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Hagen: Haushaltskonsolidierung 2026/2027 – Zwischen Defiziten, Personalentwicklung und Altschuldenentlastung

Finance and Budget 📍 Hagen · Nordrhein-Westfalen
Hagen: Haushaltskonsolidierung 2026/2027 – Zwischen Defiziten, Personalentwicklung und Altschuldenentlastung

Die Stadt Hagen hat im April 2026 den Haushaltsplanentwurf für die Jahre 2026/2027 einstimmig beschlossen. Gleichzeitig zeigt sich die finanzielle Lage der Stadt weiterhin angespannt. In diesem Beitrag analysieren wir die Haushaltsplanung, die Konsolidierungsstrategie und die Personalentwicklung.

Haushaltsplanung 2026/2027 – Ein Schritt in Richtung Sicherheit

Die Stadt Hagen hat im April 2026 den Haushaltsplanentwurf für die Jahre 2026/2027 einstimmig beschlossen. Die Verabschiedung durch den Rat ist für den 21. Mai 2026 vorgesehen. Der Haushaltssicherungskonzept (HSK) zielt auf einen Haushaltsausgleich bis 2034 ab und sieht jährliche Konsolidierungsvolumina zwischen 19,97 Mio. € und 20,81 Mio. € vor.

Die Gesamtaufwendungen 2026 betragen 394,88 Mio. €. Personalaufwendungen machen fast ein Viertel des Haushaltsvolumens aus und sind damit einer der größten Kostenfaktoren. Die geplanten Budgetansätze für 2027 bis 2030 zeigen einen kontinuierlichen Anstieg an, was auf steigende Ausgaben für Personal, Transferleistungen und Sach- und Dienstleistungen zurückzuführen ist.

Altschuldenentlastung – Hoffnung auf finanzielle Entlastung

Ein zentrales Element der Haushaltsplanung ist die geplante Altschuldenentlastung im Rahmen des ASEG NRW in Höhe von knapp 543 Mio. €. Diese Entlastung könnte die finanzielle Situation der Stadt langfristig entlasten. Allerdings bleibt das Haushaltsdefizit in den nächsten Jahren bestehen. Für 2026 ist ein Defizit von 53,14 Mio. €, für 2027 von 85,40 Mio. € geplant.

Die Stadt Hagen ist seit 2013 überschuldet, und bis 2034 ist ein Haushaltsausgleich vorgesehen. Die Konsolidierungsmaßnahmen beinhalten unter anderem Einsparungen in der Jugend- und Integrationsförderung. Zudem wird der Anstieg der Personalaufwendungen durch Tariferhöhungen, Inflation und pandemiebedingte Ausgaben weiter belastend wirken.

Personalentwicklung – Zwischen Engpässen und Konsolidierung

Die Personalentwicklung in Hagen ist ein weiteres entscheidendes Thema. Der Personalbestand ist von 2016 bis 2025 um mehr als 517 VZÄ gestiegen. Gleichzeitig sind Vakanzstellen ein Problem: zum Berichtsstichtag standen 42 VZÄ an, zum 31.12.2025 sogar 78,31 VZÄ. Die größten Engpässe bestehen im Bereich Jugend und Soziales, Stadtentwicklung, Bauen und Sport sowie in der Integration und Wohnraumsicherung.

Im Jahr 2025 wurden 237 neue Beschäftigte eingestellt, darunter 55 im Bereich Jugend und Soziales. Gleichzeitig ist die Zahl der befristeten Beschäftigungen gesunken. Die Ausbildungspolitik wird verstärkt: 98 neue Ausbildungen wurden begonnen, und die Zahl der Ausbildungsstellen ist um 16 % gestiegen.

Die Personalkostenentwicklung ist jedoch kritisch. Die Personalaufwendungen stiegen von 116,9 Mio. € im Jahr 2016 auf 228,49 Mio. € im Jahr 2026. Diese Entwicklung spiegelt die angespannte finanzielle Lage wider und macht eine sorgfältige Konsolidierung notwendig.

Die Herausforderungen der Zukunft

Die Haushaltslage in Hagen bleibt weiterhin herausfordernd. Die Stadt ist auf eine nachhaltige Konsolidierung angewiesen, um langfristig finanziell stabil zu werden. Gleichzeitig müssen die sozialen Aufgaben, die Sicherheit und die Bildungspolitik gewährleistet bleiben. Die geplante Altschuldenentlastung bietet Hoffnung, doch die Konsolidierung wird auch in den nächsten Jahren notwendig sein.

Zusammenfassend zeigt sich: Die Haushaltsplanung 2026/2027 ist ein Schritt in die richtige Richtung, doch die finanzielle Konsolidierung und die Personalplanung bleiben zentrale Herausforderungen für die Stadt Hagen.

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