auf Kurs, ihre Klimaziele zu erreichen.
Der Weg zur klimaneutralen Fernwärme in Chemnitz
In einer Zeit, in der Klimaschutz und Energiewende im Vordergrund stehen, spielt die Fernwärmeversorgung eine entscheidende Rolle. Chemnitz hat sich mit klaren Zielen und konkreten Projekten auf den Weg gemacht, ihre Fernwärmeversorgung bis 2045 vollständig auf erneuerbare Quellen umzustellen. Im März 2026 wurden wichtige Meilensteine erreicht, die die Stadt auf diesem Weg vorantreiben.
Transformationsbedarf und aktueller Erzeugungspark
Die aktuelle Erzeugungslandschaft der Fernwärme in Chemnitz ist diversifiziert, aber noch stark fossilbasiert. Der Erzeugungspark umfasst das Heizkraftwerk (HKW) Nord mit 7 BHKW (80 MWth, 88 MWel), einem Kessel (100 MWth) und PtH (20 MWth). Zudem ist das HKW Altchemnitz mit einer HW von 100 MWth in Betrieb. Diese Infrastruktur bildet die Grundlage für die anstehende Transformation.
Ein zentrales Ziel ist es, bis 2045 eine 100-prozentige regenerative Fernwärmeversorgung zu erreichen. Dazu sind dringend notwendige Modernisierungen und Erweiterungen geplant. Der Biomasseanteil wird dabei auf maximal 15 % begrenzt, um Ressourcen nachhaltig einzusetzen.
Dekarbonisierungsstrategie und Projekte in Umsetzung
Seit Mitte 2023 entwickelt Chemnitz eine Dekarbonisierungsstrategie, gefördert durch das BEW-Programm des BAFA. Diese Strategie ist Teil der kommunalen Wärmeplanung und beinhaltet die Erstellung eines Gebäudemodells mit Bedarfsdaten für 2045. Eine zentrale Rolle spielt dabei das Baublockmodell, das Wärmenetzausbau in Regionen mit einem Wärmebedarf von mindestens 400 MWh/ha*a priorisiert.
Ein Meilenstein war die Umstellung der PtH-Anlage in Altchemnitz (PtHA) auf Wasserstoff. Mit einer Leistung von 50 MW ist diese Anlage in Planung und wird in das Gebäude Heizwerk Altchemnitz integriert. Die Inbetriebnahme ist für das vierte Quartal 2027 geplant. Ziel ist es, die Versorgungssicherheit zu gewährleisten, Regelenergie bereitzustellen und bei niedrigen Strompreisen Wärme zu erzeugen.
Zusätzlich wurde ein 20-jähriger Contracting-Vertrag für ein Holz-Heizkraftwerk mit der Fa. HoST Participaties B.V. abgeschlossen. Die Biomasse-KWK-Anlage wird ca. 90.000–130.000 MWh regenerativer Fernwärme erzeugen und ca. 10 % des Fernwärmeanteils in Chemnitz abdecken.
Ausbau der Fernwärme und Zukunftstechnologien
Ein weiterer Schwerpunkt ist das geplante Abfallheizkraftwerk (AHKW), das im Bereich des ehemaligen Kohlelagers des HKW Nord entstehen wird. Mit einer geplanten Inbetriebnahme im Jahr 2030 und einer Fernwärmeabdeckung von 30–50 % ist das Projekt ein zentraler Baustein der Dekarbonisierungsstrategie. Die Voraussetzung für den Bau ist jedoch ein Zuschlag in den kommunalen Restabfallausschreibungen.
Neben diesen Projekten setzt Chemnitz verstärkt auf Großwärmepumpen. Mit einer Leistung von bis zu 37 MWth und einem Vorlauf von 95–110°C sowie Rücklauf von 60–65°C tragen sie zur Dekarbonisierung der Fernwärme bei. Die Gesamtleistung der Wärmepumpen könnte sich bis 2045 auf bis zu 48 MWth erhöhen.
Fazit: Chemnitz auf dem Weg in eine klimafreundliche Zukunft
Mit einer Vielzahl an Projekten und einer klaren Strategie hat Chemnitz im März 2026 wichtige Weichen für die Zukunft der Energieversorgung gestellt. Die Kombination aus Biomasse, Abfallnutzung, Wärmepumpen und Wasserstofftechnologie zeigt, wie eine moderne, klimaneutrale Fernwärmeversorgung aussehen kann. Der Ausbau der Fernwärme um 50 % bis 2045 ist nicht nur ein technisches Ziel, sondern auch ein sozialer und ökologischer Meilenstein. Chemnitz demonstriert damit, wie Städte die Energiewende aktiv gestalten können.
Quellen
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