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Wohnen und Soziales im Landkreis Oldenburg: Herausforderungen und Reformen im März 2026

📍 Landkreis-Oldenburg · Niedersachsen
Wohnen und Soziales im Landkreis Oldenburg: Herausforderungen und Reformen im März 2026

Im März 2026 standen im Landkreis Oldenburg bedeutende Entscheidungen und Diskussionen zu sozialen Angelegenheiten und Wohnraumversorgung im Vordergrund. Von der Umsetzung des Kinder- und Jugendstärkungsgesetzes bis zur Digitalisierung der Verwaltung – der Fokus lag auf Inklusion, Kooperation und zukunftsorientierter Strukturgestaltung.

Soziale Integration und strukturelle Reformen im Fokus

Im März 2026 hat der Sozial- und Gesundheitsausschuss des Landkreises Oldenburg wichtige Entscheidungen getroffen, die die Zukunft der Sozial- und Wohnraumpolitik prägen könnten. Die Reformen zielen darauf ab, den Zugang zu sozialen Leistungen zu vereinfachen, die Qualität der Beratung zu erhöhen und durch Digitalisierung bürokratische Hürden abzubauen.

Reform der Kinder- und Jugendhilfe: Inklusion als zentraler Leitgedanke

Die Umsetzung des Kinder- und Jugendstärkungsgesetzes (KJSG) ist ein zentrales Projekt im Landkreis Oldenburg. Ziel ist es, die Zuständigkeiten der Jugendhilfe zu bündeln und den Zugang zu Leistungen zu vereinfachen. Hierzu wurde die Projektgruppe „Gemeinsam Stark“ eingerichtet, die bis zum Ende des ersten Quartals 2026 Vorschläge zur Umsetzung der inklusiven Struktur vorlegen wird.

Ein weiterer Diskussionspunkt war die Frage, ob die Eingliederungshilfe in die Jugendhilfe integriert werden sollte. Dabei standen die besonderen Bedürfnisse schwerstbehinderter Menschen im Mittelpunkt. Die Reform des neuen Gesetzes zur Inklusiven Kinder- und Jugendhilfe (IKJHG) wird voraussichtlich im Herbst 2026 beginnen, wobei der Landkreis Oldenburg aktiv an der Begleitung und Bewertung beteiligt ist.

Die Verfahrenslotsin (VL) hat bereits gezeigt, wie sich die Qualität der Erstberatung deutlich verbessern lässt: Die Quote von Ratsuchenden ohne Diagnose sank von 56% auf 27%. Gleichzeitig ist jedoch ein steigender Fachkräftemangel und eine Komplexität der Fälle festzustellen, die den Ressourcen des Landkreises auf die Probe stellen.

Digitalisierung und bürokratischer Abbau

Die Digitalisierung ist ein weiterer Schwerpunkt der Reformbemühungen im Landkreis. Das Gesundheitsamt nutzte Fördermittel des Digitalpakts ÖGD, um die digitale Leistungsfähigkeit zu stärken. In Kooperation mit der zentralen IT und Fachverfahrensanbietern wurden strukturierte Prozesse entwickelt, um den bürokratischen Aufwand für Bürgerinnen und Bürger zu reduzieren.

Ein Beispiel hierfür ist die Zentralisierung des Beratungsangebots des Jobcenters auf zwei Standorte (Kirchhatten und Ganderkesee). Pilotberatungstermine mit offenen Sprechzeiten sollen den Zugang zu staatlichen Leistungen erleichtern. Zudem wurde im Rahmen der Digitalisierung ein Falleingangsmanagement eingeführt, das alle Eingliederungshilfefälle (außer PKD) in einem neuen Sachgebiet zusammenführt.

Prävention und soziale Teilhabe: Gegen Einsamkeit und psychische Krisen

Der Landkreis Oldenburg setzt verstärkt auf präventive Maßnahmen, um psychische Gesundheit und soziale Teilhabe zu fördern. Das Projekt „Kontaktzeit“ ist hier ein zentraler Baustein: Es zielt auf die Bekämpfung von Einsamkeit ab und fördert soziale Beziehungen. Dieses Programm wurde 2025 aus einem Praktikumsprojekt hervorgegangen und mit 3.000 EUR im Wettbewerb „Gemeinsam nicht einsam“ ausgezeichnet.

Zudem wurde die Koordinierungsstelle Soziales erweitert, die erwachsene Menschen in schwierigen Lebenslagen unterstützt – von Schuldnerberatung bis hin zur Wohnungsnotfallhilfe. Besonders hervorzuheben ist das „Blauer Schirm“-Projekt, das seit August 2024 in Zusammenarbeit mit Rettungsdienst und Polizei soziale Notlagen frühzeitig erkennt und interveniert.

Wohnraumversorgung und Finanzierung

Im Bereich der Wohnraumversorgung standen im März 2026 vor allem die Finanzierung und Struktur der Altenheime im Fokus. Die Satzung des ehemaligen Kreisaltenheims in Wildeshausen wurde aufgehoben, und die verbleibenden Mittel in Höhe von 108.386,69 € wurden an den Bezirksverband Oldenburg (BVO) weitergeleitet. Ein Teil der Mittel wurde bereits für die Sanierung des Frauenschutzhauses genutzt.

Zudem wird die Wohnraumpolitik durch Reformen wie das „Housing-First“-Modell geprägt, das psychisch erkrankte Menschen in kooperativen Wohnformen unterstützt. In enger Zusammenarbeit mit der Wohnungswirtschaft wird hier ein Modell entwickelt, das auf langfristige Stabilität und soziale Integration abzielt.

Ausblick: Auf dem Weg zu einer inklusiven und digitalen Sozialpolitik

Die Reformbemühungen des Landkreises Oldenburg zeigen, dass eine moderne Sozialpolitik nicht nur auf die Sicherstellung von Leistungen abzielt, sondern auch auf Integration, Prävention und Digitalisierung. Mit der Umsetzung des KJSG und der Entwicklung regionaler Teams wird der Landkreis in den kommenden Jahren entscheidend für die Zukunft der Sozialversorgung in der Region Oldenburg sein.

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