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Bildungspolitik in Darmstadt: Digitalisierung und Raumnot im Fokus

Education and Public Facilities 📍 Darmstadt · Hessen
Bildungspolitik in Darmstadt: Digitalisierung und Raumnot im Fokus

Im Februar 2026 standen in Darmstadt die Digitalisierung der Verwaltung, die Erweiterung der Schulen und die schulische Teilhabeassistenz im Mittelpunkt. Der Ausschuss für Bildung, Schule und Digitalisierung setzte sich mit zentralen Herausforderungen auseinander – von der Sanierung historischer Schulgebäude bis zur Ausgestaltung einer digitalen Zukunft.

Digitalisierung als neue Infrastruktur

Die Digitalstrategie der Wissenschaftsstadt Darmstadt ist ein zentraler Meilenstein in der Entwicklung der städtischen Verwaltung. Mit einer Zielsetzung bis 2030 hat Darmstadt eine umfassende Agenda verabschiedet, die die digitale Transformation in den Mittelpunkt stellt. Die Strategie umfasst neun Handlungsfelder und 44 konkrete Maßnahmen, darunter die Einführung eines zentralen Projektmanagements und eines Digitales Projektmanagement-Office (Digital-PMO).

Ein Schwerpunkt ist die digitale Transformation der Verwaltungsdienste, wobei bis 2027 alle kommunalen Leistungen digital angeboten werden sollen. Die Einführung von eAkte, Online-Dokumentenabholstationen und einem Chatbot für Bürgeranliegen sind beispielhaft für das Ziel einer Ende-zu-Ende-Digitalisierung. Das neue Steuerungsmodell, das ab Oktober 2025 umgesetzt wird, soll die Koordination und Effizienz verbessern.

Die Digitalstrategie ist dabei nicht isoliert, sondern Teil einer breiteren Agenda, die auch Teilstrategien wie eine Daten- und KI-Strategie integrieren wird. Darmstadt will nicht nur eine moderne Verwaltung, sondern auch eine Vorreiterstadt für digitale Technologien werden – mit der Vision, das Leben der Bürger:innen effizienter und komfortabler zu gestalten.

Raumnot an Schulen: Erweiterung der Georg-Büchner-Schule

Die Georg-Büchner-Schule, ein 4-zügiges Gymnasium mit MINT-Fokus und seit 2025 „Regionales Talentzentrum“, steht vor einem räumlichen Engpass. Aufgrund der steigenden Schülerzahlen und der Rückführung der Gymnasien (außer der Lichtenbergschule) von G8 auf G9 ist die Situation an weiterführenden Schulen in Darmstadt besonders angespannt.

Die Schule, die aktuell 929 Schüler:innen beschult, benötigt bis 2026/27 zusätzliche Räume. Die geplante Kapazitätserhöhung erfolgt durch die Errichtung von Interimscontainern. Diese werden auf der östlichen Parkplatzfläche und vor dem NaWi-Trakt errichtet und müssen bis Ostern 2026 bezugsfertig sein. Die Container sind mit Wärmepumpen und Dämmung ausgestattet, um Klimaschutzaspekte zu berücksichtigen.

Langfristig ist eine Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudes aus den 1950er Jahren notwendig, um den räumlichen Bedarf nachhaltig abzudecken. Der EB Immobilienmanagement Darmstadt ist beauftragt, Planungsschritte und Finanzierung zu veranlassen.

Inklusive Bildung: Schulische Teilhabeassistenz

Ein weiteres wichtiges Thema im Ausschuss war die schulische Teilhabeassistenz (THA), ein Leistungsanspruch der Eingliederungshilfe für junge Menschen mit Behinderung. An den 21 Darmstädter Grundschulen sind aktuell 102 THA-Assistent:innen tätig. Ziel der DA.THA-Rahmenvereinbarung ist es, die Kooperation zwischen Jugendamt, Grundschulen und Leistungserbringenden zu optimieren.

Die THA-Assistent:innen sind fest in die Klassenstruktur eingebunden und fördern ein inklusives Klassenklima. Bei mehreren leistungsberechtigten Schüler:innen kann eine gemeinsame Leistungserbringung erfolgen („Pooling“). Die Vereinbarung sieht auch klare Standards zur Leistungserbringung und zur Koordination vor.

Ein besonderer Fokus lag auf Übergangssituationen – etwa bei Wechseln zwischen Grundschulen, Förderschulen oder dem Übergang in die Sekundarstufe I. Die THA soll dabei helfen, Kontinuität zu gewährleisten und die individuellen Bedarfe zu berücksichtigen.

Ausblick: Eine Stadt im Transformationsprozess

Die Entscheidungen des Ausschusses für Bildung, Schule und Digitalisierung zeigen, wie vielschichtig die Herausforderungen in Darmstadt sind. Einerseits geht es um die dringend notwendige Erweiterung und Sanierung von Schulen, andererseits um die Digitalisierung der Verwaltung und die Ausgestaltung inklusiver Bildungsstrukturen.

Die Digitalstrategie ist ein langfristiger Prozess, der bis 2030 umgesetzt werden soll. Die Schulentwicklungsplanung und die THA-Rahmenvereinbarung sind Meilensteine auf dem Weg zu einer inklusiveren und digitaler vernetzten Stadt.

Was bleibt, ist die Notwendigkeit, diese Prozesse transparent zu kommunizieren und aktiv mit den Bürger:innen zu diskutieren. Die Informationsveranstaltung zum Bildungszentrum an der Heinrich-Hoffmann-Schule am 26.02.2026 ist ein Schritt in diese Richtung.

Quellen

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