Soziale Integration in Weyhe: Neue Tagesstätte für Suchtkranke und Feuerwehren im Fokus
Im Februar 2026 standen in Weyhe wichtige Entwicklungen im Bereich Sozial- und Wohnungspolitik im Vordergrund. Eine neue Tagesstätte für suchtkranke Menschen, finanzierte ohne Mehrkosten für die Gemeinde, und eine Anpassung der Aufwandsentschädigungen für die Freiwillige Feuerwehr zeigen den breiten gesellschaftlichen Ansatz der Stadt.
Soziale Unterstützung und Integration in Weyhe
Soziale Integration und die Stärkung von Gemeinschaften sind zentrale Themen in der kommunalen Politik – gerade in ländlichen Regionen wie Weyhe, wo soziale Strukturen oft engmaschiger sind, aber auch anfälliger für Brüche. Im Februar 2026 wurden in Weyhe zwei entscheidende Entwicklungen vorangetrieben, die sowohl die soziale als auch die finanzielle Struktur der Gemeinde prägen: die Einführung der Tagesstätte „reta“ für suchtkranke Menschen und die Anpassung der Aufwandsentschädigungen für die Freiwillige Feuerwehr.
Die Tagesstätte „reta“: Ein Schritt in Richtung Selbstständigkeit
Die Tagesstätte „reta“, die in Bassum eingerichtet wurde, ist ein Angebot des Vereins release e. V., der im nördlichen Landkreis Diepholz aktiv ist. Ziel der Einrichtung ist es, Menschen mit chronischen Abhängigkeitserkrankungen (Alkohol, Medikamente, illegale Substanzen) eine stabile Tagesstruktur und soziale Integration zu ermöglichen. Die Tagesstätte öffnet montags bis freitags von 8:30 bis 14:00 Uhr und bietet eine Vielzahl an praktischen Tätigkeiten wie Küchen- und Gartenarbeiten, kreatives Arbeiten und Sport, ergänzt durch psychosoziale Begleitung in Einzel- und Gruppengesprächen.
Finanziert wird die Tagesstätte über die Eingliederungshilfe nach §53 SGB XII, wodurch die Gemeinde Weyhe keine zusätzlichen Kosten trägt. Gleichzeitig bietet das Projekt einen hohen sozialen Nutzen: Es stärkt Selbsthilfekräfte, fördert lebenspraktische Fähigkeiten und reduziert die Gefahr von Rückfällen. Im gleichen Gebäude befindet sich das Begegnungs-Café „CAFÉ PAUSE“, das niedrigschwellige soziale Kontakte ermöglicht und somit eine Brücke zwischen der Tagesstätte und der breiteren Gemeinschaft schlägt.
Aufwandsentschädigungen für die Freiwillige Feuerwehr: Mehr Fairness im Ehrenamt
Ein weiterer Schwerpunkt in der Sozialpolitik von Weyhe war die Anpassung der Aufwandsentschädigungen für die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr. Der Ausschuss für Ordnung und Soziales beriet über eine 3. Satzung zur Änderung der Satzung über die Gewährung von Aufwandsentschädigungen und Verdienstausfällen. Ziel der Reform ist es, die finanzielle Belastung der Gemeinde zu reduzieren und gleichzeitig das Ehrenamt stärker zu würdigen.
Die geplanten Änderungen beinhalten eine Erhöhung der Entschädigungen um insgesamt ca. 29.900 Euro im Jahr 2026, finanziert aus dem kommunalen Haushalt. Die Erhöhung ist notwendig, um die steigenden Kosten durch Inflation und höhere Qualifikationsanforderungen an die Feuerwehrmitglieder auszugleichen. Zudem sollen weitere Funktionsträger wie Schriftführer oder Lagerwarte in die Entschädigungsregelung einbezogen werden. Die Aufwandsentschädigung für Sonderlehrgänge wird von 10 auf 15 Euro pro Tag erhöht, und der Zuschuss zur Wehrkasse steigt von 12.000 auf 16.000 Euro.
Diese Reform spiegelt die wachsende Bedeutung des Ehrenamts in der Gemeinde wider und unterstreicht die Notwendigkeit, ehrenamtliche Arbeit finanziell und symbolisch angemessen zu würdigen.
Jugendliche in der Gemeinde: Bericht zur Steuerung von Aufenthaltsorten
Neben den sozialen und finanziellen Themen stand auch die Rolle von Jugendlichen in der öffentlichen Ordnung im Fokus. Auf Antrag der WWG-Fraktion wurde ein Bericht zum Thema „Angebote, Aufenthalte und Steuerfähigkeit von Jugendlichen in der Gemeinde Weyhe“ vorbereitet. Der Bericht untersucht, welche Angebote für Jugendliche bestehen, wo sie sich regelmäßig aufhalten und wie Nutzungskonflikte im öffentlichen Raum gesteuert werden können.
Besonders relevant ist die Frage, wie Ordnungsdienst, Polizei und andere Beteiligte bei Ruhestörungen oder Sachbeschädigungen vorgehen. Der Bericht soll ein präzises Bild der Lage liefern und gleichzeitig rechtliche Grenzen und Handlungsoptionen aufzeigen. Ziel ist es, ein fundiertes und ordnungsrechtlich fundiertes Lagebild für die Gemeinde zu schaffen, das langfristig eine bessere Steuerung ermöglicht.
Ausblick: Soziale und finanzielle Balance in Weyhe
Die Entwicklungen im Februar 2026 zeigen, wie Weyhe sowohl soziale als auch finanzielle Herausforderungen adressiert. Die Tagesstätte „reta“ ist ein Beispiel für ein integratives Projekt, das ohne finanzielle Belastung für die Gemeinde soziale Wirkung erzeugt. Gleichzeitig wird die Gemeinde durch die Anpassung der Feuerwehrauszahlungen transparenter und gerechter im Umgang mit Ehrenamt. Und schließlich ist der Bericht zur Jugendlichensteuerung ein weiterer Schritt, um die Balance zwischen Freiheit und Ordnung im öffentlichen Raum zu halten.
In den kommenden Monaten wird es wichtig sein, die Wirkungen dieser Maßnahmen zu beobachten und ggf. weitere Anpassungen vorzunehmen. Soziale Arbeit in ländlichen Gemeinden ist oft ein Balanceakt – zwischen individueller Unterstützung und kollektivem Wohl, zwischen finanzieller Nachhaltigkeit und sozialer Verantwortung.
Quellen
Weitere Beiträge aus Weyhe
Digitalisierung und Governance in Weyhe – Ein Monat im Fokus
Im März 2026 standen in der Gemeinde Weyhe digitale Transformation, Governance-Strukturen und Inklusionspolitik im Mittelpunkt. Dieser Blog-Artikel analysiert die wichtigsten Entscheidungen, Entwicklungen und Hintergründe.
Weiterlesen →
Klimaschutz in Weyhe 2026: Zwischen Ziel 2035 und der Umsetzung im Alltag
Die Gemeinde Weyhe hat sich ambitionierte Klimaschutzziele gesteckt – Klimaneutralität bis 2035. Im März 2026 standen die Fortschritte, Herausforderungen und die konkrete Umsetzung im Fokus. Ein tiefer Einblick in die Strategie, die Maßnahmen und die finanziellen sowie gesellschaftlichen Hintergründe.
Weiterlesen →
Weyhe-Monatsblog: Klimaschutz, Digitalisierung und Inklusion im Fokus
In diesem Monat hat Weyhe wichtige Schritte in Richtung Klimaschutz, Digitalisierung und Inklusion unternommen. Der Klimaschutzaktionsplan 2035 wurde bekanntgegeben, der Glasfaserausbau ist weit fortgeschritten und die Verwaltung beschleunigt den digitalen Wandel.
Weiterlesen →Früher wissen. Früher handeln.
Erhalten Sie automatisch Alerts zu relevanten kommunalen Projekten – bevor Ihre Mitbewerber davon erfahren.
Jetzt kostenlos testen