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Wohnungsnot und soziale Sicherheit: Dortmunds Sozialpolitik im Januar 2026

📍 Dortmund · Nordrhein-Westfalen
Wohnungsnot und soziale Sicherheit: Dortmunds Sozialpolitik im Januar 2026

Im Januar 2026 standen in Dortmund entscheidende Maßnahmen zur Bekämpfung der Wohnungsnot, zur Sicherstellung sozialer Sicherheit und zur Stärkung der Gesundheitsversorgung im Fokus. Der Ausschuss für Soziales, Arbeit und Gesundheit diskutierte dringende Themen wie Gebührenmodelle, Sicherheitsstrategien und Investitionen in Sozialraum.

Wohnungsnot, Sicherheit und Sozialpolitik in Dortmund: Eine Bilanz des Januars 2026

In einer Stadt wie Dortmund, die mit wachsender Wohnungsnot, wachsenden sozialen Spaltungen und steigender Geflüchtetenbewegung konfrontiert ist, spielen Sozialpolitik und Wohnungspolitik eine zentrale Rolle. Der Januar 2026 brachte in Dortmund entscheidende Neuerungen, Debatten und Investitionen, die den Umgang mit Obdachlosigkeit, sozialer Sicherheit und Gesundheitsversorgung neu definieren. Im Fokus standen dabei insbesondere die Einführung von Gebührenmodellen für Unterkünfte, verstärkte Sicherheitsmaßnahmen und Investitionen in den Sozialbereich.

Wohnraumvorhalteprogramm und Gebührenmodell: Ein neues Finanzierungsmodell

Die Stadt Dortmund setzte im Januar 2026 einen Meilenstein mit der Einführung einer Satzung zur ordnungsrechtlichen Unterbringung von Geflüchteten, Wohnungslosen und Obdachlosen. Mit dieser Satzung verbunden war ein neues Gebührenmodell, das Selbstzahler*innen finanziell verpflichtet. Die Gebühren reichen von 15 Euro pro Tag in der Notschlafstelle bis zu 3.000 Euro im Monat in der Übergangseinrichtung.

Dieses Modell stößt auf Kritik, besonders von Seiten der SPD, GRÜNE & Volt sowie der LINKE & Tierschutzpartei, die für gestaffelte, faire Gebührenmodelle eintraten. In anderen Städten wie Bochum und Köln gibt es bereits solche Modelle, die sozialverträglicher wirken. Dennoch ist die Einführung in Dortmund notwendig, um den steigenden Kosten in der Wohnungslosenhilfe entgegenzuwirken, die im Jahr 2025 bereits 25,7 Millionen Euro betrugen.

Sicherheitsstrategie und Streetwork: Ein Delikates Gleichgewicht

Die Sicherheitsstrategie der Stadt Dortmund erhielt 2026 einen neuen Impuls durch den Masterplan „Kommunale Sicherheit 2.0“. Eine Umfrage unter 107 Wohnungslosen zeigte, dass viele Gewalterfahrungen machten – ein Thema, das in den Sicherheitsstrategien verankert werden muss. Gleichzeitig wurde das Nachtcafé am Schwanenwall erweitert und Streowerker*innen im Rahmen des Sonderstabes „Ordnung und Sicherheit“ eingesetzt.

Doch auch hier zeigte sich ein Spannungsverhältnis: Verstärkte Kontrollen führten dazu, dass drogenabhängige Menschen sich in Randbereiche zurückzogen. Dies machte sie für die Versorgung schwerer erreichbar. Die Frage, wie Sicherheit und soziale Inklusion in Einklang gebracht werden können, bleibt offen.

Gesundheitliche Risiken und Vorsorge: Die Schattenseite der Wohnungsnot

Die Gesundheitliche Situation der wohnungslosen Bevölkerung in Dortmund ist alarmierend. Berichte über Todesfälle durch Unterkühlung und langfristige Schäden wie Organschäden oder neurologische Beeinträchtigungen zeigen die Notwendigkeit einer präventiven Gesundheitsversorgung. Die GRÜNEN & Volt sowie die LINKE & Tierschutzpartei forderten deshalb verstärkte medizinische Unterstützung und ein formelles Winternothilfekonzept.

Doch auch hier zeigt sich ein Problem: Die Dunkelziffer ist hoch, da Nachsorge oft fehlt. Die Stadt plant daher ein Dashboard in Zusammenarbeit mit der Stabstelle Dortmunder Statistik, um die Situation transparenter zu machen und gezielt zu begegnen.

Investitionen und Zukunft: Die Bauagenda 2026

Während sich Dortmund mit der aktuellen Wohnungsnot auseinandersetzt, blickt die Stadt auch in die Zukunft. Die Bauagenda 2026 sieht Investitionen in Sozial- und Bildungseinrichtungen mit einem Volumen von rund 5 Milliarden Euro vor. Kitas, Schulen und Begegnungsstätten sollen saniert, barrierefrei ausgestattet und energetisch optimiert werden.

Diese Investitionen werden unter anderem durch Mittel aus dem Landesprogramm LuKIFG NRW finanziert, das 2026 rund 357,9 Millionen Euro bereitstellt. Ziel ist es, den sozialen Raum in Dortmund zu stärken und langfristig die Lebensqualität zu verbessern.

Fazit: Eine Politik im Wandel

Der Januar 2026 markiert einen entscheidenden Wendepunkt in der Sozial- und Wohnungspolitik Dortmunds. Mit neuen Finanzierungsmodellen, verstärkten Sicherheitsmaßnahmen und Investitionen in den Sozialbereich setzt die Stadt auf eine aktive, präventive Politik. Doch der Weg ist steinig: Die Balance zwischen Sicherheit und sozialer Inklusion, zwischen Kosten und Gerechtigkeit bleibt eine Herausforderung.

In den kommenden Monaten wird es besonders wichtig sein, die sozialen Auswirkungen der neuen Gebührenmodelle zu beobachten und gegebenenfalls anzupassen. Zudem muss die Stadt sicherstellen, dass die Gesundheitliche Vorsorge für wohnungslose Menschen nicht in den Hintergrund rückt. Nur durch einen ganzheitlichen, koordinierten Ansatz kann Dortmund die Wohnungsnot und soziale Ungleichheit nachhaltig bekämpfen.

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