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Ludwigshafen: Bildungspolitik März 2026 – Ganztagsschulen, digitale Ausstattung und Beförderungskosten

Education and Public Facilities 📍 Ludwigshafen · Rheinland-Pfalz
Ludwigshafen: Bildungspolitik März 2026 – Ganztagsschulen, digitale Ausstattung und Beförderungskosten

Im März 2026 hat Ludwigshafen entscheidende Schritte in der Bildungspolitik gesetzt. Der Schulträgerausschuss beschloss die Errichtung von Ganztagsschulen an zwei weiteren Grundschulen, sicherte die Ausstattung mit digitalen Lizenzen ab und regelte die Erstattung von Schülerbeförderungskosten. Ein Überblick.

Ausbau der Ganztagsschulen in Ludwigshafen

Im März 2026 hat Ludwigshafen zwei weitere Schritte in Richtung eines umfassenden Ganztagsschulangebots unternommen. Die Grundschulen Luitpoldschule und Niederfeldschule werden ab dem Schuljahr 2027/2028 als Ganztagsschulen weitergeführt. Damit steigt die Anzahl der Ganztagsgrundschulen in der Stadt von fünf auf sieben – eine deutliche Verbesserung im landesweiten Vergleich.

Die Entscheidung basiert auf klaren Vorgaben des rheinland-pfälzischen Schulgesetzes (§ 14 Abs. 3 SchulG), wonach eine Ganztagsschule errichtet werden kann, wenn mindestens 36 Kinder verbindlich angemeldet sind. Beide Schulen übertreffen diese Zahl deutlich: an der Luitpoldschule nehmen aktuell 72 Kinder an der 16 Uhr-Betreuung teil, an der Niederfeldschule sogar 84 Kinder. Die Errichtung wurde auch aus jugendhilfeplanerischer Sicht begrüßt, da sie den Familien mehr Flexibilität bietet und die Betreuungsangebote in der Stadt ausweitet.

Zudem sind bauliche und infrastrukturelle Maßnahmen geplant, etwa die Sanierung der Schulhöfe, die Erweiterung der Küchenkapazitäten und die hybride Nutzung der Mensen. Die vorhandenen Sporthallen und Betreuungsräume tragen bereits heute zum Betrieb des Ganztagsschulangebots bei.

Digitale Ausstattung: Microsoft 365 A3 Lizenzen für Lehrkräfte

Ein weiteres Schwerpunktthema im März 2026 war die Beschaffung von Microsoft 365 A3 Lizenzen für Lehrkräfte und schulisches Personal. Der Schulträgerausschuss entschied sich dafür, über den bestehenden Rahmenvertrag mit der CANCOM GmbH die Lizenzierung voranzutreiben. Die Lizenzen umfassen Office-Anwendungen, Microsoft Teams, Exchange Online und SharePoint und sind für eine einheitliche digitale Arbeitsumgebung an den Schulen gedacht.

Die Kosten für die Lizenzen belaufen sich auf ca. 175.000 EUR pro Jahr, was über drei Jahre insgesamt 525.000 EUR entspricht. Die Lizenzierung erfolgt über Campus Level A (Unified EDU per User), was rechtliche und wirtschaftliche Vorteile bietet. Lernende erhalten zudem über den Microsoft Student Benefit eine kostenfreie M365-A1-Lizenz. Die Investition ist im Haushalt 2026 ff. unter Kostenstelle 31310001 eingeplant und wird als zentraler Baustein der digitalen Transformation in der Bildung betrachtet.

Kostenausgleich für Schülerbeförderung mit der Stadt Landau

Ein weiteres Thema, das den Schulträgerausschuss beschäftigte, war der Kostenausgleich für die Schülerbeförderung gemäß § 69 Abs. 7 SchulG. Die Stadt Ludwigshafen stimmt einer Zweckvereinbarung mit der Stadt Landau zu, um die Beförderungskosten für Schüler der Jakob-Reeb-Schule mit Förderschwerpunkt sozial-emotionale Entwicklung (SFE) zu regulieren.

Die Außenstelle der SFE-Schule in Ludwigshafen unterrichtet Schülerinnen und Schüler bis zur Orientierungsstufe. Ab der 7. Klassenstufe müssen die Schüler an den Hauptstandort in Landau wechseln. Nach Vorabberechnungen betragen die jährlichen Erstattungskosten für die Stadt Landau ca. 12.000 EUR. Diese Vereinbarung ist Teil einer landesweiten Regelung, bei der Landkreise und kreisfreie Städte Beteiligungen an den Beförderungskosten einbringen. Ludwigshafen hat bereits Erfahrung mit solchen Vereinbarungen, etwa mit der Stadt Frankenthal.

Preisanpassungen bei Schulbuchbeschaffung

Zuletzt beschloss der Schulträgerausschuss die Vergabe der Buchbeschaffung für das Schuljahr 2026/2027. Insgesamt erhalten drei Buchhandlungen Aufträge, mit einem Gesamtvolumen von ca. 470.000 EUR. Die Buchhandlungen Schweitzer Fachinformationen, Leseecke und Fröhlich haben die Ausschreibungen gewonnen. Die Lernmittelfreiheit und die entgeltliche Ausleihe sind Pflichtaufgaben des Schulträgers, und die Kosten werden vom Land vollständig übernommen. Bei Verlängerung des Vertrags bis 2029/2030 könnte das Volumen auf bis zu 1,88 Millionen EUR steigen.


Insgesamt war das März 2026 eine Aushängeschilder-Monate für Ludwigshafens Bildungspolitik. Mit der Erweiterung des Ganztagsschulangebots, Investitionen in die digitale Infrastruktur und der Regulierung von Beförderungskosten setzt die Stadt klare Akzente in Richtung moderner, inklusiver und familienfreundlicher Bildung. Die nächsten Monate werden zeigen, wie diese Entscheidungen in der Praxis umgesetzt werden und welche Auswirkungen sie auf die Schulentwicklung und die Lebensqualität in Ludwigshafen haben.

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