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Potsdam im März 2026: Klima, Finanzen und städtebauliche Schwerpunkte

Potsdam im März 2026: Klima, Finanzen und städtebauliche Schwerpunkte

Der März 2026 war in Potsdam geprägt von entscheidenden Schritten in Klima, Finanzen und Stadtentwicklung. Hier ist der Monatsrückblick für Bürger:innen, die sich über aktuelle Entwicklungen informieren möchten.

Die Stadt in Bewegung – März 2026 in Zahlen und Fakten

März 2026 war in Potsdam ein Monat mit klaren Entscheidungen und langfristigen Planungen. Die Stadt setzte sich mit Klimaschutz, Haushaltsplanung und städtebaulicher Zukunft auseinander – Themen, die für die Lebensqualität der Bürger:innen von zentraler Bedeutung sind.

Was diesen Monat wichtig war

  • Klimaschutz: Der Klima- und Umweltausschuss diskutierte die Fossilfreiheit im Strom- und Wärmesektor bis 2035.
  • Finanzen: Der Haushalt 2026 wurde beraten. Preisdeckel für Schulmahlzeiten und das 15-Euro-Schülerticket bleiben bestehen.
  • Stadtentwicklung: Die 9. Änderung der Hauptsatzung wurde beschlossen. Soziale Erhaltungssatzungen für Babelsberg und Barocke Stadterweiterung folgten.
  • Abwasser: Gebührenanpassungen in der Abwasser- und Wasserversorgung wurden beschlossen.
  • Kultur: Einstimmig wurde beschlossen, Gedenktafeln in einheitlicher Form künftig zu errichten.
  • Mobilität: Fahrradampeln und Lärmschutzmaßnahmen wurden beschlossen, Tempo 30 bleibt Thema.

Klima und Umwelt: Fossilfreiheit, Lärmschutz und Verpackungssteuer

Potsdam setzt im März 2026 verstärkt auf klimafreundliche Maßnahmen. Im Klima- und Umweltausschuss wurde intensiv über die Fossilfreiheit im Strom- und Wärmesektor bis 2035 diskutiert. Der EWP-Geschäftsführer betonte dabei, wie wichtig technische Innovationen und Kooperationen mit Energieversorgern sind, um dieses Ziel zu erreichen.

Ein weiteres wichtiges Thema war der Lärmschutz in Alt Nowawes. Die Stadt beschloss einstimmig, Motivanzeigetafeln aufzustellen und die Erschütterungsbelastung zu prüfen – eine Maßnahme, die direkt die Lebensqualität der Anwohner:innen verbessert.

Zudem wurde eine Verpackungssteuer für Einwegverpackungen einstimmig beschlossen. Ziel ist es, den Müllberg zu verringern und den Umweltverträglichkeitsschutz zu stärken. Die Stadt plant eine Informationsveranstaltung im 2. Quartal 2026, um die Bürger:innen über die neue Steuer zu informieren.

Finanzen: Haushaltssicherung, Gebühren und Investitionen

Im März 2026 wurde der Haushalt 2026 beraten. Der städtische Haushaltssatzungsentwurf sieht ein Volumen von 176,5 Millionen Euro vor. Besonders wichtig für die Bürger:innen: Der Preisdeckel für das Mittagessen an städtischen Schulen bleibt bei 3,90 Euro und das 15-Euro-Schülerticket wird fortgeführt.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Finanzierung der Fernwärmewende. Die Stadt beschloss eine Haftung in Höhe von 1,3 Milliarden Euro. Dies ist ein entscheidender Schritt, um die Energiewende voranzutreiben und den Klimaschutz zu stärken.

Zudem wurden Gebührenanpassungen in der Abwasser- und Wasserversorgung beschlossen. Die Abwasserbeseitigungsgebühr liegt in Potsdam bei 5,60 Euro pro m³, was deutlich über dem Berliner Niveau liegt. Diese Anpassungen folgen Urteilen des Oberverwaltungsgerichts, die eine gerechte Kostenverteilung erfordern.

Stadtentwicklung: Bauen, Planen und Erhalten

In der Stadtplanung wurde im März 2026 der Moratorium zur Kostensenkung beim Bauen beschlossen. Ziel ist es, Bauprozesse zu vereinfachen und die Kosten für Bürger:innen und Investoren zu senken. Die Oberbürgermeisterin ist beauftragt, bis 30.06.2030 ein Vereinfachungskonzept vorzulegen.

Zudem wurden soziale Erhaltungssatzungen für Gebiete wie Babelsberg Nord und die Barocke Stadterweiterung vorgestellt. Diese Satzungen sollen helfen, sozialen Wohnungsbau langfristig zu sichern und Mieter:innen vor Verdrängung zu schützen.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Denkmalschutzprüfung. Nach dem Brand im Dezember 2025 wurde beschlossen, die Denkmaleigenschaft des historischen Offiziershauses an der Berlinerstraße 28 zu prüfen. Dies ist ein Schritt, um die kulturelle Erinnerung an Potsdam zu bewahren.

Kultur und Erinnerung: Gedenktafeln und historische Werte

Im März 2026 beschloss die Stadt einstimmig, Gedenktafeln in einheitlicher Form zu errichten. Die Oberbürgermeisterin wurde beauftragt, Vorschläge auszuarbeiten, darunter auch einen Wettbewerb unter maximal fünf künstlerischen Bewerbenden. Dies ist ein Schritt, um Erinnerungskultur in Potsdam transparenter und zugänglicher zu gestalten.

Zudem wurde ein Antrag zur Erinnerung an die erste freie Wahl in der DDR 1990 vertagt. In den nächsten Monaten wird hierzu ein Vorschlag ausgearbeitet. Die Stadt bleibt damit an historischen Themen orientiert und beteiligt die Bürger:innen aktiv an der Erinnerungskultur.

Übergreifende Themen: Klima, Finanzen und Bürger:innenbeteiligung

Ein zentrales Thema des Monats war die Klimaschutzpolitik. Ob bei der Fossilfreiheit im Wärmesektor oder der Verpackungssteuer – Potsdam setzt auf langfristige, nachhaltige Maßnahmen. Gleichzeitig bleibt die Stadt transparent in finanziellen Entscheidungen, wie beispielsweise bei der Haushaltsplanung oder Gebührenanpassungen.

Die Bürger:innenbeteiligung war ebenfalls ein Schwerpunkt. So wurden beispielsweise Anträge auf mehr Mehrgenerationenwohnen, kulturelle Projekte und sportliche Veranstaltungen beraten. Zudem wurde die Trägeranerkennung der Lebensschule Potsdam e.V. beschlossen, was die soziale Arbeit in der Stadt stärkt.

Schlussfazit mit Ausblick

Der März 2026 war ein Monat mit klaren Entscheidungen und langfristigen Planungen. Die Stadt bewegte sich bei Klimaschutz, Finanzen und Stadtentwicklung in Richtung einer nachhaltigen Zukunft. Die Bürger:innenbeteiligung blieb stets im Fokus – sei es bei der Errichtung von Gedenktafeln, der Finanzierung von kulturellen Projekten oder der Vereinfachung von Bauprozessen.

Was bleibt, ist die Hoffnung, dass diese Maßnahmen nicht nur auf dem Papier stehen, sondern in der Realität spürbar werden. Der April 2026 wird zeigen, wie weit die Umsetzung vorangeht – und ob die geplanten Vereinfachungen und Investitionen tatsächlich in die Lebenswelt der Potsdamer:innen hineinwirken.


Quellen

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