Bildungspolitik in Dortmund: Herausforderungen, Fortschritte und Zukunftsvisionen
Im März 2026 standen in Dortmund Entscheidungen und Debatten rund um Bildung und öffentliche Einrichtungen im Fokus. Der Schulausschuss diskutierte über den Ausbau der Schulsozialarbeit, Investitionen in den Schulbau, Finanzierung und Klimaschutz. Dieser Blog-Dive analysiert die wichtigsten Entwicklungen und ihre Bedeutung für die Bildungspolitik der Stadt.
Strukturelle Defizite und Ansätze zur Stärkung der Schulsozialarbeit
Die aktuelle Struktur der Schulsozialarbeit in Dortmund zeigt deutliche Defizite. Mit nur 192 Fachkräften an 105 Schulen, davon 67 Schulen ohne jegliche soziale Betreuung, besteht ein erheblicher Ausbaubedarf. Besonders an Grundschulen, wo derzeit nur jede 235. Schüler*in eine soziale Betreuung erhält, ist die Situation prekär.
Die GRÜNE & Volt-Fraktion hat daher einen klaren Forderungskatalog formuliert: Alle Dortmunder Schulen sollen mit mindestens einer Stelle der Schulsozialarbeit ausgestattet werden. Dieser Ansatz zielt auf eine langfristige, tragfähige Versorgung ab. Allerdings bleibt die Finanzierung ein Problem. Die Kommune finanziert zwar sechs Fachberater*innen und eine Verwaltungsfachkraft, doch eine strukturelle Verankerung in den Landesdienst fehlt.
Die Koordinierungsstelle in der Stadtverwaltung ist ein positives Element, doch die Vielzahl an Trägern (18) und die fehlende einheitliche Struktur erschweren die Planung. Die Überarbeitung des Rahmenkonzepts könnte hier eine erste Schritt hin zu mehr Transparenz und Effizienz bieten.
Schulbau und Investitionen: Ausbau der Infrastruktur
Die Stadt Dortmund hat sich in den letzten Jahren intensiv mit der Schulanpassung an wachsende Schülerzahlen und veränderten pädagogischen Ansätzen auseinandergesetzt. Im März 2026 wurden mehrere wichtige Projekte weiterentwickelt:
- Der Erweiterungsbau am Phoenix-Gymnasium und die Vierfach-Sporthalle am Helene-Lange-Gymnasium sind in der Planungsphase.
- Die Gesamtschule im Süden Wellinghofen wird ab 2028/29 erweitert und verlagert, inklusive eines temporären Teilstandorts.
- Die Hauptschule Wickede wird zur Förderschule für Geistige Entwicklung umgebaut, mit einem deutlichen Budgetaufschlag.
- Die ABC-Klassen, geplant für 2028/29, sind ein weiteres zentrales Projekt, um Kindern mit geringen Sprachkenntnissen den Übergang in die Schule zu erleichtern.
Die Finanzierung dieser Projekte erfolgt über Bundesmittel, darunter das Sofortpaket „Weiterführende Schulen“. Mit insgesamt 357,9 Millionen Euro aus der pauschalen Direktförderung ist Dortmund gut aufgestellt, doch die Verteilung auf Infrastruktur, Sanierung, Klimaschutz und andere Bereiche bleibt kritisch zu beobachten. Die Stadt plant, bis zu 2027 über 21 Millionen Euro in bauliche Maßnahmen zu investieren.
Klimaschutz und Nachhaltigkeit in der Bildungspolitik
Ein weiteres wichtiges Thema in der März-Sitzung war der Klimaschutz in der Schule. Die Fraktion Die Linke & Tierschutzpartei fragte nach der Anzahl der Schulen, die Klimaschutzprojekte umsetzen, und nach Plänen für Infoveranstaltungen für Schülerinnen und Lehrkräfte. Die Verwaltung bestätigte, dass bereits mehrere Schulen Klimaschutzinitiativen durchführen, darunter auch der Aufbau von Klimaparlamen, in denen Schülerinnen politisch mitwirken können.
Doch die Herausforderung bleibt groß: Die Neubauvorhaben tragen zwar zur Energieeffizienz bei, doch die Treibhausgasemissionen bleiben ein Thema. Die Einhaltung der Dortmunder Immobilienstandards ist ein erster Schritt, doch für eine langfristige Klimaneutralität müssen mehr Projekte in den Fokus gerückt werden. Die Verwaltung wird daher beauftragt, Kriterien für die Nutzung städtischer Geodaten und Systeme für ein digitales Klimainformations-Tool zu prüfen.
Ausblick: Zukunft der Bildung in Dortmund
Die März-Debatten zeigen deutlich, dass die Bildungspolitik in Dortmund in einem intensiven Transformationsprozess ist. Die Herausforderungen reichen von der personellen Ausstattung der Schulsozialarbeit über die bauliche Infrastruktur bis hin zu Klimaschutz und Gerechtigkeit.
Zukünftig wird es darauf ankommen, wie gut die Stadt in der Lage ist, politische Forderungen in konkrete Maßnahmen umzusetzen. Die GRÜNE & Volt-Fraktion fordert beispielsweise einen klaren Ausbauplan vor der Haushaltsplanung 2027. Die CDU setzt auf Daten und Statistiken, um die Strukturen der Bildungslandschaft zu verbessern. Und die Linke & Tierschutzpartei betont die politische Mitwirkung der jungen Generation.
Dortmund steht vor der Aufgabe, eine Bildungspolitik zu gestalten, die sowohl sozial als auch ökologisch verträglich ist und die Zukunftsfähigkeit der Stadt sichert.
Quellen
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