Stralsund setzt auf Jugendbeteiligung – Der Ausschuss für Jugend und Freizeit im Fokus
Im März 2026 hat der Ausschuss für Jugend und Freizeit der Hansestadt Stralsund wichtige Entscheidungen getroffen, die die Zukunft der Jugendbeteiligung in der Stadt prägen könnten. Der Fokus lag auf der Einführung eines Jugendbeirats, der Sanierung des Jugendclubs Havanna und der Umsetzung von Vorschlägen aus dem Jugendgipfel.
Jugendbeteiligung in Stralsund: Ein Schritt in die Zukunft
In der Hansestadt Stralsund ist die politische Beteiligung junger Menschen ein zentrales Thema. Der Ausschuss für Jugend und Freizeit setzt sich intensiv dafür ein, dass Kinder und Jugendliche nicht nur gehört, sondern auch aktiv in Entscheidungsprozesse einbezogen werden. Im März 2026 standen mehrere Entscheidungen an, die den Stellenwert der Jugendbeteiligung weiter stärken sollen.
Der Weg zum Jugendbeirat
Ein zentraler Punkt der Ausschusssitzung am 26. März 2026 war die Beratung und Abstimmung zum Prüfantrag „Erarbeitung Konzept Jugendbeirat“. Der Ausschuss hat empfohlen, dass die Bürgerschaft der Hansestadt Stralsund sich grundsätzlich zur Einführung eines Jugendbeirats bekennt. Die Verwaltung soll innerhalb von sechs Monaten ein umsetzungsreifes Konzept erarbeiten, das unter anderem die Aufgaben, Rechte, Zusammensetzung und Finanzierung des Jugendbeirats beinhaltet.
Die Einführung eines Jugendbeirats ist nicht nur ein Zeichen für mehr demokratische Teilhabe, sondern auch eine Antwort auf die wachsenden Erwartungen junger Stralsunder, sich in kommunalpolitische Entscheidungen einzubringen. Die aktuelle Diskussion spiegelt zudem die Forderungen des Jugendgipfels 2024 wider, der mehr Beteiligungsmöglichkeiten für Jugendliche verlangte.
Der Jugendclub Havanna und die Herausforderungen der Jugendarbeit
Ein weiteres wichtiges Thema war die Entwicklung des Jugendclubs Havanna, der für Kinder und Jugendliche im Stadtteil Knieper West ein Angebot zur Freizeitgestaltung darstellt. Der Jugendclub wird derzeit saniert, und die Arbeiten sollen bis Mai/Juni 2026 abgeschlossen sein. Mit einem Investitionsvolumen von etwa 600.000 Euro ist das Projekt ein deutliches Signal für die Bedeutung der Jugendarbeit in Stralsund.
Allerdings steht die Jugendarbeit aktuell vor Herausforderungen. Die Suche nach einer neuen Leitung für den Jugendclub war bislang nicht zufriedenstellend. Laut Ausschussinformationen wurden etwa 40 Bewerbungen eingegangen, doch viele Bewerber*innen entsprachen nicht den fachlichen Anforderungen oder der Rahmenbedingungen. Zudem ist die Stelle des Jugendkoordinators bislang aufgrund von Fachkräftemangel nicht besetzt.
Die Fraktion DIE LINKE. kritisierte in der Ausschusssitzung, dass die Jugendarbeit in Knieper West aktuell nicht ausreichend ist und es an Anlaufstellen und aktiver Betreuung mangele. Dies zeigt die Spannung zwischen politischen Zielen und der realen Umsetzung in der Jugendarbeit.
Vorschläge aus dem Jugendgipfel und das Kinder- und Jugendparlament
Auch Vorschläge aus dem Jugendgipfel 2024 standen im Fokus. Die Prioritätenliste des Gipfels soll in der nächsten Sitzung des Ausschusses erneut beraten werden. Ein Jugendbeirat soll künftig stärker in solche Prozesse eingebunden werden.
Zudem gab es konkrete Wünsche aus dem Kinder- und Jugendparlament (KiJuPA) der Stralsunder Schulen. So forderten Jugendliche mehr Angebote im Bürgergarten – etwa im Winter mit einem Schneemannbauwettbewerb – und eine barrierefreie Gestaltung des Spielplatzes am Moorteich. Diese Vorschläge unterstreichen, wie wichtig es ist, die Stimmen junger Menschen in die Planung einzubeziehen.
Ausblick: Jugendbeteiligung als zukunftsweisende Aufgabe
Die Diskussionen und Entscheidungen des Ausschusses für Jugend und Freizeit zeigen, dass Stralsund sich bewusst auf den Weg macht, die Beteiligung junger Menschen zu stärken. Der geplante Jugendbeirat ist ein Meilenstein in diesem Prozess. Doch auch die Herausforderungen – wie der Fachkräftemangel und die Finanzierung – zeigen, dass es noch viel zu tun gibt.
Die nächsten Monate werden zeigen, ob das Konzept für den Jugendbeirat umsetzbar ist und ob die Jugendarbeit in Stralsund tatsächlich gestärkt wird. Für die Zukunft der Stadt ist es entscheidend, dass die Politik nicht nur auf den Jugendgipfel reagiert, sondern aktiv mit Kindern und Jugendlichen zusammenarbeitet.
Quellen
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