Oldenburgs Sportausschuss April 2026: Von Bolzplätzen bis zur Sechsfeldhalle
Im April 2026 standen in Oldenburg zahlreiche sportpolitische Entscheidungen an. Der Sportausschuss diskutierte Sanierungsbedarf, neue Infrastrukturprojekte und die Zukunft des American Footballs. Ein Überblick über die wichtigsten Themen.
Sanierung und Modernisierung: Der Sportausschuss im Fokus
Der Sportausschuss der Stadt Oldenburg tagte am 15. April 2026 zu einer intensiven Sitzung, bei der mehrere zentrale Themen der sportlichen Infrastruktur und Förderung behandelt wurden. Mit der Planung von Neubauten, der Sanierung bestehender Anlagen und der Integration neuer Sportarten in die städtische Sportpolitik hat Oldenburg gezeigt, wie wichtig Bewegungsfreiheit und Zugang zu Sport für alle Bevölkerungsgruppen sind.
Bolzplatz an der Hermann-Ehlers-Schule: Auf dem Weg zur Modernisierung
Der Bolzplatz an der Hermann-Ehlers-Schule, der laut Verwaltung intensiv genutzt wird, befindet sich aktuell in einem schlechten Zustand. Eine Prüfung der Umgestaltung in einen gummierten, ganzjährig nutzbaren Bereich ist im Gange. Dabei wird der Beispielbolzplatz an der OBS Ofenerdiek als Vorbild herangezogen. Ziel ist es, eine wetterunabhängige und sichere Bewegungsfläche zu schaffen, die auch für Kinder und Jugendliche attraktiv bleibt.
Die Kosten werden aktuell ermittelt, wobei auch Fördermittel aus Sport- oder Städtebauprogrammen in Betracht gezogen werden. Die Ergebnisse der Prüfung sollen dem Sportausschuss vorgelegt werden, um eine fundierte Entscheidung über die Umsetzung zu ermöglichen.
Sportplatz Schliefenstraße: Von der Sanierung zum Sportpark
Der Sportplatz Schliefenstraße gilt als dringend sanierungsbedürftig. Die bestehende Infrastruktur – darunter fehlende Kabinen und eingeschränkte Sanitäranlagen – reicht nicht aus, um die Bedürfnisse der Nutzer zu befriedigen. Ein Vorschlag sieht eine Umgestaltung in einen kleinen, multifunktionalen Sportpark vor, der für alle frei zugänglich ist.
Zudem ist der Sportplatz Teil eines größeren Planungskonzepts, das auch die Einbindung des Vereins Jugendkulturarbeit und des 1. FC Ohmstede vorsieht. Letzterer fordert einen Kunstrasenplatz auf seinem Gelände, um ganzjährige Trainingsbedingungen zu schaffen. Die Verwaltung wird aufgefordert, den Einfluss des Wasserschutzgebiets sowie mögliche Ausbaupotenziale zu prüfen. Bürgerbeteiligung und Einbindung lokaler Gruppen sind dabei ein zentraler Aspekt.
American Football: Von der Nische zur etablierten Sportart
Die Stadtverwaltung wird aufgefordert, die Unterstützung des American Football in Oldenburg neu zu überdenken. Der VfL Oldenburg Knights und andere Mannschaften nutzen aktuell den Sportplatz am Otterweg, der aufgrund der Nutzungsbürde nicht mehr optimal ist. Ein Kunstrasenplatz mit dauerhafter Markierung wird gefordert, um Trainingszeiten zu sichern und die Sichtbarkeit der Mannschaften zu erhöhen – auch im Sinne des Superbowl-Interesses und der wachsenden Beliebtheit der Sportart.
Die aktuelle Situation ist problematisch, da mehr als 270 Footballer um Trainingszeiten mit 8.000 Fußballern konkurrieren. Eine dauerhafte Feldmarkierung auf städtischen Kunstrasenplätzen wird hingegen kritisch gesehen, da diese überwiegend für Fußball genutzt werden. Die Verwaltung betont den konstruktiven Kontakt mit den Footballern, auch wenn eine umfassende Umgestaltung aktuell nicht finanziell oder infrastrukturell darstellbar ist.
Neubau der Sechsfeldhalle: Eine Investition in die Zukunft
Die aktuelle Sporthalle Brandsweg ist stark sanierungsbedürftig. Ein Neubau einer Sechsfeldhalle am Standort Kennedystraße wird daher als zukunftsfähige Alternative vorgeschlagen. Die neue Halle soll zwei barrierefreie Dreifeldhallen beinhalten, moderne Umkleideeinrichtungen sowie eine Beleuchtung des Außenspielbereichs. Die Kosten werden auf rund 31,3 Millionen Euro geschätzt, wobei Referenzprojekte wie die Halle in Bremen (23,5 Mio. Euro) als Vergleich dienen.
Der TuS Bloherfelde, der derzeit die zu bebauende Fläche nutzt, soll von der Erweiterung profitieren. Auch die Erweiterung der Parkmöglichkeiten und die Sicherstellung ausreichender Trainingskapazitäten sind Teil des Planungskonzepts. Die Verwaltung wird aufgefordert, einen Realisierungsplan und eine Kostenabschätzung vorzulegen.
Neue Mitglieder im Sportausschuss: Expertise und Engagement
Im April 2026 wurde Tanja Heinemann als beratendes Mitglied in den Sportausschuss berufen. Sie ersetzt Johanna Hilker und Sina Wolff, die aufgrund von Personalwechseln aus dem Gremium ausgeschieden sind. Die Expertise von Heinemann, Vorsitzende der Sportjugend Oldenburg, ist für die Entscheidungsfindung im Sportausschuss von großer Bedeutung. Mit drei geplanten Sitzungen in der laufenden Ratsperiode und einer Entschädigung für Mitglieder wird sichergestellt, dass die Arbeit im Gremium kontinuierlich fortgeführt werden kann.
Ausblick: Ein dynamischer Sportstandort Oldenburg
Die Entscheidungen des Sportausschusses im April 2026 zeigen, wie aktiv Oldenburg auf die Herausforderungen der sportlichen Infrastruktur reagiert. Von der Modernisierung von Bolzplätzen bis hin zur Planung einer neuen Sechsfeldhalle – die Stadt investiert in die Zukunft. Gleichzeitig wird deutlich, dass die Einbindung der Bürger:innen, Vereine und Jugendverbände entscheidend ist, um eine inklusive, moderne und leistungsfähige Sportlandschaft zu schaffen.
Quellen
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