Bildung und Infrastruktur in Aachen: Digitalisierung, Inklusion und Mobilität im Fokus
Im April 2026 standen in Aachen zahlreiche Entwicklungen im Bildungsbereich im Mittelpunkt: vom digitalen Unterricht über die Integration von Seiteneinsteigenden bis hin zur Planung von Schulstraßen. Der Fokus lag auf Innovation, Inklusion und der Sicherstellung einer qualitativ hochwertigen Bildung für alle Kinder.
Bildung und Infrastruktur in Aachen: Digitalisierung, Inklusion und Mobilität im Fokus
Die Bildungspolitik in Aachen ist im April 2026 von einer Vielzahl an Initiativen geprägt, die sowohl Innovation als auch Inklusion im Vordergrund stehen. Digitalisierung, Integration von Seiteneinsteigenden, die Sicherstellung von Ganztagsplätzen und die Einrichtung von Schulstraßen sind zentrale Themen, die in den vergangenen Wochen intensiv diskutiert und entschieden wurden.
Digitale Bildung: Das Euregionale Zentrum für digitale Bildung (EZdB)
Das Euregionale Zentrum für digitale Bildung (EZdB) hat sich in Aachen als zentraler Akteur in der Digitalisierung der Bildung etabliert. Mit seinem 100-jährigen Jubiläum und einem umfangreichen Veranstaltungsprogramm hat das EZdB nicht nur die historische Bedeutung seines Bestehens unterstrichen, sondern auch den Blick auf die Zukunft gerichtet.
Mit der Einführung des digitalen Tools „Konzept-O-Mat“ und der Entwicklung einer mobilen Lösung (MeKo-Box) für Kitas setzt das EZdB auf praxisnahe, digitale Unterstützung für pädagogische Konzepte. Gleichzeitig bereitet es den Einsatz von VR-Brillen im Unterricht und die Einrichtung eines „Digital Making Place“ im MediaLab vor. Diese Projekte signalisieren einen klaren Trend: Aachen möchte nicht nur mit digitalen Werkzeugen arbeiten, sondern auch eine digitale Kultur in der Bildung etablieren.
Integration: Seiteneinsteiger*innen in Aachener Schulen
Ein weiteres zentrales Thema war die Integration von Seiteneinsteigenden in das Aachener Schulsystem. Im Schuljahr 2024/25 wurden 258 Kinder aus 61 verschiedenen Ländern beraten und vermittelt, darunter aus der Ukraine, der Türkei, Syrien, Albanien und Afghanistan. Im laufenden Schuljahr 2025/26 konnten bereits 142 Kinder beraten werden, was auf eine kontinuierliche Steigerung des Integrationsaufwandes hindeutet.
Die Verteilung auf die Schulformen zeigt, dass Gymnasien und Hauptschulen die Hauptverantwortung übernehmen, wobei die Koordination durch das Kommunale Integrationszentrum entscheidend ist. Die Zusammenarbeit mit den Schulen und die Eröffnung eines Teilstandortes der Gemeinschaftshauptschule Drimborn tragen dazu bei, dass alle Kinder zeitnah in das Schulsystem integriert werden können. Dies ist nicht nur ein Erfolg für die Integration, sondern auch ein Indikator für die Resilienz des Aachener Bildungssystems.
Mobilität und Sicherheit: Die Einrichtung von Schulstraßen
Die Mobilitätsstrategie der Stadt Aachen ist ein weiteres Schwerpunktthema, insbesondere im Hinblick auf die Sicherheit von Kindern auf dem Weg zur Schule. Die GGS Brühlstraße wurde als erste Schulstraße ausgewählt, wobei die Einrichtung über einen Verkehrsversuch und eine straßenrechtliche Teileinziehung erfolgen soll. Ziel ist es, den Verkehr vor der Schule zu reduzieren und die Sicherheit der Schüler*innen zu erhöhen.
Zusätzlich zur Einrichtung der Schulstraßen sind Maßnahmen wie Elternhaltestellen, die Verbesserung von Sichtfeldern und die Kommunikation mit den Eltern vorgesehen. Die Polizei unterstützt die Maßnahmen, betont aber die Notwendigkeit physischer Sperren wie Absperrgitter oder versenkbare Poller. Diese Initiativen zeigen, wie Mobilität und Bildungspolitik eng miteinander verbunden sind und wie Aachen versucht, den Alltag der Familien zu verbessern.
Ganztagsbildung: Eine stetig wachsende Verpflichtung
Der Ausbau der Ganztagsplätze ist ein weiteres wichtiges Thema. Mit einer Versorgungsquote von 86,30 % im Offenen Ganztag und einer Betreuungsquote von 90,66 % hat Aachen bereits einen hohen Standard erreicht. Dennoch ist ein kontinuierlicher Ausbau erforderlich, insbesondere in den kommenden Jahren, wenn der Rechtsanspruch auf einen Offenen Ganztag sukzessive in allen Jahrgangsstufen greift.
Für das Schuljahr 2026/2027 sind insgesamt 6.905 Ganztagsplätze geplant, was einem Mehrbedarf von 250 Plätzen entspricht. Die Stadt hat sich zudem verpflichtet, die Betreuung von Kindern mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf weiter auszubauen. Diese Entwicklungen zeigen, dass Aachen sich aktiv auf die Zukunft der Ganztagsbildung vorbereitet und dabei sowohl quantitative als auch qualitative Aspekte berücksichtigt.
Ausblick: Bildungspolitik im Wandel
Die Entwicklungen im April 2026 zeigen, dass Aachen sich aktiv an der Zukunft der Bildung orientiert. Digitalisierung, Integration, Mobilität und Ganztagsbildung sind nicht nur isolierte Themen, sondern vielmehr Teil eines umfassenden Bildungskonzepts, das auf Inklusion, Innovation und Sicherheit setzt.
Mit Programmen wie dem Startchancen-Programm, das über zehn Jahre läuft und in drei Fördersäulen strukturiert ist, zeigt Aachen zudem, dass Bildungspolitik langfristig geplant und finanziell abgesichert sein muss, um nachhaltig wirksam zu sein. Die Investition in digitale Werkzeuge wie Sdui, die Umsetzung von Schulstraßen und der Ausbau der Ganztagsplätze sind nicht nur kurzfristige Maßnahmen, sondern auch Investitionen in die Zukunft der Aachener Bildung.
Quellen
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