Plattdeutsch in Bremen: Kultur, Sprache und Identität in der April-Sitzung des Beirats
Im April 2026 standen in Bremen wichtige Entscheidungen und Diskussionen zur Pflege der niederdeutschen Sprache und Kultur im Mittelpunkt. Der Beirat Plattdeutsch beriet über Straßenschilder mit niederdeutschem Bezug, den Sprachenbericht der Europäischen Charta und den Wettbewerb „Best op Platt“. Ein Überblick über die kulturell-politischen Entwicklungen.
Plattdeutsch als kultureller Leitfaden in Bremen
Die niederdeutsche Sprache ist nicht nur eine historische Tradition, sondern auch ein aktiver Teil der kulturellen Identität in Bremen. Im April 2026 fand die 7. Sitzung des Beirates Plattdeutsch statt, die sich mit zentralen Themen wie Sprachförderung, Bildungspolitik und kultureller Sichtbarkeit beschäftigte. Die Diskussionen zeigten, wie sehr Bremen sich der Pflege und Förderung der niederdeutschen Sprache verschrieben hat – nicht zuletzt als Antwort auf die Herausforderungen der Globalisierung und Sprachverlust.
Sprache auf der Straße: Legendentexte unter Straßenschildern
Ein zentrales Projekt, das in der Sitzung besprochen wurde, ist die Ausstattung von Straßenschildern mit niederdeutschem Bezug mit erläuternden Texten. Ziel ist es, die Bedeutung der niederdeutschen Sprache und Kultur auch im öffentlichen Raum sichtbar zu machen. Dieser Schritt soll nicht nur die Sprache bewahren, sondern auch die Bewohner:innen sensibilisieren und stärker mit der lokalen Identität verbinden.
Die Beiräte stimmten dafür, konkrete Straßennamen auszuwählen, die mit solchen Texten versehen werden sollen. Die Zusammenarbeit mit den Ressorts der Senatskanzlei und des Wirtschaftsressorts ist hierbei entscheidend, um die Umsetzung reibungslos zu gestalten. Diese Maßnahme ist ein weiterer Schritt in der Politik Bremens, die niederdeutsche Sprache und Kultur aktiv zu fördern – ein Bekenntnis zur kulturellen Vielfalt in der Hansestadt.
Bildungspolitik und Minderheiten: Die Rolle der Kultusministerkonferenz
Ein weiteres wichtiges Thema war der Beschluss der Kultusministerkonferenz (KMK) zur Sprechergruppe Niederdeutsch. Die KMK empfahl, in den Lehrplänen Kenntnisse über die Geschichte, Kultur und Lebensrealitäten der autochthonen nationalen Minderheiten und Volksgruppen Deutschlands zu verankern. Dazu zählen auch die Sprechergruppe Niederdeutsch, die dänische Minderheit, die Lausitzer Sorben, die friesische Volksgruppe und die Sinti und Roma.
Diese Empfehlung ist Teil eines größeren Bemühens, die Vielfalt in der Schule stärker zu reflektieren. In Bremen ist der Senator für Kinder und Bildung aufgefordert, über den aktuellen Umsetzungsstand zu berichten. Die KMK-Empfehlung stützt sich auf internationale Abkommen wie die Europäische Charta der Regional- oder Minderheitensprachen und das Rahmenübereinkommen zum Schutz nationaler Minderheiten.
Die Umsetzung erfolgt über Lehrpläne, Fortbildungen für Lehrkräfte, Unterrichtsmaterialien und außerschulische Lernorte. Der Beirat Plattdeutsch betont hierbei die Bedeutung von Begegnungen mit Vertreter:innen der Minderheiten, Museumsbesuchen und kulturellen Veranstaltungen. Diese Ansätze fördern nicht nur das Verständnis, sondern auch die Anerkennung und Wertschätzung der kulturellen Vielfalt in Deutschland.
Der Wettbewerb „Best op Platt“: Kultur durch Wettbewerb
Ein weiteres Highlight der Sitzung war die Neuauflage des Wettbewerbs „Best op Platt“. Der Wettbewerb, der von der Bürgerschaftskanzlei in Zusammenarbeit mit dem Länderzentrum für Niederdeutsch durchgeführt wird, fördert kreative Beiträge in niederdeutscher Sprache. Der Wettbewerb steht unter dem Motto der kulturellen Beteiligung und ist ein wichtiges Instrument, um junge Menschen für die niederdeutsche Sprache zu gewinnen.
Die Vorbereitungen für die Neuauflage, die in der ersten Hälfte des Jahres 2026 stattfinden soll, wurden in der Sitzung konkretisiert. Ziel ist es, auch in Zukunft die kreative und kulturelle Lebendigkeit der niederdeutschen Sprache zu stärken und sie in den Alltag der Bremer Bevölkerung zu integrieren.
Ausblick: Der nächste Sitzungstermin und zukünftige Vorhaben
Abschließend berichteten Vertreter:innen des Instituts für niederdeutsche Sprache (INS) und des Länderzentrums für Niederdeutsch (LzN) über aktuelle Projekte und zukünftige Vorhaben. Zudem wurde der Termin der nächsten Sitzung des Beirates Plattdeutsch festgelegt: Donnerstag, 26. November 2026, um 16:00 Uhr im Börsenhof A.
Die Sitzung des Beirates Plattdeutsch zeigt, dass Bremen nicht nur bei der Erhaltung der niederdeutschen Sprache aktiv ist, sondern auch bei der Integration in Bildung, Kultur und Politik. Die Diskussionen und Entscheidungen der April-Sitzung sind ein weiterer Schritt in Richtung einer lebendigen, vielfältigen und inklusiven Stadtgesellschaft in Bremen.
Quellen
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