Jugendbeteiligung in Aachen: Der Bezirksjugendkonferenz Aachen-Haaren 2025
Im März 2026 blickt die Stadt Aachen zurück auf die Bezirksjugendkonferenz Aachen-Haaren vom 28.06.2025. Der Blog analysiert die Struktur, Ergebnisse und Relevanz des Formats für die Jugendbeteiligung in der Region.
Jugendbeteiligung in der Praxis: Die Bezirksjugendkonferenz Aachen-Haaren
Jugendbeteiligung ist ein zentraler Bestandteil moderner Stadtentwicklung, besonders in Ballungsräumen wie Aachen, wo die Zukunft der Stadt stark von der aktiven Mitgestaltung der jungen Generation abhängt. Im Jahr 2025 fand die erste Bezirksjugendkonferenz im Stadtbezirk Aachen-Haaren statt – ein Projekt, das nicht nur die Beteiligung von Jugendlichen stärken, sondern auch konkrete Impulse für die lokale Entwicklung liefern sollte.
Struktur und Zielsetzung der Konferenz
Die Bezirksjugendkonferenz Aachen-Haaren fand am 28.06.2025 im KOT-Regenbogen in Haaren statt und richtete sich an Jugendliche im Alter von 12 bis 29 Jahren. Mit 27 Teilnehmenden, vorwiegend aus der Altersgruppe 12–15, war die Veranstaltung ein erster Schritt zur Einbindung der jungen Bevölkerung in politische und soziale Prozesse des Stadtbezirks.
In Kooperation mit dem Bezirksamt, dem Fachbereich Jugend und Schule sowie lokalen Akteuren wurde die Konferenz organisiert. Ziel war es, eine Plattform zu schaffen, auf der jugendrelevante Themen diskutiert, Ideen entwickelt und der Dialog mit der Bezirksvertretung gestärkt werden konnte. Die Veranstaltung wurde über verschiedene Kanäle beworben: postalische Einladungen, Plakate, soziale Medien und das Beteiligungsportal der Stadt Aachen.
Ergebnisse und Vorschläge der Jugendlichen
Die Veranstaltung bot verschiedene Formate, um die Teilnehmenden aktiv einzubinden. Ein „Markt der Möglichkeiten“ stellte lokale Vereine vor, während Flipcharts zu Themen wie Freizeit, Sicherheit und Nachhaltigkeit Impulse gaben. In Arbeitsgruppen entstanden konkrete Projektideen, die auch nach der Konferenz weiterverfolgt wurden.
Ein zentrales Ergebnis waren Vorschläge für Sport- und Freizeitangebote, darunter Ideen wie ein Basketballfeld mit höhenverstellbarem Korb, ein Beachvolleyballplatz und überdachte Sportflächen. Besonders auffallend war auch die Forderung nach Begegnungsräumen für queere Jugendliche sowie nach legal nutzbaren Graffiti-Wänden. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Wohnraumversorgung: ein Wohnheim für Studierende und Auszubildende wurde vorgeschlagen.
Die Stadt Aachen setzte erste Umsetzungsschritte mit einem Budget von 19.500 Euro, mit dem Ideen wie ein Unterstand, Basketballkorb und Hängematten finanziert wurden. Die Veranstaltung wurde dokumentiert und in der Bezirksvertretung Aachen-Haaren vorgestellt.
Bewertung und Zukunftsperspektiven
Die Rückmeldung der Jugendlichen war überwiegend positiv: Alle 14 befragten Teilnehmenden würden die Konferenz wieder besuchen. Die Veranstaltung wird als „wichtiger erster Baustein“ für die Jugendbeteiligung im Stadtbezirk Aachen-Haaren bewertet. Sie zeigt, dass strukturierte Beteiligungsformate nicht nur möglich, sondern auch gewünscht sind.
Gleichzeitig zeigt sich, dass die Jugendbeteiligung in Aachen noch in den Anfängen steckt. Während das Demographiekonzept der Stadt Aachen sich primär auf den Alterungsprozess konzentriert, bleibt die aktive Einbindung der jungen Bevölkerung noch ein Aufholpotenzial. Die Bezirksjugendkonferenz kann hier eine zentrale Rolle spielen, sofern sie regelmäßig und strukturiert fortgeführt wird.
Ausblick
Die Erfahrungen aus der Bezirksjugendkonferenz Aachen-Haaren zeigen, dass Jugendbeteiligung nicht nur symbolisch, sondern auch konkret und nachhaltig gestaltet werden kann. Wenn die Stadt Aachen in den kommenden Jahren weitere Konferenzen durchführt und die Ergebnisse in politische Entscheidungsprozesse einbindet, könnte sie eine Vorreiterrolle in der Jugendpolitik einnehmen – nicht nur für Aachen, sondern auch für andere Kommunen in Nordrhein-Westfalen.
Quellen
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