Sportpolitik in Bremerhaven: Ausbau, Sicherheit und finanzielle Anpassungen im April 2026
Im April 2026 stellte der Ausschuss für Sport und Freizeit in Bremerhaven eine Vielzahl von Maßnahmen in den Mittelpunkt, die sowohl die Infrastruktur als auch die Sicherheit und finanzielle Nachhaltigkeit im Bremerhavener Sport fördern. Neben Investitionen in Vereinsanlagen und Sportstätten standen auch Themen wie Entgeltsätze, Präventionskonzepte und die Zukunft der Sporthallenfinanzierung im Fokus.
Bremerhaven investiert in Sportinfrastruktur und Sicherheitskonzepte
Bremerhavens Sportpolitik ist im April 2026 geprägt von einer Mischung aus Investitionen in Vereinsanlagen, Sicherheitsmaßnahmen und finanziellen Anpassungen. Der Ausschuss für Sport und Freizeit diskutierte eine Vielzahl von Vereinsanträgen, die auf die Modernisierung und Erhaltung von Sportstätten abzielen. Gleichzeitig wurden Entgeltsätze für die Nutzung der Sporthallen überarbeitet und Themen wie Prävention sexualisierter Gewalt in Sportvereinen thematisiert.
Investitionen in Vereinsanlagen und Sportstätten
Im April 2026 beschloss der Ausschuss mehrere Investitionen in Bremerhavener Sportvereine, um deren Infrastruktur zu verbessern und den Sportbetrieb sicherzustellen. Eine zentrale Rolle spielte hierbei die Beantragung von Zuschüssen und Wettmitteln, die in den vergangenen Jahren bereits für ähnliche Projekte genutzt wurden.
Eis- und Rollsportclub Bremerhaven beantragte eine Wetterschutzplane für die Rollsportanlage im Bürgerpark. Mit einer Gesamtkosten von 5.700 € und einem beantragten Zuschuss von 1.700 € wird dem Verein ein Zuschuss in Höhe von 25 % (max. 1.425 €) gewährt. Die Anlage ist weitgehend offen, wodurch bei Niederschlag der Sportbetrieb oft unterbrochen werden muss.
Der Reitclub Hof Fehrmoor erhält ebenfalls einen Zuschuss in Höhe von 2.000 € für die Sanierung der Hallenbande und des Hallenbodens. Ein Höhenunterschied von 70 cm beim Betreten der Halle stellt eine Belastung für Reiter und Pferde dar, weshalb eine Sanierung notwendig ist.
Der Wulsdorfer Schützenverein plant die Digitalisierung von 10 Luftgewehrständen. Mit Gesamtkosten von 38.616 € und einem beantragten Zuschuss von 9.654 € wird die Maßnahme unterstützt. Ziel ist es, den Schießsport sicherer und attraktiver zu gestalten, insbesondere für Jugendliche.
Der Wassersport-Verein „Neptun“ erhält einen Zuschuss in Höhe von 6.500 € für die Instandsetzung der Steganlage in der Geeste. Die Steganlage hat touristische Bedeutung und wird durch den Neubau der Unterkonstruktion und der Laufflächen modernisiert.
Finanzielle Anpassungen und Nutzungsentgelte
Neben Investitionen standen auch finanzielle Anpassungen und die Zukunft der Nutzungsentgelte für Sporthallen im Fokus. Der Ausschuss beschloss eine Neufassung der Entgeltsätze, die ab dem 1. Juli 2026 in Kraft treten wird.
Neue Entgeltsätze für Sporthallen: In der neuen Entgeltordnung wird vorgeschlagen, auch für Punktspiele, Jugend- und Sportveranstaltungen Nutzungsentgelte zu erheben. Bisher waren diese kostenfrei, sofern kein Eintrittsgeld erhoben wurde. Ziel ist es, Mehreinnahmen zu generieren und die Finanzierung der Sportstätten sicherzustellen.
Erwartete Mehreinnahmen: Durch die Erhöhung der Entgeltsätze wird eine jährliche Mehreinnahme von 10 % erwartet. Für das Jahr 2026 sind anteilig ca. 4.500 € und für 2027 ca. 9.000 € vorgesehen.
Differenzierte Entgeltsätze: Vereine, die dem Landessportbund Bremen oder dem Stadtjugendring Bremerhaven angeschlossen sind, profitieren von reduzierten Entgelten. Externe Organisationen hingegen zahlen signifikant höhere Entgelte. Für die Nutzung der Krafttrainingsräume beträgt das Entgelt beispielsweise 15,60 € pro angefangene Stunde.
Prävention sexualisierter Gewalt im Sport
Ein weiteres zentrales Thema war die Prävention sexualisierter Gewalt in Bremerhavener Sportvereinen. Der Ausschuss diskutierte einen mündlichen Bericht von Thomas Kaessler und stellte fest, dass 11 Vereine derzeit Schutzkonzepte erarbeiten. Der Bremerhavener Ruderverein verfügt bereits über ein umfassendes Konzept.
Keine verbindlichen Vorgaben: Die Stadt Bremerhaven gibt keine verbindlichen Vorgaben für die Erstellung von Schutzkonzepten, sondern empfiehlt, Angebote des Landessportbundes Bremen und der Bremerhavener Sportjugend zu nutzen. Diese bieten Schulungen und Beratungen an.
Safe Sport Code: Der Safe Sport Code des Landessportbundes Bremen soll bis Ende 2026 umgesetzt und bis 2031 vollständig angewandt werden. Eine gesetzliche Verpflichtung zur Erstellung von Schutzkonzepten wird als unzulässiger Eingriff in die Autonomie des Sports angesehen.
Ausblick
Die Sportpolitik in Bremerhaven zeigt sich im April 2026 als dynamisch und reaktiv auf die Bedürfnisse der Vereine und der Bevölkerung. Investitionen in Sportstätten, finanzielle Anpassungen und Präventionskonzepte tragen dazu bei, den Sport in Bremerhaven lebensfähig und sicher zu halten. Gleichzeitig sind die finanziellen Herausforderungen, insbesondere durch den Haushalt, nicht zu unterschätzen. Die Stadt setzt auf eine Balance zwischen Investitionen und finanzieller Nachhaltigkeit, um den Bremerhavener Sport weiterhin zu stärken.
Quellen
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