Grundschul-Campus in Bad Iburg: Zwischen Integration, Sicherheit und Kosten
Im April 2026 standen in Bad Iburg die Planungen für den zukünftigen Grundschul-Campus im Mittelpunkt. Die Stadt diskutiert intensiv über die räumliche Trennung von Grundschule und Gymnasium, die Finanzierung, die Nutzung bestehender Räume und die Erweiterung der Betreuungszeiten in Kitas.
Der Grundschul-Campus in Bad Iburg: Zwischen Integration, Sicherheit und Kosten
Die Stadt Bad Iburg hat sich in den letzten Wochen intensiv mit der Zukunft ihrer Grundschule auseinandergesetzt. Ziel ist die Schaffung eines eigenständigen Grundschul-Campus, der die Bedarfe der Grundschulkindergarten- und Ganztagsschulangebote abdeckt. Gleichzeitig müssen die Verwaltung, der Bildungs- und Sozialausschuss sowie der Landkreis Osnabrück eine Balance zwischen Kosten, Sicherheit und pädagogischen Anforderungen finden.
Planung und Struktur des Grundschul-Campus
Die bisherigen Grundschulen in Bad Iburg sollen künftig in einem Gebäude konzentriert werden. Der Generalplaner wird in der 25. Sitzung des Bildungs- und Sozialausschusses am 28. April 2026 seine Vorstellung präsentieren. Dabei wird auch der Abschlussbericht zum integrierten Nutzungskonzept und Funktionsschema vorgestellt.
Die Planung sieht vor, dass der zukünftige Campus so gestaltet wird, dass eine spätere bauliche Erweiterung möglich ist. Aktuell nutzt die Grundschule Glane etwa 12 % der Gesamtfläche des Schulzentrums. Der Landkreis hat zusätzliche Räume im Obergeschoss angeboten, wodurch der Nutzungsanteil auf etwa 15 % steigen könnte. Allerdings hat der Rat festgestellt, dass diese Erweiterung keine nachhaltige Lösung darstellt.
Die Verwaltung kritisiert die Mischnutzung von Flächen sowie die räumliche Nähe zu gymnasialen Unterrichtsräumen als nicht zumutbar für Grundschulkinder. Sicherheitsrelevante Aspekte wie gemeinsame Flure und WC-Anlagen mit Gymnasialschülern werden als problematisch angesehen.
Kosten, Abrechnungen und Eigentumsverhältnisse
Ein weiterer Fokus liegt auf der Neuregelung der Betriebskostenabrechnungen. Die Stadt nutzt 12 % der Gesamtfläche des Schulzentrums, wovon 8 % im Sockelgeschoss liegen. Gespräche zwischen Stadt und Landkreis Osnabrück zur Anpassung der Abrechnungsmodalitäten laufen. Ziel ist es, eine neue Vereinbarung abzuschließen, die insbesondere die Betriebskostenabrechnung und die Nutzung der Turnhalle regelt.
Die Stadt fordert eine vollständige und nachvollziehbare Aufschlüsselung der Betriebskosten. Gleichzeitig hält sie Eigentumsanteile an der Immobilie des Schulzentrums. Es wird erwogen, eine Pacht für den städtischen Flächenanteil zu erheben, möglicherweise basierend auf der Nutzungsgebühr von 0,0223 € pro Stunde und pro Quadratmeter.
Sollte eine Einigung nicht erzielt werden, wird der Vorgang an einen externen Rechtsanwalt weitergegeben. Die Stadt möchte eine gerichtliche Auseinandersetzung vermeiden.
Erweiterung der Betreuungszeiten in Kitas
Neben den Schulplanungen stand in Bad Iburg auch die Erweiterung der Betreuungszeiten in Kindertageseinrichtungen im Vordergrund. Aufgrund gestiegener Nachfrage wird die Randzeit in der Kita St. Franziskus ab 1. August 2026 erweitert. Der Beschluss zur Erweiterung wurde im Stadtrat am 16. April 2026 beschlossen.
Finanzielle Mittel für diese Maßnahme stehen aus dem Produkt 36511 zur Verfügung. Die Erweiterung der Betreuungszeiten betrifft insbesondere die Bereitstellung von mehr Ganztagsplätzen. Der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung im Primarbereich ab dem Schuljahr 2026/27 wird bereits in die Planungen einbezogen.
Ausblick und nächste Schritte
Der Grundschul-Campus ist ein Projekt mit großer symbolischer wie praktischer Bedeutung für Bad Iburg. Die Stadt möchte eine autark funktionierende Grundschule schaffen, die für Bad Iburg, Glane und Ostenfelde nutzbar ist. Gleichzeitig wird geprüft, ob Synergien mit dem Neubau der Bushaltestelle genutzt werden können, um Kosten zu sparen und eine städtebaulich abgestimmte Lösung zu erreichen.
Im Sommer 2026 ist ein weiterer gemeinsamer Workshop mit dem Generalplaner geplant. Dabei werden auch die Ergebnisse der bisherigen Workshops einfließen, an denen Lehrkräfte, Eltern, Politik und Verwaltung teilgenommen haben.
Die Stadt Bad Iburg hat mit der Erweiterung der Betreuungszeiten in Kitas bereits auf steigende Nachfrage reagiert. Gleichzeitig bleibt sie vorsichtig bei der Nutzung bestehender Räume im Schulzentrum, um langfristig tragfähige Lösungen zu entwickeln.
Quellen
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