Potsdam im April 2026: Digitalisierung, Wohnen und Ortsbeiräte im Fokus
Im April 2026 standen in Potsdam Themen wie digitale Souveränität, bezahlbares Wohnen und aktive Ortsbeiräte im Vordergrund. Der Hauptausschuss beschloss neue Maßnahmen, Ortsbeiräte setzten sich für Infrastruktur und kulturelle Angebote ein, und der Jugendhilfeausschuss wurde entfallen.
Digitalisierung und Wohnraum: Potsdams Prioritäten im April 2026
Was diesen Monat wichtig war
- Der Hauptausschuss beschloss die Fortschreibung des Open-Source-Konzepts, um die digitale Souveränität der Stadt zu stärken.
- Die Offensive für bezahlbares Wohnen wurde angepasst, mit Fokus auf Familienwohnungen und mehr finanzieller Handlungsfähigkeit.
- Ortsbeiräte in Satzkorn, Eiche, Fahrland und Groß Glienicke setzten sich für Einzelhandel, kulturelle Veranstaltungen und bessere Mobilität ein.
- Der Jugendhilfeausschuss wurde ersatzlos entfallen, während der Ausschuss für Stadtentwicklung Wohnraumstandards überprüfte.
- Im Gewerbegebiet Friedrichspark wird ein neues Supermarktkonzept geprüft – mit deutlichen Auswirkungen auf den Verkehr.
Digitalisierung und Souveränität: Potsdam stärkt die digitale Infrastruktur
Im April 2026 beschloss der Hauptausschuss, das Open-Source-Konzept der Stadt weiterzuentwickeln. Ziel ist es, die digitale Souveränität der Landeshauptstadt zu erhöhen und langfristig Kosten zu reduzieren. Die Oberbürgermeisterin ist beauftragt, bis in das zweite Quartal 2026 eine konkrete Umsetzungsstrategie vorzulegen.
Zudem wurde die Ausbildungsinitiative der Stadt geändert, um bis 2030 die Zahl der Ausbildungsplätze in der Verwaltung deutlich zu erhöhen. Dies ist ein Schritt hin zu einer nachhaltigen Personalpolitik, die jungen Menschen Perspektiven bietet und gleichzeitig die Zukunftsfähigkeit der Stadtverwaltung sichert.
Wohnraum: Familiensensitivität und neue Modelle
Die Offensive für bezahlbares Wohnen wurde im Hauptausschuss angepasst. Der Fokus liegt nun stärker auf der Schaffung von Familienwohnraum und auf der Stärkung der finanziellen Handlungsfähigkeit der Wohnbaugesellschaft ProPotsdam. Diese Maßnahmen sind besonders wichtig in einem Stadtgebiet wie Potsdam, wo der Bedarf an günstigem Wohnraum weiter steigt.
Im Ausschuss für Stadtentwicklung wurden zudem zwei Anträge verabschiedet, die sich mit der Überprüfung städtischer Wohnraumstandards und der Nutzung effizienter Baulandmodelle befassen. Die Verwaltung wird nun Vorschläge für die Weiterentwicklung unterbreiten.
Ortsbeiräte in Aktion: Vom Supermarkt bis zum Weihnachtsmarkt
In mehreren Ortsbeiräten wurde in diesem Monat aktiv geplant und entschieden:
- In Satzkorn wurde ein Antrag gestellt, um im Gewerbegebiet Friedrichspark einen Supermarkt mit einer Fläche von 1.200–1.800 m² zu errichten. Das Projekt wird mit einer deutlichen Verkehrsanpassung verbunden – eine Herausforderung, die in der Planung berücksichtigt werden muss.
- In Eiche wurden Gelder für den Weihnachtsmarkt und kulturelle Veranstaltungen bewilligt. Der Kirchbauverein erhielt Unterstützung für drei Konzerte, und auch die Ehrung von Jubilaren wurde finanziell abgesichert.
- In Fahrland beschloss der Ortsbeirat einstimmig, Gelder für den Landschaftsparcours und ein Kinderfest bereitzustellen. Zudem wurde ein Antrag gestellt, einen Fuß- und Radweg bis 2028 zu realisieren – auch ohne Fördermittel.
- In Groß Glienicke wurde ein Antrag gestellt, um einen Fahrradweg und eine Bushaltestelle in die Stadtplanung einzubeziehen. Zudem soll die Geschwindigkeit auf der Seeburger Chausee reduziert werden, um die Verkehrssicherheit zu erhöhen.
Jugendhilfeausschuss entfällt – Auswirkungen auf die Beteiligung?
Der Jugendhilfeausschuss, der traditionell als Forum für die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen dient, wurde im April 2026 ersatzlos entfallen. Dies wirft Fragen auf, ob die Stimmen junger Potsdamerinnen und Potsdamer in Zukunft stärker in andere Gremien integriert werden müssen. Der Kreisschülerrat brachte Anliegen weiter, doch die fehlende Sitzung bleibt ein Verlust für die direkte Mitwirkung.
Verkehr und Infrastruktur: Herausforderungen und Chancen
Im Zusammenhang mit dem geplanten Supermarkt in Satzkorn prognostiziert ein Verkehrsgutachten eine deutliche Zunahme des Verkehrs – auf insgesamt 20.000 Fahrten pro Tag. Dies wirft Fragen auf, wie die Verkehrssituation in den umliegenden Gebieten verbessert werden kann. Gleichzeitig setzen Ortsbeiräte in Fahrland und Groß Glienicke auf bessere Radwege und eine bessere Anbindung an den ÖPNV, um alternative Verkehrsmittel zu stärken.
Ausblick: Digitalisierung, Wohnen und Bürgerbeteiligung im Fokus
Der April 2026 zeigt, wie vielseitig die Herausforderungen für Potsdam sind. Digitalisierung, Wohnraum, Verkehr und Bürgerbeteiligung sind Themen, die eng miteinander verbunden sind. Die nächsten Monate werden zeigen, wie die Beschlüsse in die Praxis umgesetzt werden – insbesondere im Bereich der digitalen Souveränität und der Schaffung bezahlbaren Wohnraums. Die aktive Rolle der Ortsbeiräte ist dabei ein guter Indikator dafür, dass die Bürgerinnen und Bürger in Potsdam ihre Stadt aktiv mitgestalten – und das nicht nur auf politischer Ebene.
Quellen
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