Moers setzt auf inklusive Sozial- und Wohnraumpolitik – Fokus auf Barrierefreiheit, Seniorenarbeit und Behindertenrechte
Im Februar 2026 standen in Moers soziale Angelegenheiten und Wohnungspolitik im Fokus. Der Beirat für Menschen mit Behinderung sowie der Beirat für ältere Menschen diskutierten über Barrierefreiheit, Finanzierung, Sicherheit und Zukunftsperspektiven. Der Blog zeigt, wie Moers auf inklusive Strukturen und bessere Lebensqualität setzt.
Inklusion und Sicherheit im Vordergrund: Moers stärkt Sozial- und Wohnraumpolitik
In der Stadt Moers rückten soziale Angelegenheiten und Wohnungspolitik in der Februarwoche 2026 in den Mittelpunkt. Der Beirat für Menschen mit Behinderung und der Beirat für ältere Menschen diskutierten über aktuelle Herausforderungen, wie bessere Barrierefreiheit, Finanzierung sozialer Leistungen und mehr Teilhabe. Gleichzeitig setzte sich die Stadt mit der Zukunft der Seniorenarbeit, inklusiver Wohnraumplanung und der Rolle des Ehrenamts auseinander.
Barrierefreiheit und Teilhabe: Viele Punkte auf der Agenda
Die Diskussionen im Beirat für Menschen mit Behinderung zeigten, wie weitreichend die Anforderungen an eine inklusive Stadtentwicklung sind. Ein zentraler Punkt war die Situation der Gehwege in Meerbeck, bei denen wassergebundene Wege und überwachsende Sträucher als Hindernisse kritisiert wurden. Zudem fehlte es an taktilen Ampelanlagen, was die Mobilität von sehbehinderten und blinde Bürger*innen stark eingeschränkt.
Auch in öffentlichen Gebäuden wurden Mängel festgestellt. So wurde beispielsweise auf unsachgemäße Behinderten-WCs in Kapellen und im Kulturzentrum Rheinkamp hingewiesen. In der VHS Moers wurden Tische als nicht rollstuhlfreundlich bezeichnet. Diese Beanstandungen zeigen die Notwendigkeit einer konsequenten Umsetzung der DIN-Normen und einer regelmäßigen Prüfung der Barrierefreiheit.
Ein weiteres wichtiges Thema war die Unzugänglichkeit von Behindertenparkplätzen, insbesondere an Stellen wie dem Bollwerk, der Bendmannstraße und der Meerstraße. Kritisch wurde auch die fehlende Sichtbarkeit von Piktogrammen angemerkt, die Orientierungshilfen bieten könnten.
Finanzierung sozialer Leistungen: Herausforderungen und Lösungsansätze
Die Finanzierung sozialer Maßnahmen stellte sich als weiterer zentraler Diskussionspunkt heraus. So lehnte ENNI die Finanzierung eines mobilen Pool-Lifts im Freibad Moers aus Kostengründen ab. Mit Kosten von rund 18.700 Euro war das Projekt für den kommunalen Haushalt nicht finanzierbar. Dennoch wurde ein Vorschlag zur Weiterverfolgung mit der Verwaltung ausgesprochen.
Zudem wurde auf die Finanzierungsschwierigkeiten des On-Demand-Angebots (ODI) hingewiesen. Der Beirat für Menschen mit Behinderung fordert, sich in zukünftigen Sitzungen intensiver mit der Thematik auseinanderzusetzen. Diese Diskussionen zeigen, wie sensibel die Finanzierung von inklusiven Angeboten ist und wie wichtig es ist, langfristige Planungen in den Haushaltsplan einzubeziehen.
Seniorenarbeit und Sicherheit: Moers baut Brücken
Der Beirat für ältere Menschen setzte sich in der Februarwoche mit der Struktur der Seniorenarbeit auseinander. Ein wichtiges Projekt ist die Einhaltung von Sicherheitsstandards, insbesondere im Hinblick auf Prävention vor Betrug und Kriminalität. Der Rat lehnte die Erstellung eines umfassenden Sicherheitskonzepts ab, setzte jedoch gezielte Maßnahmen wie Informationsveranstaltungen, Warn-Flyer und Schulungen zu Phishing um.
Ein weiterer Schwerpunkt war die Finanzierung des Begegnungs- und Beratungszentrums Moers-Scherpenberg, das seit 2015 durch Förderung finanziert wird. Gleichzeitig ist die Rolle des Ehrenamts entscheidend. Über 80 ehrenamtliche Mitarbeitende tragen zur Vielfalt der Angebote bei – von Seniorennachmittagen bis hin zu Repair Cafés. Dennoch bestehen Herausforderungen, insbesondere in kirchlichen Strukturen, bei der Gewinnung neuer Ehrenamtlicher.
Zukunftsperspektiven: Inklusion, Selbstbestimmung und mehr
Die Beiräte diskutierten zudem über zukünftige Themen, wie Gewaltprävention, persönliche Budgete, und die Umgestaltung der Innenstadt unter Berücksichtigung barrierefreier Standards. Im Bereich der Arbeitsmarktpolitik wurde die Notwendigkeit einer Integration in den ersten Arbeitsmarkt betont. Menschen mit Behinderung sollen nicht mehr in „beschützenden“ Werkstätten arbeiten müssen, sondern Chancen im regulären Arbeitsleben erhalten.
Ein weiteres wichtiges Thema war die Gestaltung von Wohnraum für junge Erwachsene mit Behinderung. Hier fehlen inklusive Angebote zur Verselbstständigung, was zu erheblichen Einschränkungen in der Lebensplanung führt. Gleichzeitig wurden Mängel in der Beratungsversorgung thematisiert – sowohl bei der Beantragung von Eingliederungshilfen als auch bei der Schwerbehinderteneinstufung.
Fazit: Moers setzt auf Dialog, Struktur und Inklusion
Die politischen Diskussionen zeigen, dass Moers auf breite Beteiligung, strukturelle Sicherheit und inklusive Planung setzt. Die Beiräte für Menschen mit Behinderung und ältere Menschen sind hierbei wichtige Akteure, die auf Dialog, Transparenz und Mitgestaltung drängen. Obwohl es Herausforderungen in der Finanzierung und der Umsetzung gibt, zeigt sich ein klarer Trend zur Förderung von Teilhabe, Selbstbestimmung und Sicherheit.
In den kommenden Monaten wird es daher besonders wichtig sein, die Kooperation zwischen Verwaltung, Beiräten und Bürger*innen zu intensivieren. Nur so kann Moers als inklusive und lebenswerte Stadt weiterentwickelt werden.
Quellen
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