Jugendpolitik in Leverkusen: Bildung, Nachhaltigkeit und Zukunftsfähigkeit
In Leverkusen setzt sich die Jugendpolitik verstärkt für Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE), Demokratiebildung und Partizipation ein. Mit einem starken BNE-Konzept, neuen Lernorten und Jugendwerkstätten wird die Zukunftsfähigkeit der Stadt aktiv gestaltet.
Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) als zentraler Pfeiler
Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) ist in Leverkusen nicht mehr nur ein Nebenthema, sondern ein strukturell verankerter Bestandteil der Bildungslandschaft. Mit einem klaren Leitbild „An morgen denken, heute handeln“ und einer umfassenden BNE-Strategie, die alle Altersgruppen und Bildungseinrichtungen einbezieht, setzt die Stadt auf eine ganzheitliche Nachhaltigkeitsbildung.
Im Jahr 2026 ist das BNE-Konzept bereits in die Praxis übergegangen. Es wird durch eine BNE-Stelle (Fachkoordinatorin Christina Kowalczyk) und ein Netzwerk aus Kitas, Schulen, Berufskollegs, Vereinen und der Verwaltung koordiniert. Schulungen, Austauschformate und ein Tool zur Selbstevaluation sorgen dafür, dass BNE nicht nur diskutiert, sondern auch systematisch umgesetzt wird. Besonders hervorzuheben ist das Projekt „energieLux“, das 22 städtische Kitas und Schulen im Klimaschutz aktiviert und durch Checklisten und Fortbildungen unterstützt.
Die frühkindliche Bildung spielt in diesem Kontext eine zentrale Rolle. Mit 86 Tageseinrichtungen, davon 39 in städtischer Trägerschaft, wird BNE spielerisch vermittelt – Themen wie Umweltbewusstsein, soziale Verantwortung und Ressourcenschutz stehen im Fokus. Zudem wird ein „BNE-Pass für Familien“ entwickelt, der nachhaltige Aktivitäten außerhalb institutioneller Strukturen sichtbar macht.
Jugendbeteiligung und Zukunftsentwicklung: Jugendliche als Gestalter der Stadt
Die Jugendbeteiligung in Leverkusen hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Mit Projekten wie „Leverkusen 2040+“ und der „WIRkstatt Zukunft“ werden Jugendliche aktiv in die Vision der Stadt für das Jahr 2030 einbezogen. Die Jugendwerkstätten bieten Raum für Zukunftsszenarien, die von den Jugendlichen selbst entwickelt und in Projekte umgesetzt werden.
Ein weiterer Meilenstein ist die Einrichtung eines Jugendstadtrats, dessen Beschlüsse in die Kommunalpolitik einfließen. In den Sitzungen April 2026 wurden beispielsweise Anträge zur Schaffung von Lernorten, zur Digitalisierung der Jugendangebote und zur Mobbingprävention diskutiert. Die Jugendlichen fordern nicht nur mehr Freizeitangebote, sondern auch inklusive Räume für neurodivergente Jugendliche und günstige Lernorte wie Cafés mit „Stille Stunden“.
Die Stadt hat sich zudem zur Einrichtung einer „stillfreundlichen Kommune“ bekannt – ein weiterer Schritt in Richtung Familienfreundlichkeit und gesundheitlicher Prävention. Insgesamt zeigt sich, dass die Jugendbeteiligung in Leverkusen nicht mehr auf symbolische Formate beschränkt ist, sondern ernst genommen wird und Einfluss auf politische Entscheidungen nimmt.
Digitalisierung, Kultur und MINT-Bildung: Zukunftsfähigkeit durch Innovation
Die Digitalisierung der Jugendbildung ist ein weiteres zentrales Thema. Das Projekt
Auch in der Kulturellen Bildung setzt Leverkusen auf Innovation. Das Gesamtkonzept Kulturelle Bildung 2024 fördert nicht nur kulturelle Teilhabe, sondern auch die Einbindung von Jugendlichen in kulturelle Projekte. Mit Schnupper-Workshops, künstlerischen Austauschformaten und dem Sprungbrettfestival wird Kultur als Lernort genutzt. Besonders hervorzuheben ist das Projekt „Im Garten des Freiherrn – Kinder erforschen das 19. Jahrhundert“, das historische Themen spielerisch und interaktiv vermittelt.
MINT-Bildung ist ein weiterer Schwerpunkt. Mit dem zdi-Netzwerk cLEVer und dem MINTmachTag wird die technische und naturwissenschaftliche Bildung gestärkt. Die Zahl der Teilnehmer*innen an MINT-Kursen ist von 300 auf 650 gestiegen – ein deutlicher Aufwärtstrend, der auch von der Stadt finanziell unterstützt wird.
Fazit: Leverkusen als Vorbild für nachhaltige Jugendpolitik
In der Jugendpolitik hat Leverkusen in den letzten Jahren eine klare Entwicklung hin zu nachhaltiger Bildung, aktiver Partizipation und innovativer Bildungsangebote vollzogen. Mit einem starken BNE-Konzept, einer Vielzahl an Jugendwerkstätten und einer zunehmenden Einbindung von Jugendlichen in politische Prozesse setzt die Stadt ein Vorbild für andere Kommunen. Die Kooperation mit Bildungseinrichtungen, Unternehmen, Kulturinstitutionen und Vereinen zeigt, dass Nachhaltigkeit nicht nur eine Aufgabe der Politik ist, sondern ein gemeinschaftliches Vorhaben ist.
In den nächsten Jahren wird es entscheidend sein, die Ergebnisse der Jugendbeteiligung in konkrete Handlungen umzusetzen. Die Stadt Leverkusen hat mit dem BNE-Netzwerk und der „WIRkstatt Zukunft“ bereits eine starke Grundlage geschaffen – nun gilt es, diese weiterzuentwickeln und den Jugendlichen den Raum zu geben, die Zukunft mitzugestalten.
Quellen
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