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Urban Development in Castrop-Rauxel: Schlüsselentscheidungen im März 2026

Economic Development 📍 Castrop-Rauxel · Nordrhein-Westfalen
Urban Development in Castrop-Rauxel: Schlüsselentscheidungen im März 2026

Im März 2026 standen in Castrop-Rauxel bedeutende Entscheidungen im Bereich Stadtentwicklung und Bauen im Fokus. Im Betriebsausschuss wurden unter anderem die 8. Änderung des Flächennutzungsplans „Feuerwache“, der Bebauungsplan Nr. 259 sowie städtebauliche Verträge zur Nutzung von Altgebäuden behandelt. Ein Deep-Dive in die Hintergründe und Folgen der Entscheidungen.

Flächennutzungsplan „Feuerwache“: Von Industriebrache zur kommunalen Infrastruktur

Im März 2026 setzte sich Castrop-Rauxel mit der 8. Änderung des Flächennutzungsplans „Feuerwache“ auseinander. Der Plan betrifft ein ca. 9 Hektar großes Areal im Ortsteil Habinghorst, an der Grenze zu Rauxel. Das Gelände war einst das Areal des Steinkohlekraftwerks Rauxel und gilt heute als Industriebrache.

Die Planung sieht eine differenzierte Nutzung vor: nördlich des Deininghauser Bachs ist die Errichtung einer Feuer- und Rettungswache sowie weiterer kommunaler Infrastruktur vorgesehen, südlich davon sind Sportanlagen und eine Sukzessionsfläche geplant. Die Änderung des Flächennutzungsplans ist Voraussetzung für den Bebauungsplan Nr. 259, der parallel beschlossen wurde.

Die Entscheidung ist Teil einer umfassenden Strategie, Brachflächen nachhaltig zu nutzen, um neu zu bebauen oder in Freiflächen umzugestalten – ein zentraler Ansatz der Stadtentwicklung in Castrop-Rauxel. Zudem ist die Planung mit Umwelt- und Klimaüberlegungen verbunden: Altlasten, Niederschlagswasserbewirtschaftung und Biotopausgleich sind in den Plan einbezogen.

Bebauungsplan Nr. 259: Rechtliche Grundlage für eine Feuerwache im Norden und Sportanlagen im Süden

Der Bebauungsplan Nr. 259 ist die rechtliche Grundlage für die konkrete Nutzung des Areals. Er legt fest, dass im nördlichen Bereich eine Feuer- und Rettungswache mit bis zu vier Vollgeschossen und einer GRZ von 0,5 errichtet wird. Im südlichen Bereich sind Sportanlagen und eine Sukzessionsfläche vorgesehen, wobei letztere der natürlichen Entwicklung überlassen wird.

Zur Nachhaltigkeit der Planung gehören Gründächer, Solaranlagen und ein Mobilitätskonzept mit Sharing-Angeboten. Zudem ist ein städtebaulicher Vertrag vorgesehen, der beispielsweise Stellplatzbedarfe, Bauverpflichtungen und Infrastrukturmaßnahmen regelt.

Die Planung war Gegenstand intensiver öffentlicher Beteiligung und wurde in mehreren Phasen diskutiert. Die Stadt betont, dass die Wiedernutzung einer Industriebrache aus Sicht des Boden- und Freiraumschutzes begrüßt wird. Die finanziellen Auswirkungen sind beträchtlich, weshalb Fördermittel angestrebt werden.

Städtebauliche Verträge: Altgebäude in der Innenstadt und Deininghausen neu nutzen

Ein weiterer Schwerpunkt der Sitzung war die Erteilung von Zustimmungen gemäß § 36a BauGB für die Umnutzung von Altgebäuden. Besonders hervorzuheben ist der städtebauliche Vertrag zum ehemaligen Postgebäude in der Innenstadt. Das Vorhaben sieht eine Blockrandbebauung mit gemischter Nutzung vor: Wohnungen in unterschiedlichen Größen, barrierefrei und rollstuhlgerecht, ergänzt durch Gewerbeeinheiten, ein Restaurant und eine Tagespflege.

Ziel ist es, die Innenstadt als multifunktionalen Ort für Handel, Dienstleistung und Wohnen zu stärken. Die Planung setzt auf Investitionssicherheit und Einbindung lokaler Akteure – ein Prozess, der über mehrere Jahre in mehreren Phasen stattfand.

Ein weiteres Vorhaben betrifft das ehemalige Pfarrhaus in Deininghausen (Weimarer Straße 9), das in Wohnnutzung umgewandelt werden soll. Der BauGB-Novelle ist es zu verdanken, dass solche Umnutzungen jetzt möglich sind – ein Instrument, das Castrop-Rauxel aktiv nutzt, um Altstadtquartiere lebendig zu halten.

ISEK Stadtmittelpunkt: Fortschritte in der Stadterneuerung

Der Sachstandsbericht zum ISEK Stadtmittelpunkt zeigte, dass Castrop-Rauxel auf dem Weg zur umfassenden Stadterneuerung ist. Das Programm ist Teil der Städtebauförderung und finanziert unter anderem Wettbewerbe, Sanierungsmaßnahmen und Freiraumprojekte.

Im Fokus standen unter anderem die energetische Sanierung des Rathauses, die Umgestaltung des Forumsplatzes und die Transformation des Rathauses in eine „Bürgerschaft“. Die Fördermittel aus dem STEP (Städtebauförderungsprogramm) sind entscheidend für die Umsetzung dieser Projekte. Die Stadt hat sich für eine langfristige Planung entschieden, die bis 2026 reicht – ein klares Signal für nachhaltige Stadterneuerung.

Ausblick: Stadtentwicklung als Prozess

Die Entscheidungen im März 2026 zeigen, dass Castrop-Rauxel sich aktiv für eine nachhaltige, inklusive und lebendige Stadtentwicklung einsetzt. Brachflächen werden genutzt, Altgebäude werden neu belebt, und die Innenstadt wird gestärkt. Zudem ist die Stadt dabei, ihre Verwaltungsstrukturen und Planungsinstrumente an veränderte rechtliche und gesellschaftliche Bedingungen anzupassen – etwa durch die Nutzung der BauGB-Novelle.

Zukünftig wird es darauf ankommen, die Planungsvorhaben erfolgreich umzusetzen und die finanzielle und soziale Nachhaltigkeit sicherzustellen. Die Einbindung der Bürger*innen, die Transparenz der Prozesse und die Nutzung von Fördermitteln werden dabei entscheidende Faktoren sein.

Quellen

Sitzung

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