Paderborns Sportpolitik im März 2026: Entgelte, Investitionen und Konsolidierung
Im März 2026 beschäftigte sich Paderborn intensiv mit der Zukunft der städtischen Sportinfrastruktur. Vom Anpassen der Entgelte über Investitionen in LED-Beleuchtung bis hin zu Haushaltskürzungen – hier ist der tiefere Blick auf die wichtigsten Entscheidungen.
Paderborns Sportpolitik: Wie die Stadt den Sport im Griff behält
Die Stadt Paderborn setzt sich nach wie vor intensiv mit der Entwicklung ihrer Sport- und Freizeitlandschaft auseinander. Im März 2026 standen mehrere zentrale Themen auf der Tagesordnung des Ausschusses für Sport und Freizeit sowie des Betriebsausschusses Bäder. Vom Haushaltsplan über die Entgeltordnung bis hin zu Investitionen in Bäder und Sportanlagen – die Entscheidungen zeigen, wie die Stadt mit knapper Kasse und steigenden Anforderungen umgeht.
Entgeltordnung: Wem wird der Zugang zum Sport verbilligt?
Eine der zentralen Entscheidungen war die Ergänzung der Entgeltordnung für die städtischen Sportanlagen. Hier wurden klare Unterscheidungen zwischen Nutzungsgruppen getroffen:
- Nutzergruppe 0: Kitas, Schulen, städtische Ämter – erhalten weiterhin privilegierte Konditionen.
- Nutzergruppe 1: Gemeinnützige Sportvereine, Hochschulsport, Trainerausbildungen – profitieren von reduzierten Entgelten.
- Nutzergruppe 2: Nicht-sportliche Nutzungen anderer gemeinnütziger Vereine – erhalten ebenfalls günstigere Konditionen.
- Nutzergruppe 3: Kommerzielle Anbieter, Privatpersonen – zahlen die vollen Entgelte.
Diese Neuausrichtung ist Teil einer Strategie, den Zugang zum Sport für gemeinnützige Organisationen zu fördern, während kommerzielle Nutzung stärker finanziert wird. Gleichzeitig wurde auch die Entgeltordnung für Schwimmkurse für Kinder angepasst, wodurch die Kurse um 46 % auf 8,50 € pro Einheit angestiegen sind. Dies löste Kritik aus, insbesondere von der Fraktion „Die Linke“, die eine Erhöhung ablehnte.
Investitionen und Sanierungen: Was wird modernisiert?
Im Bereich der Investitionen und Sanierungen standen mehrere Projekte im Fokus. Besonders hervorzuheben sind:
- Umrüstung auf LED-Flutlicht: In den Jahren 2026 bis 2029 wird eine Sportanlage pro Jahr auf LED-Beleuchtung umgerüstet. Die Kostenbelastung für 2026 liegt bei -165.000 €.
- Sanierungen in Bädern: Zahlreiche Bäder wie das Rolandsbad, Waldbad und Residenzbad erhalten Investitionen in Millionenhöhe. Dazu zählen Beckenabdeckungen, Schaltpulte, Drehkreuzanlagen und barrierefreie Kassenautomaten. Allein 2026 sind rund 537.000 € für Sanierungen und Investitionen geplant.
- Klimafonds-Nutzung: Zusätzlich werden 300.000 € aus dem Klimafonds für die Abdeckungen der Schwimmbecken verwendet – ein Schritt hin zu mehr Nachhaltigkeit.
Die Stadt setzt also auf eine langfristige Modernisierung der Sport- und Bäderinfrastruktur, was auch der Klimaschutzpolitik entspricht.
Haushaltskürzungen und Konsolidierungsmaßnahmen
Angesichts der Haushaltslage wurden auch Konsolidierungsmaßnahmen beschlossen. Insbesondere betreffen diese die Freibäder:
- Der kostenlose Eintritt für Kinder bis 13 Jahren während der Sommerferien wird gestrichen.
- Das Residenzbad bleibt während der Freibadsaison geschlossen – auch für Vereins- und Schulschwimmen.
- Der Beginn der Freibadsaison im Rolandsbad wird auf den 01.06.2026 festgelegt, was eine Verlängerung der Vorbereitungszeit ermöglichen soll.
Diese Maßnahmen spiegeln die finanziellen Engpässe wider und zeigen, dass die Stadt nicht nur investieren, sondern auch sparen muss. Gleichzeitig wird die Schulschwimm-Initiative Paderborn (SchIP) weitergeführt, obwohl die Mittel für die Ausweitung auf Stadtteile zurückgefahren wurden.
Fazit: Sportpolitik zwischen Investition und Sparzwang
Die Sportpolitik Paderborns im März 2026 zeigt eine klare Balance zwischen Investitionen in die Zukunft und der Notwendigkeit, den Haushalt zu konsolidieren. Die Stadt setzt auf eine klare Differenzierung in der Nutzung der Sportanlagen, fördert gemeinnützige Vereine und investiert in moderne, nachhaltige Infrastruktur. Gleichzeitig muss sie aber auch Einschnitte hinnehmen – vor allem in der Freizeit und Bäderpolitik. So bleibt die Herausforderung bestehen: Wie lässt sich der Zugang zum Sport für alle Bevölkerungsgruppen sichern, ohne die finanzielle Substanz der Stadt zu überlasten?
Quellen
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