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Digitale Transformation und Governance: Wie der Rhein-Sieg-Kreis die Verwaltung neu denkt

Digitale Transformation und Governance: Wie der Rhein-Sieg-Kreis die Verwaltung neu denkt

Im Februar 2026 setzte sich der Rhein-Sieg-Kreis intensiv mit der Digitalisierung seiner Verwaltung auseinander. Der Fokus lag dabei auf der IT-Struktur, elektronischen Akten und der Governance der digitalen Transformation. Dieser Blog-Artikel analysiert die Schlüsselentscheidungen und Entwicklungen im Bereich Governance and Administration.

Digitalisierung als zentraler Governance-Pfeiler im Rhein-Sieg-Kreis

Die Digitalisierung der Verwaltung ist inzwischen nicht mehr nur ein technisches Projekt, sondern ein zentrales Element der kommunalen Governance. Im Rhein-Sieg-Kreis setzte sich der Ausschuss für Digitalisierung am 24. Februar 2026 mit der aktuellen IT-Struktur, der Nutzung von KI und der Organisation der digitalen Prozesse auseinander. Die Entscheidungen und Entwicklungen zeigen, wie Verwaltungsstrukturen und Technologie zunehmend eng verzahnt sind.

## Struktur und Organisation der IT-Verwaltung

Der Rhein-Sieg-Kreis hat sich eine klare organisatorische Struktur geschaffen, um die Digitalisierung nachhaltig zu steuern. Das Amt für Informationstechnik und Digitalisierung (Amt 12) ist seit März 2022 etabliert und verantwortet die IT-Infrastruktur, die Anwenderunterstützung und die IT-Beschaffung. Mit über 1.800 Arbeitsplätzen und 300 Servern ist das Amt 12 ein zentraler Akteur in der digitalen Transformation.

Die IT-Infrastruktur kümmert sich um Netzwerke, Firewalls und E-Mail-Sicherheit, während das IT-Service-Team für Support, Endgeräte und Schulungen zuständig ist. Eine besondere Herausforderung ist die Integration von Schul-IT (Amt 40) und der Leitstelle (Amt 38) in die allgemeine IT-Struktur – bislang ohne Erfolg.

## Elektronische Akte und Prozessdigitalisierung

Seit Ende 2019 setzt der Kreis auf die elektronische Akte enaio, die mittlerweile von rund 850 Mitarbeitenden genutzt wird. Fachverfahren wie Prosoz, ADVIS, Mikropro Bau und Avviso sind über Schnittstellen an das System angeschlossen. Der Papierverbrauch reduzierte sich seitdem um ein Drittel – ein klarer Erfolg der Digitalisierungsstrategie.

Ein neues Projekt, die Zentrale Scanstelle, wurde 2024 gestartet, um eingehende Post digital zu erfassen. Das System OK.Verkehr ist aktuell in der Anbindung. Diese Entwicklungen zeigen, wie der Kreis Schritt für Schritt die Verwaltungsprozesse digitalisiert und effizienter gestaltet.

## Governance-Struktur und Lenkungsorgane

Die Governance der Digitalisierung im Rhein-Sieg-Kreis ist in mehreren Ebenen organisiert. Die Stabsstelle Digitalisierung, eingerichtet 2021, ist mit vier Mitarbeitenden besetzt und verantwortet den Roll-out der elektronischen Akte, digitale Prozesse und Einführungsprojekte. Die Lenkungsgruppe Digitalisierung koordiniert strategisch und tagt dreimal jährlich mit Landrat, Kreisdirektorin und weiteren Stakeholdern.

Diese Struktur ermöglicht es, große Themen wie KI und RPA einzubinden, die zwar noch in der Anfangsphase sind, aber bereits in die Planung einfließen. Die Lenkungsgruppe ist auch für die Priorisierung von IT-Projekten zuständig, wobei ökonomische, technische und personelle Faktoren berücksichtigt werden.

## Externe Partnerschaften und Abhängigkeiten

Der Kreis kooperiert eng mit externen IT-Dienstleistern. Der Zweckverband Civitec fungiert als Interessenvertreter gegenüber regio iT, dem größten kommunalen IT-Dienstleister Nordrhein-Westfalens. Externe Partner wie IT.NRW, Sitepark und Optimal Systems unterstützen bei der Umsetzung des Onlinezugangsgesetzes und bei der Entwicklung von Portalen.

Trotz dieser Kooperationen bleibt die IT-Struktur stark an bestehende Produkte gebunden, was Wechsel und Flexibilität erschwert. Dies zeigt, dass die Digitalisierung im Kreis noch in einem Übergangsmodus ist, in dem externe und interne Lösungen eng verzahnt sind.

## Sicherheit und Schulungen als Erfolgsfaktor

Ein weiterer Schwerpunkt der Governance ist die Sicherheit. Die Stabsstelle Informationssicherheitsbeauftragter ist dafür verantwortlich, Risikoanalysen, Sicherheitsmaßnahmen und Schulungen zu planen und umzusetzen. Monatliche Sprechstunden und Schulungen zu enaio sowie ein umfangreicher Intranet-Bereich mit Videos und Anleitungen tragen zur Sensibilisierung bei.

Diese Maßnahmen sind besonders wichtig, da die Digitalisierung nicht nur Technologie, sondern auch Veränderung im Umgang mit Daten und Prozessen erfordert. Die Sicherheitsstrategie ist ein entscheidender Baustein im langfristigen Erfolg der digitalen Transformation.

## Ausblick: Digitalisierung als kontinuierlicher Prozess

Die Governance-Struktur und die IT-Entwicklungen im Rhein-Sieg-Kreis zeigen, dass die Digitalisierung eine langfristige, strategische Aufgabe ist. Die aktuellen Projekte wie die elektronische Akte, die Zentrale Scanstelle und die Integration neuer Technologien wie KI und RPA sind Meilensteine auf diesem Weg.

Im Jahr 2026 wird der Kreis in den nächsten Schritten voraussichtlich verstärkt auf Automatisierung, Effizienzsteigerung und bessere Bürgerdienstleistungen setzen. Die Governance-Struktur wird dabei entscheidend sein, um die richtigen Entscheidungen zu treffen und die Verwaltung nachhaltig zu transformieren.

Quellen

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