Salzgitter: Jugendpolitik im April 2026 – Betreuung, Inklusion und Partizipation im Fokus
Im April 2026 standen in Salzgitter mehrere zentrale Themen der Jugendpolitik im Vordergrund: die Sicherstellung der Nachmittagsbetreuung an Grundschulen, die Prüfung von Inklusionsangeboten in Rathäusern und die Arbeit des Jugendparlaments. Der Jugendhilfeausschuss und das Jugendparlament tagten mehrfach, um wichtige Entscheidungen zu treffen und Projekte voranzutreiben.
Sicherstellung der Nachmittagsbetreuung – ein zentraler Schwerpunkt
Die Sicherstellung der Nachmittagsbetreuung an Grundschulen war im April 2026 ein zentrales Thema in Salzgitter. Im Jugendhilfeausschuss wurde am 9. April ein Antrag der CDU-Ratsfraktion diskutiert, der die Fortführung der Hort- und Nachmittagsbetreuung für Kinder der Klassenstufen 1–3 ab den Sommerferien 2026 sichert. Ziel ist es, die bestehenden Betreuungsangebote bis zum Schuljahr 2029/2030 aufrechtzuerhalten und Eltern umgehend zu informieren.
Die Diskussion war von Unsicherheiten geprägt: Es fehlen noch klare Antworten, ob die Nachmittagsbetreuung an allen Grundschulen für Klassenstufen 2 bis 4 angeboten wird. Der bundesweite Rechtsanspruch auf ganztägige Bildung und Betreuung gilt ab dem Schuljahr 2026/2027 für alle Erstklässler, was die Dringlichkeit der Entscheidungen unterstreicht. Vor diesem Hintergrund sind klare Planungen bis zu den Sommerferien 2026 erforderlich.
Jugendparlament: Ausschlüsse und Partizipation
Im April tagte das Jugendparlament Salzgitters am 30. April und stand vor einer besonderen Herausforderung: zwei Mitglieder, Can Joel Kaya und Lina Josephine Dahms, wurden aufgrund von wiederholtem Fehlen ohne Angabe von Gründen zur Ausschließung vorgeschlagen. Laut Geschäftsordnung bedarf ein solcher Ausschluss einer 2/3-Mehrheit. Beide Anträge waren bereits einmal unwirksam, da sie formell nicht korrekt formuliert waren.
Diese Vorgänge zeigen, wie sensibel die Partizipation junger Menschen in politischen Gremien ist. Das Jugendparlament setzte sich zudem mit verschiedenen Themen auseinander, darunter der „Tag gegen Rassismus“, der „Kinotag“ sowie Berichte aus dem Jugendhilfeausschuss. Zudem wurde eine Anfrage zur kommunalen Schulsozialarbeit diskutiert, die in Zusammenarbeit mit dem Regionalen Landesamt für Schule und Bildung beantwortet wird.
Inklusion und Technologie: Prüfung der MindTags-App
Ein weiteres Highlight des Aprils war die Prüfung der App „MindTags“ als Inklusionsinstrument in den Rathäusern von Lebenstedt und Bad. Die App unterstützt Menschen mit Sehbeeinträchtigung und taubblinden Nutzer*innen bei der Orientierung in Gebäuden und der Informationsaufnahme. In einer Test- und Pilotphase sollen mögliche Kosten und Einsatzbereiche evaluiert werden. Die Ergebnisse sind an die Fachausschüsse und den Rat zu präsentieren.
Dieses Projekt unterstreicht Salzgitters Bemühungen, die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention voranzutreiben und digitale Lösungen für inklusive Stadtentwicklung zu nutzen.
Schulwälder und Schulsozialarbeit: Ausbau der Angebote
Zusätzlich wurde in Sitzungen der Jugendhilfeausschüsse und des Jugendparlaments über die Nutzung und Attraktivierung von Schulwäldern diskutiert. Die Verwaltung wird nach der Anzahl, den Standorten und der Nutzung befragt, wobei auch die Nutzung durch Vereine und Bürger*innen in den Fokus rückt. Geplant sind Infotafeln, Sitzgelegenheiten und ein „Tag des offenen Schulwaldes“.
Zudem ist die kommunale Schulsozialarbeit in Salzgitter an Grundschulen, Förderschulen und der IGS eingesetzt. Aktuell sind alle 10 Stellen für kommunale Schulsozialarbeit besetzt, wobei 13 Fachkräfte in Teil- oder Vollzeit arbeiten. Eine weitere Stelle ist in der Ausschreibung.
Ausblick: Junge Menschen im Mittelpunkt
Der April 2026 hat gezeigt, dass Salzgitter sich aktiv um die Belange junger Menschen kümmert – von der Sicherstellung der Nachmittagsbetreuung über Inklusionsprojekte bis hin zur Partizipation in politischen Gremien. Die Herausforderungen sind vielfältig, doch die Stadt setzt auf transparente Kommunikation, frühzeitige Planung und innovative Lösungen, um den Bedürfnissen der jungen Generation gerecht zu werden.
Quellen
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