Klimaresilienz in Schermbeck: Regenwasserabkopplung in Gahlen im Fokus
Im April 2026 steht Schermbecks Bemühen um Klimaschutz und Klimaanpassung im Vordergrund – insbesondere die Umsetzung von Regenwasserabkopplungsmaßnahmen in Gahlen. Im Rahmen des Förderprogramms „KRiS“ sollen künftig 25 % der versiegelten Flächen vom Mischkanal abgekoppelt werden. Dieser Deep-Dive-Blog analysiert die Hintergründe, Zielsetzungen und Herausforderungen der Maßnahmen.
Klimaschutz in der Praxis: Schermbeck setzt auf Regenwasserabkopplung
Inmitten der Herausforderungen durch den Klimawandel setzt die Stadt Schermbeck auf technische und infrastrukturelle Maßnahmen, um langfristig klimaresilient zu bleiben. Ein Schwerpunkt der Anpassungsstrategie ist die Abkopplung von Regenwasser in Gahlen. Ziel ist es, den Druck auf das Kanalsystem zu verringern und so Schäden durch Starkregen zu minimieren.
Die Maßnahmen im Überblick: 17 Projekte für klimaresiliente Infrastruktur
Die Stadt plant insgesamt 17 Baumaßnahmen zur Abkopplung von Regenwasser im Betrachtungsraum Gahlen. Diese liegen innerhalb des Förderprogramms „Klimaresiliente Region mit internationaler Strahlkraft (KRiS)“ und sollen bis 2032 umgesetzt werden. Die geplanten Maßnahmen umfassen beispielsweise den Einbau von versickerungsfähigem Pflaster oder Rasengittersteinen auf gemeindlichen Flächen wie Fahrbahnen, Gehwegen, Plätzen und Grünflächen.
Ein zentrales Ziel ist es, 25 % der versiegelten Flächen vom Mischkanal abzukoppeln. Dies trägt dazu bei, das Kanalsystem zu entlasten und den Bedarf an Sanierungsmaßnahmen zu reduzieren. Die Kosten für die gesamten Projekte belaufen sich auf 8,56 Millionen Euro.
Finanzierung und Abwägung: Kompromisse auf der Straße?
Die Finanzierung der Sanierungsmaßnahmen, die erforderlich sind, um das Kanalsystem zu entlasten, erfolgt vollständig aus dem Gebührenhaushalt. Die Stadt betont, dass die Abkopplung von Regenwasser eine kosteneffektive Alternative zur reinen Kanalsanierung darstellt.
Trotzdem gibt es Herausforderungen. Die Umsetzung der Maßnahmen kann zu Veränderungen in der bestehenden Infrastruktur führen – beispielsweise könnten Stellplätze wegfallen. Dennoch betont die Verwaltung, dass solche Einschränkungen nicht zum Abbruch der Maßnahmen führen sollen. Die Abwägung zwischen Infrastrukturbedarf und Klimaschutz bleibt zentral.
Der Weg in die Zukunft: Planung und Beteiligung
Der aktuelle Planungsstand wird regelmäßig dem Fachausschuss vorgestellt, um Transparenz und Bürgerbeteiligung zu gewährleisten. Zudem ist ein Generalentwässerungsplan (GEP) für das Gebiet Gahlen erforderlich, der die Auswirkungen der Maßnahmen auf das Kanalisationsnetz und den Betriebspunkt neu berechnet.
Die Maßnahmen bilden einen Meilenstein in Schermbecks Klimaschutzstrategie. Sie zeigen, wie Kommunen durch präventive Investitionen in die Infrastruktur langfristig Kosten sparen und gleichzeitig den Klimawandel bewältigen können.
Ausblick: Von Gahlen nach Schermbeck?
Die Erfahrungen aus Gahlen könnten in Zukunft auch auf andere Stadtteile ausgeweitet werden. Die Umsetzung des KRiS-Programms bietet einen Pilotcharakter, der zeigt, wie Klimaschutz in der Stadtplanung konkret umgesetzt werden kann. Schermbeck beweist damit, dass auch kleine Städte mit innovativen Maßnahmen zur Klimaresilienz beitragen können.
Quellen
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