Stadtentwicklung in Werder (Havel): Fokus auf Quartiersentwicklung, Straßenbau und Wärmeplanung
Im April 2026 beschäftigte sich der Ausschuss für Stadtentwicklung und Infrastruktur in Werder (Havel) intensiv mit Themen wie der Umgestaltung des Dorfplatzes Plessow, der Widmung des Eichenwegs und der Erstellung einer kommunalen Wärmeplanung. Zudem wurde die Veräußerung des ehemaligen Kitageländes "Anne-Frank" entschieden. Diese Entscheidungen spiegeln die Prioritäten der Stadtentwicklung in der Region wider.
Quartiersentwicklung und Parkraumregelung
Im April 2026 beschloss der Ausschuss für Stadtentwicklung und Infrastruktur in Werder (Havel) die Einführung einer neuen Gebührenordnung für Bewohnerparkausweise (BePaGebO). Die Gebühr wurde mit 135 Euro pro Jahr festgelegt, wodurch Quartiere mit Parkraummangel entlastet werden sollen. Ziel ist es, den Parksuchverkehr zu reduzieren und die Nutzung von öffentlichen Verkehrsflächen zu entlasten. Die Umstellung auf die neue Gebührenordnung erfolgt zum 1. März 2027. Die geplanten Einnahmen für das Jahr 2027 liegen bei etwa 33.810 Euro. Die Entscheidung wurde mehrheitlich empfohlen und spiegelt die Herausforderungen der innerstädtischen Parkraumversorgung wider.
Straßenbau und Infrastruktur: Widmung des Eichenwegs
Ein weiterer Schwerpunkt der Sitzung war die Widmung des Eichenwegs gemäß § 6 Brandenburgisches Straßengesetz (BbgStrG). Der Eichenweg wird als öffentliche Gemeindestraße eingestuft und erhält damit die Eigenschaft einer Anliegerstraße. Die Straßenbaulast liegt bei der Stadt Werder (Havel). Die Widmung betrifft insgesamt sieben Flurstücke mit einer Fläche von etwa 1.828 m². Die Entscheidung wurde einstimmig getroffen und hat Auswirkungen auf den Haushalt der Stadt, insbesondere auf das Sachkonto für Straßenunterhaltung. Die Widmung sichert den Gemein- und Anliegergebrauch und vermeidet die Einräumung privatrechtlicher Dienstbarkeiten.
Kommunale Wärmeplanung als Zukunftsinvestition
In der gleichen Sitzung beschloss der Ausschuss einstimmig die Erstellung einer kommunalen Wärmeplanung für Werder (Havel). Die Planung ist ein strategisches Instrument für die zukünftige Wärmeversorgung und wird unter Beteiligung der relevanten Akteursgruppen sowie der Einwohner durchgeführt. Die Wärmeplanung umfasst eine Bestandsanalyse, Potenzialanalyse, Entwicklung eines Zielszenarios und eine Umsetzungsstrategie. Die Stadt ist verpflichtet, die Planung bis spätestens 30. Juni 2028 zu erstellen und danach alle fünf Jahre zu überprüfen. Die Erstellung kann an externe Dienstleister ausgeschrieben werden, was Flexibilität und Expertise gewährleistet.
Veräußerung des ehemaligen Kitageländes "Anne-Frank"
Ein weiteres zentrales Thema war die Veräußerung des ehemaligen Kitageländes "Anne-Frank". Die Flurstücke 164, 153 und 151 in der Gemarkung Werder (Havel), Flur 21, befinden sich im Eigentum der Stadt und sind bebaut mit einem zweigeschossigen Gebäude. Die Stadt plant, das Gelände an die HGW GmbH (Havel-Gut-Wohnen) zu verkaufen. Der Verkauf erfolgt unter Erhalt der öffentlichen Nutzung des Spielplatzes und der vorgelagerten Verbindungsstraße. Die Entscheidung wurde mehrheitlich empfohlen, wobei die Variante b (Verkauf an HGW) angenommen wurde. Die finale Entscheidung erfolgt am 28. Mai 2026 in der Stadtverordnetenversammlung.
Fazit: Stadtentwicklung als Prozess der Anpassung
Die Entscheidungen des Ausschusses für Stadtentwicklung und Infrastruktur in Werder (Havel) im April 2026 zeigen, wie die Stadt aktiv auf Herausforderungen wie Parkraummangel, infrastrukturelle Erneuerung und Energieeffizienz reagiert. Die Umgestaltung des Dorfplatzes Plessow, die Widmung des Eichenwegs, die Einführung der BePaGebO und die Veräußerung des Kitageländes "Anne-Frank" sind Beispiele für eine stadtbaukundlich vorausschauende Politik. Die Erstellung der kommunalen Wärmeplanung unterstreicht zudem die Bedeutung von nachhaltiger Energieplanung im ländlichen Raum. Werder (Havel) zeigt, dass Stadtentwicklung nicht nur über Planung, sondern auch über Dialog, Flexibilität und städtische Visionen bestimmt wird.
Quellen
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