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Dortmunds Mobilitätswende: Digitalisierung, Infrastruktur und Barrierefreiheit in der Verkehrspolitik

📍 Dortmund · Nordrhein-Westfalen
Dortmunds Mobilitätswende: Digitalisierung, Infrastruktur und Barrierefreiheit in der Verkehrspolitik

Im Februar 2026 setzte Dortmund in der Verkehrspolitik wichtige Impulse. Der Fokus lag auf digitalen Mobilitätslösungen, dem Ausbau der Radverkehrsinfrastruktur und der Barrierefreiheit im ÖPNV. Zudem wurden Investitionsprojekte im Zusammenhang mit der IGA 2027 diskutiert. Ein Überblick.

Dortmunds Mobilitätsstrategie im Fokus: Digitalisierung, Infrastruktur und Barrierefreiheit

Dortmund ist auf einem entscheidenden Weg in Richtung einer klimafreundlichen, digital vernetzten und barrierefreien Verkehrspolitik. Im Februar 2026 setzte der Ausschuss für Mobilität, Infrastruktur und Grün (AMIG) in mehreren Sitzungen wichtige Impulse, die sowohl kurzfristige Maßnahmen als auch strategische Zielsetzungen umfassen. Die Debatten spiegeln die Herausforderungen wider, die jede moderne Großstadt in der Region Ruhr aktuell bewältigen muss: Wie kann der ÖPNV attraktiver gemacht werden? Wie kann der Radverkehr gefördert werden, ohne den Individualverkehr zu verdrängen? Und wie kann die Barrierefreiheit im öffentlichen Raum verbessert werden?

MOVE.digital: Vernetzte Mobilität für Dortmund

Ein zentrales Projekt, das in der AMIG-Sitzung am 03.02.2026 vorgestellt wurde, ist MOVE.digital. Dieses Förderprojekt zielt darauf ab, digitale Mobilitätslösungen in der Stadt zu entwickeln und zu integrieren. Dabei geht es nicht nur um das Zusammenspiel verschiedener Verkehrsmittel wie Bus, Bahn, Carsharing und Fahrrad, sondern auch um die Vorbereitung auf autonomes Fahren.

Die Stadt sieht in MOVE.digital eine Chance, den Verkehr zu entlasten und gleichzeitig die Attraktivität des ÖPNV zu steigern. Besonders spannend ist die Diskussion über App-integrierte H-Bahn-Tickets, die von der CDU-Fraktion angeregt wurden. Solche Lösungen könnten die Nutzung des ÖPNV deutlich vereinfachen und vor allem für jüngere Bevölkerungsgruppen attraktiver machen.

Radverkehr: Ausbau der Velorouten und der Radschnellweg Ruhr

Der Radverkehr hat in Dortmund in den vergangenen Jahren stark an Bedeutung gewonnen. Im Februar 2026 wurden mehrere Projekte vorgestellt, die den Ausbau der Radverkehrsinfrastruktur weiter vorantreiben sollen. Ein Schwerpunkt lag auf der Veloroute 1 in Eving, die durch die Einrichtung einer Fahrradstraße und der Einrichtung von Diagonalsperren und Fahrradanlehnbügeln optimiert wird.

Zudem wurde der Radschnellweg Ruhr (RS1) im Abschnitt der Sonnenstraße diskutiert. Mit einer Investition von 5,5 Millionen Euro und Fördermitteln aus dem Landeshaushalt ist das Projekt Teil der Verkehrswendestrategie der Stadt. Ziel ist es, den Anteil des Radverkehrs bis 2030 auf 20 % zu steigern und gleichzeitig die Abhängigkeit vom motorisierten Individualverkehr (MIV) zu reduzieren.

ÖPNV-Qualität: Barrierefreiheit und Kundenzufriedenheit

Der ÖPNV in Dortmund steht im Februar 2026 unter der Lupe. Der Qualitätsbericht 2024 zeigte, dass trotz positiver Bewertungen durch viele Fahrgäste (92,9 % würden weiterhin mit DSW21 fahren), es noch deutliche Verbesserungspotenziale gibt. Besonders kritisch beurteilt wurden die Pünktlichkeit, die Barrierefreiheit und die Haltestellenausstattung.

Die Stadt plant nun konkrete Maßnahmen, darunter Pilotprojekte für barrierefreie Haltestellenausstattungen und eine bessere Kommunikation bei Fahrplanänderungen. So wurde etwa die Einführung der Linie 400 wegen mangelhafter Informationen kritisch gesehen. Zudem wird die Barrierefreiheit in den Vordergrund gestellt: Alle Saalzugänge sollen umbaut werden, und rollstuhlgerechte Zugänge sowie geräuschlos schließende Türen sollen Standard werden.

IGA 2027: Mobilitätskonzept und Infrastrukturmaßnahmen

Mit Blick auf die IGA 2027 hat Dortmund ein umfassendes Mobilitätskonzept vorgestellt. Darin ist unter anderem die Errichtung von 1.300 Fahrradabstellanlagen, die Einrichtung von Shuttlebussen und der Ausbau von Rad- und Fußwegen entlang der Emscher enthalten. Besonders wichtig ist auch die Schaffung barrierefreier Zugänge zu den IGA-Standorten. Die Stadt plant außerdem, temporäre Parkplätze und ein Reisebusterminal einzurichten, um den Anreisekomfort für Besucher zu optimieren.

Zusammen mit der IGA stehen auch die Sanierungsarbeiten an Spielplätzen, Wegen und Bahnübergängen im Fokus. Die Kosten für diese Maßnahmen werden in Millionenhöhe geschätzt, wobei auch externe Fördermittel eine Rolle spielen.

Fazit: Eine Mobilitätsstrategie im Wandel

Dortmunds Verkehrspolitik im Februar 2026 zeigt, dass die Stadt sich bewusst auf eine nachhaltige, digitale und barrierefreie Zukunft ausrichtet. Die Investitionen in den Radverkehr, die Digitalisierung des ÖPNV und die Planungen für die IGA 2027 sind nicht nur Ausdruck einer langfristigen Strategie, sondern auch Antwort auf aktuelle Herausforderungen wie Klimawandel und demografischer Wandel. Die Debatten in der AMIG zeigen zudem, dass die Balance zwischen verschiedenen Verkehrsträgern und Interessengruppen in der Stadt noch nicht vollständig gefunden ist – aber die Richtung ist klar.

Quellen

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