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Langenhagen plant Neubau einer Sporthalle im Westen – Zwischen schulischen Anforderungen und Vereinsinteressen

Langenhagen plant Neubau einer Sporthalle im Westen – Zwischen schulischen Anforderungen und Vereinsinteressen

In der April-Debatte 2026 stand der geplante Neubau einer Sporthalle im Westen Langenhagens im Fokus. Der Rat entschied sich für eine Zweifeld-Schulsporthalle, die nach Deckung des schulischen Bedarfs auch dem Vereins- und Freizeitsport zugutekommen soll. Gleichzeitig bleiben Fragen zur Dimensionierung, Finanzierung und Nutzung offen.

Ausgangslage: Warum braucht Langenhagen eine neue Sporthalle?

Die Auslastung der bestehenden Sporthallen in Langenhagen ist in den letzten Jahren stark gestiegen. Gleichzeitig stehen der Abriss der Peko-Halle und der IGS-Turnhalle bevor, was den Druck auf die verbleibenden Hallen weiter erhöhen wird. Der Sportring Langenhagen, der mehr als 11.750 Sportlerinnen und Sportler in 41 Vereinen vertritt, weist auf eine Unterversorgung im Westen der Stadt hin. Zudem wird der Sport in seiner gesamtgesellschaftlichen Bedeutung hervorgehoben: von Gesundheitsprävention über Integration bis hin zu schulischen Ganztagsangeboten.

Planung und Dimensionierung: Zweifeld- oder Dreifeldhalle?

Der Rat der Stadt Langenhagen entschied sich nach mehreren Anträgen und Diskussionen für die Planung einer Zweifeld-Schulsporthalle im Westbereich. Die CDU-Fraktion hatte eine Dreifeldhalle beantragt, was aus schulischer Sicht jedoch nicht zwingend begründet werden konnte. Die Verwaltung stellte fest, dass eine größere Halle nur berücksichtigt werden kann, wenn außerschulische Nutzungsmöglichkeiten und gesamtstädtische Planungen einbezogen werden.

Die AfD-Fraktion forderte eine ergebnisoffene Prüfung der Dreifeldhallen-Option im Wirtschaftlichkeitsvergleich. Ein Double-Deck-Konzept, bei dem im Erdgeschoss eine Dreifeldhalle und im Obergeschoss eine Einfeldhalle oder spezialisierte Kursräume untergebracht werden, wurde von der AS Fachplanungsbüro GmbH vorgestellt. Dieses Modell bietet Vorteile wie Flächeneinsparung und Bilanzneutralität, könnte aber auch höhere Investitionskosten und bauliche Komplexität mit sich bringen.

Finanzierung: Bundesmittel im Vordergrund

Die Finanzierung der neuen Halle soll vorrangig aus Bundesmitteln erfolgen, insbesondere aus dem Programm zur Stärkung kommunaler Infrastruktur. Eine Finanzierung über das Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen“ wurde als ungeeignet für Neubauten abgelehnt. Zudem wird eine vereinsgetragene Finanzierung als nicht realistisch angesehen, da der MTV Engelbostel-Schulenburg weder finanziell noch rechtlich in der Lage wäre, einen Hallenneubau zu stemmen.

Eine Wirtschaftlichkeitsbetrachtung zwischen Eigenbau und Pachtmodell wird verpflichtend vorgeschrieben. Die AS Fachplanungsbüro GmbH stellte ein Konzept mit einem Investitionsvolumen von 10 Mio. Euro vor, das Fixkosten in Höhe von 511.111 Euro jährlich vorsieht. Das Pachtmodell wird als Alternative erwogen, da es Risikotransfer, Planungssicherheit und Bilanzneutralität bietet. Der Wirtschaftlichkeitsvergleich nach § 12 KomHKVO wird daher als zentraler Entscheidungsfaktor angesehen.

Nutzung und Verteilung: Wie wird die Halle genutzt?

Die neue Halle soll nach Deckung des schulischen Bedarfs vorrangig den Vereinen des Sportrings Langenhagen zur Verfügung stehen. Ein transparentes Vergabeverfahren für die Hallennutzung ist vorgesehen. Zudem wird ein Kostenorientierungsrahmen festgelegt, der die Gesamtinvestitionskosten und jährlichen Folgekosten ausweist. Bei Überschreitung des Rahmens um mehr als 10 Prozent ist eine erneute Befassung des Rates notwendig.

Die Verwaltung wird beauftragt, einen Sachstandsbericht zur Entwicklung der Sporthallenkapazitäten in Langenhagen seit 2017 vorzulegen. Damit wird ein Nachberichtsmechanismus geschaffen, der die Umsetzung und Kostenentwicklung überwacht.

Fazit: Ein Schritt in die Zukunft, aber noch nicht die letzte Antwort

Der geplante Neubau einer Zweifeld-Schulsporthalle im Westen von Langenhagen ist ein notwendiger Schritt in einer Stadt, in der die Sportinfrastruktur unter Druck steht. Die Entscheidung für eine Zweifeldhalle spiegelt die schulischen Anforderungen wider, lässt aber Raum für die Prüfung einer Dreifeld-Variante, sollte sich diese aus außerschulischen oder wirtschaftlichen Gründen als vorteilhaft erweisen. Die Finanzierung über Bundesmittel und die Einbindung von Pachtmodellen zeigen, dass die Stadt versucht, verantwortungsvoll und flexibel zu handeln.

Langfristig bleibt jedoch die Frage, ob die neue Halle in der Lage sein wird, den steigenden Anforderungen an den Sport in Langenhagen gerecht zu werden – sowohl im schulischen als auch im Vereinsbereich. Der Wirtschaftlichkeitsvergleich und die Umsetzung des Projekts in den nächsten Jahren werden entscheidend sein.

Quellen

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