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Betreuungszeiten, Finanzierung und Qualität: Der April 2026 in der Cottbuser Kindertagesbetreuung

Betreuungszeiten, Finanzierung und Qualität: Der April 2026 in der Cottbuser Kindertagesbetreuung

Im April 2026 standen in Cottbus wichtige Entscheidungen und Diskussionen im Bereich der Kindertagesbetreuung im Fokus. Mit dem Wegfall der Förderung für verlängerte Betreuungszeiten und der Umsetzung der Richtlinie „Kita-Budget“ entstehen neue Herausforderungen – sowohl für die Träger als auch für die Eltern. Wir analysieren die Entwicklungen, Entscheidungen und Hintergründe.

Wichtige Sitzungen und Entscheidungen

Im April 2026 fanden in Cottbus mehrere relevante Sitzungen des Unterausschusses für Kindertagesbetreuung statt. Die Sitzung am 15. April 2026 stand im Zeichen der Auswertung des Wegfalls der Richtlinie für verlängerte Betreuungszeiten. Dabei wurden die Auswirkungen auf die Betreuungsqualität und die Finanzierung diskutiert. Zudem standen Berichte über den Bedarf der dritten Betreuungsstufe und die Situation von Kitas mit besonderen Bedarfen im Mittelpunkt.

Ein weiterer Termin fand am 28. April 2026 statt, bei dem der Werksausschuss des Eigenbetriebes „Kommunale Kinder- und Jugendhilfe“ zusammentrat. Hier standen die Neufassung der Betriebssatzung und Anpassungen der Elternbeitragsatzung im Fokus. Die Sitzung war öffentlich und zog Interessensvertreter aus Verwaltung, Politik und Elternschaft an.

Finanzierung und Qualität: Herausforderungen durch den Wegfall der Förderung

Die Richtlinie zur verlängerten Betreuungszeit, die Kitas finanziell unterstützt hat, ist mit Beginn des Jahres 2026 beendet. Daraus resultieren erhebliche finanzielle Engpässe, insbesondere bei Kitas, die auf diese Mittel angewiesen waren. Laut den Berichten, die im Unterausschuss vorgelegt wurden, können zwar weiterhin verlängerte Betreuungszeiten angeboten werden, aber die Qualität der Betreuung ist gefährdet.

Die Richtlinie „Kita-Budget“ bietet zwar eine Förderung von 40 Euro pro Kind, ist aber nicht ausreichend, um zusätzliche Betreuungszeiten zu finanzieren. Die Träger müssen daher Kompromisse eingehen – sei es durch Reduzierung der Öffnungszeiten, weniger Zeit für Elterngespräche oder durch Qualitätseinbußen. Insgesamt sind 15 % der Kinder im Eigenbetrieb von diesen Defiziten betroffen.

Personalmangel und ehrenamtliche Unterstützung

Ein weiteres Problem ist der Personalmangel. Zahlreiche Kitas berichteten über krankheitsbedingte Ausfälle und den daraus resultierenden Druck auf das verbleibende Personal. In einigen Fällen greifen ehrenamtliche Helfer ein – vor allem bei Vorlesezeiten oder bei Angeboten außerhalb der pädagogischen Betreuung. Allerdings können sie bei Personalausfällen nicht als Ersatz dienen.

Die neue Teamleitung für die Kita-Finanzierung wird am 18. Mai 2026 beginnen. Bis dahin bleibt die Abrechnung der Fördermittel aus der Richtlinie unklar, was zu weiterer Unsicherheit führt. Zudem sind die Bedarfe für das dritte und vierte Quartal 2026 noch nicht vollständig absehbar.

Gleichbehandlung und finanzielle Nachsteuerung

Ein weiterer Diskussionspunkt ist die Gleichbehandlung bei der Vergütung von Kindertagespflegepersonen. Eine Satzung zur finanziellen Nachsteuerung ist in der Erarbeitung, um die Beiträge nachzujustieren, die für den Zeitraum 2015 bis 2018 als ungenügend eingestuft wurden. Der Oberbürgermeister wird beauftragt, eine Sonderzahlungssatzung vorzulegen, die von allen Fraktionen unterstützt wird.

Zusätzlich wird angemahnt, sich beim Land für eine finanzielle Nachsteuerung zu engagieren, um die Qualität in der Betreuung zu erhalten. Projekte wie „Theaterprojekt“, „Lotsenstelle Cottbus“ oder „ICH BIN ICH“ wurden durch die Förderung ermöglicht und fallen nun weg – mit negativen Auswirkungen auf die Elternarbeit und die Bildungs- und Teilhabechancen der Kinder.

Ausblick: Herausforderungen bleiben

Die Kindertagesbetreuung in Cottbus steht vor einer neuen Phase. Mit dem Wegfall der Förderung für verlängerte Betreuungszeiten und der Einführung der Richtlinie „Kita-Budget“ entstehen neue finanzielle Engpässe, die sich auf die Qualität auswirken können. Zudem bleibt der Personalmangel ein zentrales Problem, das sich auch in der Zukunft weiterhin auf die Betreuungsstruktur auswirken wird.

Ziel muss es sein, sowohl die Betreuungszeiten als auch die Qualität aufrechtzuerhalten. Dazu sind finanzielle Mittel erforderlich, die über die aktuelle Richtlinie hinausgehen. Die Diskussionen im Unterausschuss zeigen, dass die Politik bewusst die Notwendigkeit einer finanziellen Nachsteuerung erkennt – ob es zu konkreten Maßnahmen kommt, bleibt abzuwarten.

Quellen

Sitzung

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