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Kölner Bildungspolitik im Fokus: Schulstruktur, Verkehr und Investitionen im Februar 2026

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Kölner Bildungspolitik im Fokus: Schulstruktur, Verkehr und Investitionen im Februar 2026

Im Februar 2026 standen in Köln wichtige Entscheidungen zur Schulentwicklung, zum Deutschlandticket Schule und zu neuen Baumaßnahmen im Bildungsbereich im Mittelpunkt. Der Ausschuss Schule und Weiterbildung setzte sich intensiv mit der Gestaltung der Schullandschaft, finanziellen Auswirkungen und baulichen Zukunftsvisionen auseinander.

Bildungspolitik in Bewegung: Schulentwicklung, Verkehr und Investitionen in Köln

Im Februar 2026 hat die Stadt Köln im Bereich Bildung und öffentliche Einrichtungen mehrere entscheidende Schritte getan. Der Fokus lag dabei auf der Schulentwicklung im Stadtbezirk Innenstadt, der Umstellung des Deutschlandtickets Schule und der Realisierung neuer baulicher Projekte. Diese Themen beeinflussen nicht nur die aktuelle Ausgestaltung des Bildungssystems, sondern auch die zukünftige Infrastruktur und Mobilität der Schüler*innen.

Schulstruktur und Schulentwicklung in der Innenstadt

Der Ausschuss Schule und Weiterbildung hat sich intensiv mit der Gestaltung der Schullandschaft in der Innenstadt befasst, insbesondere mit dem Gymnasium Neustadt-Nord und der Katholischen Hauptschule am Rhein. Die Katholische Hauptschule wird ab dem Schuljahr 2026/27 geschlossen, da der Bedarf an Hauptschulplätzen als gering eingeschätzt wird. Die Verwaltung begründet dies mit der sinkenden Anzahl von Schüler*innen an Hauptschulen in Köln und sieht keine Versorgungsengpässe.

Das Gymnasium Neustadt-Nord, das aktuell im Interimsstandort Ubierring untergebracht ist, wird ab 2028/29 in zwei Teilstandorten – Gereonsmühlengasse und Dagobertstraße/Niederichstraße – untergebracht. Die generalsanierte Gereonsmühlengasse wird für die Sekundarstufe I genutzt, während die Dagobertstraße für die Sekundarstufe II vorgesehen ist. Diese Lösung soll eine langfristige Struktur schaffen, die den Anforderungen der Zukunft entspricht.

Deutschlandticket Schule: Wechsel des Ticketmodells

Ein weiteres zentrales Thema war die Umstellung des Deutschlandtickets Schule ab 01.08.2026. Der Rat hat beschlossen, zurückzukehren zu einem kostengünstigeren Schülerticketmodell. Ziel ist es, die finanziellen Belastungen für Familien und die kommunalen Haushalte zu reduzieren. Die Umstellung bringt Einsparungen von jährlich 390.000 Euro, was vor allem bei freifahrtberechtigten Schüler*innen spürbar ist.

Der neue Vertrag mit dem Verkehrsverbund Rhein-Sieg und den Kölner Verkehrsbetrieben sieht ein Modell vor, das das Schülerticket im Subventionsmodell ersetzt. Das neue Ticket soll monatlich etwa 30 Euro kosten. Für die Umstellung sind organisatorische Maßnahmen wie Vertragsabschluss, Chipkartenproduktion und Widerspruchsfristen erforderlich.

Kritisch diskutiert wurde auch die Frage, ob eine individuelle Wahl zwischen regionalen und deutschlandweit gültigen Tickets ermöglicht werden soll. Die SPD-Fraktion forderte eine Prüfung der rechtlichen und organisatorischen Möglichkeiten, um Eltern mehr Flexibilität zu geben. Dies könnte vor allem für Familien mit wechselnden Wohnorten oder beruflichen Engagements relevant sein.

Baumaßnahmen und Investitionen in die Bildungsinfrastruktur

Ein weiteres Highlight war die Genehmigung des Modulbaus und der Einfachturnhalle am Gymnasium Kartäuserwall in Altstadt-Süd. Mit Gesamtkosten von 920.000 Euro, davon 300.000 Euro investive und 620.000 Euro konsumtive Kosten, wird das Projekt bis zum Schuljahr 2026/27 fertiggestellt. Die Finanzierung erfolgt aus dem Haushaltsplan des Amtes für Schulentwicklung.

Ein weiteres Bauprojekt in Planung ist der Neubau einer Gesamtschule und Kindertagesstätte am Lindweiler Hof in Köln-Bickendorf. Das Projekt sieht 882 Schülerplätze und 85 Kita-Plätze vor und ist für Ende 2028 vorgesehen. Der Montessori-Gymnasium ist aktuell auf dem Gelände als Interimsnutzung untergebracht. Der Neubau wird unter Denkmalschutz stehen und auch Retentionsflächen für Starkregenprävention beinhalten.

Ausblick: Bildungspolitik im Wandel

Die Entscheidungen des Februars 2026 zeigen, dass Kölner Bildungspolitik stark im Wandel ist. Die Schulentwicklung orientiert sich an dem Ziel, Strukturen zu schaffen, die langfristig tragfähig und flexibel sind. Gleichzeitig wird die Finanzierung und Mobilität der Schüler*innen stärker in den Blick genommen.

Zukünftig wird es darauf ankommen, wie diese Maßnahmen in der Praxis umgesetzt werden – insbesondere, ob die Umstellung des Ticketmodells tatsächlich zu einer Entlastung führt und ob die Schulentwicklungsplanung wirklich auf die Bedürfnisse der Stadtgesellschaft eingehen kann. Die Diskussionen um Hauptschulen und Gesamtschulen zeigen zudem, dass die Struktur der Bildungsangebote weiterhin ein strittiges Thema bleibt.

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