Oldenburgs Integrations- und Wohnraumpolitik im März 2026 – Zwischen Fußballturnier und langfristiger Strategie
Der März 2026 war in Oldenburg geprägt von entscheidenden Schritten in der Integrationspolitik. Neben dem 20-jährigen Jubiläum des Afrika Cups stand die Umsetzung des neuen Integrationskonzepts und die Förderung von Migrationsberatungsprojekten im Mittelpunkt. Ein Überblick.
Integration durch Sport: Der 20. Afrika Cup in Oldenburg
Der Afrika Cup in Oldenburg hat sich in den vergangenen 20 Jahren als fester Bestandteil der städtischen Integrationsarbeit etabliert. Mit 18 Mannschaften aus Migrantenorganisationen und vier Mädchenmannschaften von Grundschulen bietet der Turnier ein Forum für interkulturellen Austausch. Ziel ist es, Vorurteile abzubauen und Toleranz zu fördern – nicht zuletzt durch den direkten Kontakt mit Institutionen wie Polizei oder Jugendamt.
Im März 2026 wurde der Förderantrag für das Event vom Ausschuss für Integration und Migration bewilligt. Die Stadt Oldenburg stellt 3.000 Euro aus dem Fonds „Projekte für Toleranz und gegen Rechtsextremismus“ bereit, wobei 2.000 Euro direkt für den Afrika Cup verwendet werden. Die Veranstaltung, die im August 2026 stattfindet, ist ein Beispiel dafür, wie Sport als Brücke zwischen Kulturen dienen kann.
Umsetzung des Integrationskonzepts 2026: Eine strategische Neuausrichtung
Im März 2026 präsentierte Oldenburg das aktualisierte Integrationskonzept 2026, das auf drei Säulen steht: Haltung/Vision, Akteure der Integrationsarbeit und strategische sowie operative Ziele. Im Zuge der Konzeptentwicklung fanden mehrere Beteiligungsveranstaltungen statt, darunter Workshops, Experteninterviews und eine Online-Befragung, an der insgesamt etwa 340 Personen teilnahmen.
Die vier Handlungsfelder des Konzepts – Bildung und Arbeit, Leben, Wohnen und Gesundheit, Solidarisches Miteinander und Migrationsgesellschaftliche Öffnung – bilden die Grundlage für zukünftige Maßnahmen. Antidiskriminierung und Intersektionalität wurden dabei als Querschnittsfelder identifiziert. Die Stadt Oldenburg plant, die Umsetzung über ein Fachgremium und verschiedene Netzwerke voranzutreiben. Jährlich stehen 40.000 Euro zur Verfügung, um die Ziele des Konzepts zu verwirklichen.
Förderung von Migrationsberatungsprojekten: Eine Vielzahl an Akteuren im Einsatz
Im März 2026 wurden Förderanträge für acht Migrationsberatungsprojekte bewilligt, darunter Initiativen wie „Wir für uns e.V.“ und das „Yezidisches Forum e.V.“. Die Gesamtförderung beträgt 240.000 Euro für das Jahr 2026, verteilt auf Projekte, die in der Regel Beratung, Begleitung und Vernetzung von Geflüchteten und Menschen mit Migrationshintergrund anbieten.
Ein Beispiel ist das Projekt „Beratung, Unterstützung und Aktivierung der Bewohner*innen im Kennedyviertel“ durch „Wir für uns e.V.“, das 49.640,80 Euro aus der städtischen Förderung erhält. Ebenso wurde das Projekt „Integration von Yezid_innen im Gemeinwesen gestalten und vernetzen“ mit 27.596,43 Euro unterstützt. Diese Projekte tragen dazu bei, die soziale Teilhabe zu stärken und langfristige Strukturen für eine offene Gesellschaft zu schaffen.
Partnerschaften für Demokratie: Eine Brücke zwischen Jugend und Politik
Ein weiterer Schwerpunkt in Oldenburgs Integrationspolitik ist das Projekt „Partnerschaften für Demokratie Oldenburg“ (PfD Oldenburg), das vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert wird. Die Stadt Oldenburg kofinanziert das Projekt mit zehn Prozent. PfD Oldenburg fördert politische Beteiligung, wirkt Diskriminierung entgegen und schafft Kooperationsformate in der Stadtgesellschaft.
Im Jahr 2025 wurden 24 Projekte mit insgesamt 32.503,63 Euro unterstützt. Jugendliche können über den Jugendfonds und das Jugendforum eigenständig Projekte planen und umsetzen. Die Kooperation mit zivilgesellschaftlichen Akteuren und verschiedenen Bereichen der Stadtverwaltung ist ein zentrales Element des Projekts, das in Zukunft auch weiter ausgebaut werden soll.
Ausblick: Integration als kontinuierlicher Prozess
Die politischen Entscheidungen im März 2026 zeigen, dass Oldenburg den Fokus auf langfristige Integration setzt. Durch den Afrika Cup, das neue Integrationskonzept und die Förderung von Migrationsberatungsprojekten wird ein breites Spektrum an Initiativen unterstützt, die zur Stärkung der sozialen Teilhabe beitragen. Gleichzeitig zeigt sich, dass die Stadt auch auf strukturelle Herausforderungen reagiert – etwa durch die geplante Umstrukturierung der Fördervergabe ab 2027, um langfristige Planungssicherheit zu schaffen.
Integration in Oldenburg ist kein einmaliger Prozess, sondern ein kontinuierlicher Aufbau von Vertrauen, Austausch und Teilhabe – mit Sport, Bildung, Beratung und Demokratie als Schlüsselthemen.
Quellen
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